Lebensdaten
1708 bis 1774
Geburtsort
Kloster Welehrad (Mähren)
Sterbeort
Augsburg
Beruf/Funktion
Maler ; Miniaturist ; Kupferstecher
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118696009 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Goetz, Gottfried Bernhard
  • Göz, Gottfried Bernhard
  • Götz, Gottfried Bernhard
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Götz, Gottfried Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118696009.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    1) Augsburg 1733 Elis. Martha Lesin aus Wien, 2) 1736 Maria Eleonora Magd. v. Erdenfeld aus Nd.österr.;
    S aus 2) Franz Regis (1737-n. 1789), Maler, Kupferstecher u. Kunstverleger, T N. N., Miniaturmalerin (beide s. ThB).

  • Leben

    G. lernte zuerst bei dem Maler F. G. J. Eckstein in Brünn, wandte sich dann nach Augsburg, wo er Schüler von J. G. Bergmüller wurde. Anschließend war er dort als Geselle bei J. Rothblez tätig. Am 18.4.1733 wurde er Meister, erwarb das Augsburger Bürgerrecht und heiratete im gleichen Jahre. Er gründete einen Kunstverlag, den später sein Sohn Franz Regis übernahm. Durch Kaiser Karl VII. wurde ihm der Titel eines Hofmalers und eines Hofkupferstechers verliehen.

    Unter den hervorragenden Augsburger Malern des 18. Jahrhunderts, von denen J. E. Holzer, J. W. Baumgartner und Matthäus Günther an erster Stelle zu nennen sind, behauptet G. sich rangmäßig durch die ungewöhnliche Vielseitigkeit seiner künstlerischen Erfindungsgabe, durch die ausgezeichnete technische Beherrschung der Öl- und Freskomalerei, durch sein vorzügliches Zeichentalent und durch die farbig überaus differenzierte Art seines Kolorits. Die gleiche Leichtigkeit, mit der er Pinsel und Zeichenstift zu handhaben wußte, zeigt sich auch in der Technik seiner meist mit reichem ornamentalem Schmuck versehenen Druckgraphiken in Gestalt von Andachtsbildern, Andachtsbüchern, den Illustrationen zum „Annus dierum sanctorum“ (gemeinsam mit J. J. Klauber, um 1770), Darstellungen aus der Bibel und dem Heiligenleben, Thesenbildern und vielen Porträts geistlicher und weltlicher Fürsten. Berühmt wurde er durch eine drucktechnische Erfindung, die es ihm ermöglichte, kolorierte Kupferstiche mit gemäldeartigen Schattierungen zu versehen. Dafür verlieh ihm die Kaiserin Maria Theresia einen Freibrief und einen goldenen Gnadenpfennig. Es wird eine lohnende Aufgabe der kunstgeschichtlichen Forschung sein, sich mit dem bisher noch viel zu wenig gewürdigten erstaunlich umfangreichen Werk des Malers und Illustrators G. eingehend zu beschäftigen, der zu den besten Künstlern des deutschen Rokoko gerechnet werden darf.

  • Werke

    Weitere W u. a. Fresken in d. Kapelle d. Neuen Schlosses Meersburg, 1741;
    Fresken im Audienzsaal d. Benediktinerklosters Weingarten, 1742, 19 (ehem. 24) Bilder d. Kirchenväter im Kloster Admont/Steiermark, 1745-47;
    Entwürfe f. d. v. J. Th. Stammel geschnitzten 4 Tugendfiguren, ebd. 1746;
    Fresken d. Zisterzienser-Wallfahrtskirche Neubirnau, um 1749 [?];
    2 Ölbilder in S. Maria de Victoria, Ingolstadt, 1749;
    4 Jahreszeiten nach d. Pfeife d. Zeit tanzend, Fresko in d. ehem. Dompropstei (jetzt Regierungsgebäude), Konstanz, 1749;
    Fresken im Schloß Leitheim b. Donauwörth, 1751;
    Kreuzwegstationen in d. ehem. Zisterzienserinnen-Klosterkirche Oberschönenfeld, 1752;
    Fresken in St. Kassian, Regensburg, 1754 ff.;
    Fresken- u. Altarbilder in d. ehem. Salesianerinnen-Klosterkirche in Amberg, 1758;
    Fresko im Sommerpavillon d. Schlosses Meersburg, 1760;
    Fresken in d. Alten Kapelle, Regensburg, 1762 u. 1765.

  • Literatur

    P. v. Stetten, Erl. d. gestochenen Vorstellungen …, Augsburg 1765, S. 244;
    ders., Kunst-etc. Gesch., ebd. 1779, S. 327, 2. T., 1788, S. 204;
    E. Rüber, Der Augsburger Maler u. Kupferstecher G. B. G., Diss. Würzburg 1923;
    A. Feulner, Skulptur u. Malerei d. 18. Jh. in Dtld., 1929, S. 183 f.;
    Barock am Bodensee, Malerei, Bregenz 1963, Kat. Nr. 35-40 u. 40a, Abb. 34/35;
    Die Slg. Wilh. Reuschel, 1963, Kat. Nr. 19, S. 46 f.;
    F. J. Lipowsky, Baier. Künstler-Lex. I, 1810, S. 92 f.;
    ThB.

  • Portraits

    Selbstbildnis mit geschientem Bein im Langhausfresko v. Neubirnau, um 1749;
    dgl. stehend mit Palette als Randfigur b. d. Darst. d. 5 Sinne im Festsaal d. Schlosses Leitheim b. Donauwörth, 1751.

  • Autor/in

    Gerhard Woeckel
  • Empfohlene Zitierweise

    Woeckel, Gerhard, "Götz, Gottfried Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 586 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118696009.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA