Lebensdaten
1832 bis 1912
Beruf/Funktion
Bauingenieur
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118690620 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gerber, Johann Gottfried Heinrich
  • Gerber, Heinrich
  • Gerber, Johann Gottfried Heinrich

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Zitierweise

Gerber, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118690620.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Peter (* 1804), Tischlermeister u. Zeichenlehrer an d. Gewerbeschule in H., S d. Schreinermeisters Joh. Gg. Chrstn. in H. u. d. Regina Maria Kandler;
    M Barbara Frieder. Joh. (1803–38), T d. Schneidermeisters Joh. Chrstn. Salzmann in H. u. d. Dor. Christiana Marg. Lottes;
    München 1857 Elise (* 1835), T d. Stadtfischers Joh. Reichel in Bayreuth u. d. Johanna Dost;
    2 S, 4 T.

  • Leben

    G. studierte seit 1847 am Simon-Ohm-Polytechnikum Nürnberg sowie an der Polytechnischen Schule München. 1852 trat er in den bayerischen Staatsbaudienst, der ihn beim Eisenbahnbau Neuenmarkt-Bayreuth beschäftigte. Nach dem Examen für den höheren Staatsbaudienst (1856) wurde er mit der Bauausführung der Eisenbahnbrücke über die Isar bei Großhesselohe betraut. 1858 trat er in die Klettsche Fabrik Nürnberg, die spätere MAN, ein, bei der er nach kurzer Zeit die Leitung der Abteilung für Eisenbauten erhielt. Im Zusammenhang mit dem Bau der Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Mainz veranlaßte G. die Errichtung einer Eisenbauwerkstätte, des späteren Werkes Gustavsburg der MAN, in der Nähe der Baustelle und in einer für die Fracht von Eisen und Kohle günstigen Lage. G. übernahm die Planung und Ausführung dieser Werksanlage und die Leitung des Betriebes 1860-85, zeitweise von Nürnberg, seit 1871 von München aus. 1873 wurde das Werk in eine selbständige Firma „Süddeutsche Brückenbau AG“ mit Sitz in München umgewandelt. G. wurde ihr Vorstand. 1884 wurde diese Firma auf G.s Vorschlag aufgelöst und wieder dem Stammhaus in Nürnberg angeschlossen. G. trat dann in den Aufsichtsrat und lebte in München. - G. war vor allem konstruierender Ingenieur. Unter den Fachwerkträger-Systemen, die in den 50er und 60er Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden und unter den Namen ihrer Konstrukteure bekannt wurden, nimmt der „Gerberträger“ auch heute noch eine bedeutungsvolle Stelle ein. 1866 erhielt G. ein bayerisches Patent auf das Einlegen von Gelenken in durchgehende Träger. Dieses bildete die Grundlage für die heute noch gebräuchlichen „Gerberträger“, an geeigneten Stellen mit Gelenken versehene über mehrere Auflager hinweggehende Träger. Seit der ersten Brücke mit derartigen Trägern 1867 über die Regnitz bei Bamberg haben sich entsprechende Formen im In- und Ausland durchgesetzt, gemäß der G.schen Arbeitsweise, die Konstruktion möglichst gut den Voraussetzungen der statischen Berechnung anzupassen.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (München 1902).

  • Werke

    u. a. Das Pauli'sche Trägersystem u. seine Anwendung auf Brückenbauten, 1859;
    Die Isarbrücke b. Großhesselohe, in: Allg. Bauztg. Wien 24, 1859, S. 82;
    Die Eisenbahnbrücke üb. d. Rhein b. Mainz, 1863;
    Über Berechnung d. Brückenträger nach System Pauli, in: VDI-Zs. 9, 1865;
    Bestimmung der zulässigen Spannungen v. Eisenkonstruktionen, in: Zs. d. bayer. Architekten u. Ing. Ver. 6, 1874, H. 6;
    Bahnbrücke üb. d. Inn b. Königswarth, ebd. 8, 1876, H. 1;
    Der neue Centralbahnhof zu München, Die Einsteighallen, in: Organ f. d. Fortschritte d. Eisenbahnwesens NF 24, 1887, S. 221.

  • Literatur

    C. Matschoß, Gesch. d. Maschinenfabrik Nürnberg, in: Btr. z. Gesch. d. Technik u. Industrie 5, 1913, S. 269 f. (P);
    E. Ebert, in: Bauing. 13, 1932, S. 571;
    F. Schleicher, ebd. 32, 1957, S. 409-20 (W, L. P);
    E. Dietlein, Chronik d. Stadt Hof VIII, 1936, S. 175-93 (P);
    BJ 18 (Tl. 1912, W, L). |

  • Quellen

    Qu.: Nachlaß im Dt. Mus. München.

  • Portraits

    Gem. v. Räuber (im Bes. d. Fa. MAN), Abb. b. Dietlein, s. L.

  • Autor/in

    Walter Sbrzesny
  • Empfohlene Zitierweise

    Sbrzesny, Walter, "Gerber, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 255 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118690620.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA