Lebensdaten
1788 bis 1857
Geburtsort
Bergen (Norwegen)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118843982 | OGND | VIAF: 3268054
Namensvarianten
  • Dahl, Johann Christian Clausen
  • Dahl, Johan C.
  • Dahl, I.C.
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Zitierweise

Dahl, Johann Christian Clausen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118843982.html [27.11.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Claus Trulsen (1754–1823), Fischer in Bergen, aus bäuerlichem Geschl.;
    M Else Birgithe Johns-Datter ( 1828), T eines Schneidermeisters;
    1) Dresden 1820 Emilie (1801–27), T des P. L. Heinr. v. Block, Inspektor des Grünen Gewölbes 1802-16, 2) 1830 Amalie v. Bassewitz (1794–1830);
    4 K aus 1), u. a. Johannes Siegwald (1827–1902), Tier- u. Landschaftsmaler, er malte überwiegend lebensvolle, meist farbig reizvolle Tierbilder, die von einer liebevollen u. tiefgehenden Naturbeobachtung zeugen;
    1 K aus 2).

  • Leben

    Nach 7jähriger Lehrzeit bei einem Dekorationsmaler in Bergen kam D. 1811 an die Kopenhagener Akademie. Während der Unterricht bei den Professoren, die den klassizistischen Stil N. A. Abildgaards ( 1809) nachahmten, fast ohne Bedeutung für D. blieb, gewannen die Niederländer des 17. Jahrhunderts - besonders A. von Everdingen -, die dänischen Landschaftsmaler des ausgehenden 18. Jahrhunderts und Ch. W. Eckersberg größeren Einfluß auf ihn. Am meisten aber lernte D. durch das Studium der Natur. Seine Ölstudien dieser Zeit stellen einen der ersten Versuche in der Freilichtmalerei dar. 1818 begab sich D. mit Unterstützung des dänischen Königshauses auf eine Studienreise in das Ausland. Dieser Reise wurde bereits in Dresden, einem Mittelpunkt des damaligen künstlerischen und geistigen Lebens, durch seine Heirat ein Ziel gesetzt. Hier erregte er durch den Naturalismus seiner Bilder großes Aufsehen. Viele junge Künstler fühlten sich durch den neuen Geist seiner Kunst angezogen und wurden seine Schüler. Enge Freundschaft schloß D. mit C. D. Friedrich, seinem späteren langjährigen Hausgenossen. Auf Einladung des dänischen Kronprinzen Christian Friedrich unternahm D. 1820/21 eine Reise nach Italien. Erst hier gelangte er in seinen Studien zur vollen Freiheit und Unmittelbarkeit. In ihnen sind bereits die charakteristischen Eigenwerte des späteren Impressionismus enthalten. 1824 wurde D. außerordentlicher Professor der Dresdener Akademie. Obwohl er seine neue Heimat lieb gewonnen hatte, wuchs seine Sehnsucht nach Norwegen, die in norwegischen Phantasielandschaften ihren künstlerischen Niederschlag fand. 1826 sah D. endlich seine Heimat wieder. Von nun an waren Wirklichkeitsschilderungen der norwegischen Landschaft Hauptthema seiner Kunst. 1834, 1839, 1844 und 1850 folgten weitere Reisen nach Norwegen. Seit Mitte der dreißiger Jahre bemühte er sich um das norwegische Kunstleben: Die Gründung der Nationalgalerie, der ersten Kunstvereine sowie der Altertumsgesellschaft in Norwegen ist ihm zu verdanken. D.s Ernennung zum Mitglied der Akademien von Kopenhagen (1827), Stockholm (1832) und Berlin (1835)|zeugen von der allgemeinen Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen. Er ist in Deutschland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der stärkste Verfechter des Naturalismus und - unabhängig von J. Constable - der früheste Vertreter des Protoimpressionismus. In Norwegen wird er als Begründer der norwegischen Malerei des 19. Jahrhunderts gefeiert. Durch seine zahlreichen Schüler, von denen die bedeutendsten Th. Fearnley, K. Blechen und Ch. F. Gille sind, hat er sowohl auf die norwegische wie auf die deutsche Landschaftsmalerei einen großen Einfluß ausgeübt.

  • Werke

    W in Nat.gal. Oslo, Gem.gal. Bergen, Rasmus Meyers Slg. Bergen, Nat.gal. Kopenhagen, Thorvaldsen-Mus. Kopenhagen u. in vielen dt. Galerien wie Dresden, Leipzig, Chemnitz, Berlin, München, Hamburg; Illustrationswerk: Denkmale e. sehr ausgebildeten Holzbaukunst a. d. früheren Jhh. in d. inneren Landschaften Norwegens, 1837.

  • Literatur

    ADB IV;
    A. Ziegler, in: LIZ 1858, Nr. 785 (P);
    A. Aubert, Prof. J. C. D., Kristiania 1893 (P);
    ders., Den nordiske naturfoelelse og Prof. D., ebd. 1894 (dt. 1947);
    J. Thiis, Norske malere og billedhuggere I, Oslo 1904;
    Malerkunsten i det 19. og 20. århundre, Norsk Kunsthistorie II, ebd. 1931;
    J. H. Langaard, J. C. Dahl's Verk, ebd. 1937 (P);
    E. Gudenrath, Norweg. Maler v. J. C. D. bis Edvard Munch, o. J., S. 5 ff.;
    F. Mattick, Die Pflanzendarst. d. Malers J. C. C. D., in: Repertorium specierum novarum regni vegetabilis, Beih. 111, = Beitrr. z. Systematik u. Pflanzengeogr. XVI, 1939;
    G. Zöller, J. C. C. Dahl, Diss. Würzburg 1945;
    H. Alsvik, J. C. Dahl og hans skole, in: Norges Billedkunst i det nittende og tyvende århundre I, Oslo 1951, S. 71 ff.;
    - Zu S Johs. Siegwald:
    H. Schmerber, in: BJ VII (u. Tl. 1902);
    ThB.

  • Portraits

    Ölbild v. C. W. Eckersberg, 1818 (Kunstverein Trondheim);
    Marmorbüste v. B. Thorvaldsen, 1821 (Gem.gal. Bergen);
    Ölbild v. S. Dahl, 1850 (ebd.).

  • Autor/in

    Gisela Zöller
  • Empfohlene Zitierweise

    Zöller, Gisela, "Dahl, Johann Christian Clausen" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 476 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118843982.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Dahl: Johann Christian Clausen D., Landschaftsmaler, geb. am 24. Febr. 1788 zu Bergen in Norwegen, am 14. Oct. 1857 zu Dresden. Er war der Sohn eines Seemanns und wuchs im Hause eines Geistlichen auf, der ihn für seinen Stand erzog; doch folgte er einem Zug zur Kunst und wurde zuerst Decorationsmaler. Bei seinem regen Streben gelang es ihm 1811 nach Kopenhagen in die Kunstakademie zu kommen. Er entschied sich hier für das landschaftliche Fach. 1818 ging er nach Dresden, wo seine Bilder viel Beifall fanden, und welche Stadt er, nachdem er noch Tirol und Italien besucht hatte, seit 1821 bleibend zu seinem Wohnorte wählte. Er wurde hier Mitglied der Akademie und fand in der Folge zahlreiche Schüler. In deutschen und skandinavischen Sammlungen kommen seine Bilder gegenwärtig häufig vor; einige sind gestochen worden. Oft und mit Vorliebe behandelte er in denselben Partien aus seiner nordischen Heimath, mit deren Natur er, in seiner Jugend, wie auf späteren Studienreisen, sich vertraut gemacht hatte. Seine Landschaften sind meist mehr nur Naturfragmente als abgerundete Bilder; das stoffliche Interesse aber, welches sie erregten, wie ihr frischer Naturalismus, der im wohlthuenden Gegensatz stand zu der schwärmerisch sentimentalen und akademischen conventionellen Naturauffassung der Zeit, erklärt die beifällige Aufnahme, welche sie fanden. D. führte auch die Radirnadel; man hat vier radirte Blätter von ihm, welche in Andresen's Deutschem Maler-Radirer des 19. Jahrh beschrieben sind. Noch erwarb sich D. Verdienste um die Kunstgeschichte seines Vaterlandes durch die Herausgabe der „Denkmale einer ausgebildeten Holzbaukunst in den Landschaften Norwegens“ (Dresden 1837). Die Publication gab die Veranlassung, daß ein solcher Holzkirchenbau vom König von Preußen angekauft und nach Brückeberg in Schlesien verpflanzt wurde und daß darauf in Norwegen sich ein Verein zur Erhaltung vaterländischer Alterthümer bildete. — Der Sohn des Künstlers, Siegwald Johannes D, lebt, ebenfalls als Maler, in Dresden.

  • Autor/in

    C. Clauß.
  • Empfohlene Zitierweise

    Clauß, Carl, "Dahl, Johann Christian Clausen" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 692 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118843982.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA