Lebensdaten
1869 – 1913
Geburtsort
Darmstadt
Sterbeort
Darmstadt
Beruf/Funktion
Sozialreformer ; Begründer des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften ; Beamter ; Jurist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 11854408X | OGND | VIAF: 59875825
Namensvarianten
  • Haas, Karl Friedrich Wilhelm
  • Haas, Wilhelm
  • Haas, Karl Friedrich Wilhelm
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Zitierweise

Haas, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11854408X.html [17.08.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Frdr. Heinr. (* 1801), Gymnasialprof. (Sprachen), S d. Kaufm. Philipp in Neuchâtel/Schweiz u. d. Salome Brendly;
    M Karoline Luise (* 1813), T d. Schreinermeisters Joh. Phil. Künzel in D. u. d. Barbara Rasch;
    Alsfeld 1869 Maria (1843–1927), T d. Frdr. Kritzler (1802–77). Dr. iur., Dir. d. Oberstudiendirektion, dann Oberkonsistorialpräs. in D., u. d. Susanna Wiener;
    1 S, 2 T.

  • Biographie

    H. studierte Rechtswissenschaften in Gießen und bestand 1861 das juristische Fakultäts- und 1864 das 2. Staatsexamen. Er trat in die Verwaltung des Großherzogtums Hessen ein. 1869 wurde er Kreisassessor in Friedberg, 1874 Polizeichef in Darmstadt und 1886 Kreisrat (Landrat) in Offenbach. 1900 schied er auf eigenen Antrag aus dem Staatsdienst aus, um sich ganz seinen genossenschaftlichen Aufgaben zu widmen. – Als Mitglied der Nationalliberalen Partei gehörte H. 1881-1911 der 2. Kammer des hessischen Landtages an, deren Präsident er 1897 wurde. 1898-1912 war er auch Mitglied des Reichstages. 1911 berief der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen ihn als Repräsentanten der Landwirtschaft in die 1. Kammer. 1906 wurde H. zum ersten Präsidenten der neu errichteten Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen gewählt.

    Wie andere bedeutende Förderer der Agrarwirtschaft und des Bauerntums hatte H. von Haus aus keine unmittelbare Beziehung zur Landwirtschaft und hat auch niemals landwirtschaftliches Eigentum besessen. Mit den Sorgen und Nöten, namentlich der kleineren Bauern, die im Zeitalter der schnell fortschreitenden Entwicklung und der durch sie bewirkten Auflösung der ständisch-dörflichen Ordnung sich nur schwer behaupten konnten, kam er in seinen verschiedenen Dienststellungen als Verwaltungsbeamter in Berührung. Mit sicherem Blick für praktisch-wirtschaftliche Erfordernisse und organisatorische Möglichkeiten erkannte er, daß die ökonomische Lage der Landwirte nur durch gemeinsames Handeln gesichert und verbessert werden könne. Durch seine Initiative|wurde 1872 eine landwirtschaftliche Bezugsgenossenschaft in Friedberg gegründet. Schon ein Jahr später schlossen sich die landwirtschaftlichen Konsumvereine zum Verband der hessischen landwirtschaftlichen Konsumvereine unter dem Vorsitz von H. zusammen. 1879 wurde er Präsident des neugegründeten Verbandes der landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaften im südlichen und westlichen Deutschland. 1883 rief er die „Vereinigung der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften“ ins Leben, die sich auch auf Nord- und Ostdeutschland erstreckte und ein Vorläufer des heutigen Deutschen Raiffeisenverbandes ist. Diese damals größte landwirtschaftliche Organisation der Welt, die 1890 in „Allgemeiner Verband der landwirtschaftlichen Genossenschaften des Deutschen Reiches“ und 1903 in „Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften“ umbenannt wurde, leitete H. als Generalanwalt bis zu seinem Tode. 1907 erfolgte auf seine Anregung die Gründung des „Internationalen Bundes der landwirtschaftlichen Genossenschaften“, dessen Vorsitz er übernahm.|

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    GR (1908).

  • Literatur

    Männer, die Nahrung schufen, hrsg. v. O. Keune, 1952;
    A. Feineisen, W. H., Gestalter e. großen Idee, 1956 (Qu.).

  • Porträts

    in: Weissenberger, Der Raiffeisenmann C. W. Kaiser, 1907.

  • Autor/in

    Theodor Sonnemann
  • Zitierweise

    Sonnemann, Theodor, "Haas, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 378-379 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11854408X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA