Lebensdaten
1804 bis 1830
Geburtsort
Konstanz
Sterbeort
Sankt Petersburg
Beruf/Funktion
Genremaler
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 119243547 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mosbrugger, Fritz
  • Moosbrugger, Fritz
  • Moosbrugger, Friedrich
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Zitierweise

Mosbrugger, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119243547.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wendelin (1760–1849) aus Rehmen b. Au (Bregenzer Wald), württ. Hofmaler in K. (s. ADB 22; ThB; L), S d. Leopold (1718–67), Müller in Rehmen, u. d. Anna Kohler (1719–76);
    M Anna Maria (1774–1829), T d. Franz Joseph Ignaz Benedikt Hüetlin (1740–99) in K. u. d. Anna Maria N. N. (1752–1835);
    Halb-B Leopold (1796–1864), Mathematiker (s. ADB 22; Biogr. Lex. d. Aargaus, 1958);
    B August (1802–58), Architekt (s. ADB 22), Joseph (1810–69), Landschaftsmaler (s. ADB 22; ThB; L); – ledig; Verwandter Caspar (s. 1).

  • Leben

    M. erhielt seine erste künstlerische Ausbildung in Konstanz bei seinem Vater und bei der Historien- und Bildnismalerin Marie Ellenrieder. Wohl auf deren Anraten schrieb sich der 17jährige im April 1822 an der Münchener Kunstakademie für das Fach „Historienmalerei“ ein. Mehr als die dort geübte spätklassizistische Ausbildung im Zeichnen nach Vorbildern, im Kolorieren und Komponieren haben den jungen Maler außerhalb der Akademie tätige Genremaler beeindruckt, deren Kunstauffassung und motivische Interessen von niederländ. Gemälden des 17. Jh., vor allem der Alten Pinakothek, inspiriert waren. Während der neue Akademiedirektor Peter v. Cornelius seit 1825 die traditionelle Führungsrolle der Historienmalerei innerhalb der Gattungshierarchie behauptete, begann sich M. – gleichzeitig mit Heinrich Bürkel – mit „gewöhnlichen“ volkstümlichen Bildgegenständen einen Namen zu machen. 1825 und 1827 konnte er sich als bad. Maler an der Kunstausstellung in der Ghzgl. Residenzstadt Karlsruhe beteiligen. Die Gemälde „Der Bockkeller in München“ (Privatbes.), „Die Brettspieler“, „Der erzählende Invalide“ (beide verschollen), „Die Kameraden“ (Staatl. Kunsthalle Karlsruhe) wurden von der zeitgenössischen Kunstkritik als beachtliche Leistungen gewürdigt. Die daneben, wohl um 1826/27, gemalten Doppelbildnisse der Eltern des Künstlers (Rosgartenmus., Konstanz) und des Ehepaars v. Schach (Privatbes.Privatbesitz) können den besten realistischen Porträts des frühen 19. Jh. in Deutschland an die Seite gestellt werden.

    Von Dezember 1827 bis Juni 1829 lebte und arbeitete M. in Italien – vor allem in Rom (mit Aufenthalten in Olevano, Civitella, Capri und Neapel, später in Venedig). Hier erweiterte er sein noch niederländ. geprägtes Themenrepertoire („Künstleratelier in Rom“, 1828, Staatl. Kunsthalle Karlsruhe) um die modischen Sujets und die kräftigen Farben der südlichen Folkloremalerei (Italienerinnen in Lokaltrachten, Markt- u. Straßenleben mit malerischen Gestalten, Tierstudien und Landschaften). Zu seinem ital. Hauptwerk wurde jedoch das auf seinen fast zweimonatigen Neapelaufenthalt zurückgehende Gemälde „Der Improvisator am Molo von Neapel“ (1829, Privatbes.), mit dem sich M. an poetische und bildliche Schilderungen dieser volkstümlichen Attraktion der Vesuvstadt anschloß. Die Zweitfassung des Bildes (1830, Staatl. Kunsthalle Karlsruhe) verkaufte M. dem Großherzog v. Baden, die Erstfassung nahm er wohl als Präsentationsobjekt auf seine Reise nach St. Petersburg (August 1830) mit, wo er sich, im Anschluß an befreundete Künstler, offenbar einen neuen Markt für seine folkloristische Malerei erschließen wollte. Kurz nach seiner Ankunft erlag der Maler jedoch einer tödlichen Infektionskrankheit.

    M.s formal und thematisch weitgespanntes Œuvre bietet – vor allem durch den Verlust zahlreicher Hauptwerke – kein vollständiges und homogenes Bild. Gleichwohl lassen die erhaltenen Genrebilder, die Porträts und viele Entwürfe und Studien aus Italien M.s Rang innerhalb des frühen Realismus in Deutschland deutlich werden.

  • Werke

    Ölgem.: Drei Bildnisse d. Fam. v. Paur, 1824;
    Ganzfiguriges Porträt d. Frhr. v. Seldeneck, 1827 (alle Rosgartenmus., Konstanz);
    Friedrich Eisenlohr u. seine Freunde, um 1826-29 (?);
    Blick auf Hinterhäuser in Rom (beide Staatl. Kunsthalle Karlsruhe). – 5 Skizzenbücher u. etwa 250 Handzeichnungen (größtenteils in Privatbes. in d. Staatl. Kunsthalle Karlsruhe u. in d. Konstanzer Museen).

  • Literatur

    ADB 22;
    F. Pecht, in: Bad. Biogrr., 2. T., 1875, S. 90 f.;
    Die Konstanzer Maler Wendelin, Friedrich u. Joseph Mosbrugger, Ausst.kat. 1969;
    A. Morel u. P. Lachat, Die Vorarlberger Fam. Moosbrugger im Birstal, in: Basler Volkskal. 1971, S. 51-66;
    H. Gies, Die Vorarlberger Künstlerfam. Moosbrugger (Baumeister – Stukkateure – Maler), in: Schrr. d. Ver. f. d. Gesch. d. Bodensees u. seiner Umgebung, H. 92, 1974, S. 211-31;
    M. Bringmann u. S. v. Blanckenhagen, Die Mosbrugger, Die Konstanzer Maler Wendelin, Friedrich u. Joseph Mosbrugger, 1974 (W-Verz. mit Abb., L);
    R. Theilmann u. E. Ammann, Die dt. Zeichnungen d. 19. Jh., Staatl.|Kunsthalle Karlsruhe, Kupf.kabinett. 1978, Nr. 2601-2761;
    Kunst in d. Residenz, Karlsruhe zw. Rokoko u. Moderne, Ausst.kat. Staatl. Kunsthalle Karlsruhe 1990, S. 108-11;
    ThB.

  • Portraits

    Mehrere Selbstbildnisse, Abb. b. M. Bringmann u. S. v. Blanckenhagen (s. L).

  • Autor/in

    Michael Bringmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Bringmann, Michael, "Mosbrugger, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 77 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119243547.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA