Lebensdaten
1899 bis 1975
Geburtsort
Zürich
Sterbeort
Tegernsee (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116805188 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Martin, Kurt

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Zitierweise

Martin, Kurt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116805188.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Rudolf (s. 1);
    1928 Dr. med. Hildegard Wangrin;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    M. besuchte die Volksschule in Zürich und das Gymnasium in Karlsruhe und Freiburg (1917 Abitur). Er war dann als Soldat in Frankreich und zuletzt in Freiburg i. Br. Seit 1920 studierte er dort bei Husserl, Heidegger und Jantzen. In München wurde M. 1924 bei Heinrich Wölfflin mit einer Arbeit über „Die Nürnberger Steinplastik im 14. Jh.“ (1927) promoviert. Bei seinem Volontariat an der Mannheimer Kunsthalle 1927 förderte Gustav Hartlaub sein Interesse an zeitgenössischer Kunst. Im selben Jahr wechselte M. zum Bad. Landesmuseum nach Karlsruhe über. In der folgenden Zeit verfaßte er neben der Museumsarbeit zahlreiche Aufsätze zu unterschiedlichen Themen und vor allem den Inventarband über Schloß und Park in Schwetzingen. Daneben stellte er 1931 für Heidelberg die Ausstellung „Deutsche Dichter als Maler und Zeichner“ zusammen. 1934 wurde M. zum Direktor der Staatl. Kunsthalle Karlsruhe ernannt. Er trat an die Stelle von Adolf Bühler, der seit 1933 in linientreuem Übereifer das internationale Ansehen der Sammlung schwer geschädigt hatte. M. schloß zunächst das Museum, um es umfangreich renovieren zu lassen und die Bestände neu zu ordnen. Es wurde erst 1939 wieder geöffnet, bei Kriegsbeginn mußten die Bestände jedoch ausgelagert werden. Seit 1934 leitete M. auch das neue Bad. Armeemuseum, dessen Bestände er zusammen mit Oberst Erich Blankenhorn (1878–1963), dem Schöpfer und langjährigen Leiter des Historischen Museums Schloß Rastatt, zusammengetragen hatte. Seit 1940 betreute M. auch in der Generaldirektion der Oberrhein. Museen in Straßburg die z. T. wegen Luftangriffen geborgenen Museumsbestände und kirchlichen Kunstwerke im Elsaß. Dabei wurden Plastiken und mittelalterliche Kirchenfenster photographisch und wissenschaftlich erfaßt. Ebenso nahm M. Untersuchungen am ausgelagerten Isenheimer Altar vor; die elsäss. Museen bereicherte er durch sinnvolle Ankäufe. Seit den 30er Jahren hatte M. auch Lehraufträge an den Universitäten Heidelberg und Straßburg sowie an der TH Karlsruhe übernommen. Nach dem Krieg konnte er in beiden Besatzungszonen Badens tätig werden: in Karlsruhe bei der Rückführung des Museumsguts und dem Wiederaufbau der Kunsthalle und im Freiburger Landesamt für Museen, Sammlungen und Ausstellungen. Für einen internationalen Künstleraustausch setzte er sich früh ein. Bei der Gründung der Musikhochschule in Freiburg wie bei der Wiederaufnahme der Donaueschinger Musiktage war M. maßgebend beteiligt. 1947 zeigte er in St. Gallen die bis dahin verpackten Hauptwerke der Karlsruher Kunsthalle. 1948 betreute er die Ausstellung deutscher Kunst in einigen Städten der USA. Der 1951 wieder eröffneten Kunsthalle gliederte er nach amerikan. Anregungen eine Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit an, die erste in Deutschland. M. war Mitbegründer des International Council of Museums und 15 Jahre Leiter von dessen deutschem Nationalkomitee. Bei der Zusammenstellung deutscher Ausstellungen im Ausland beriet er das Auswärtige Amt. 1956 wechselte er als Direktor zur Akademie der Künste über. Im nächsten Jahr erfolgte die Ernennung zum Generaldirektor der Bayer. Staatsgemäldesammlungen. Auch in München mußten die Bestände neu geordnet und durch Erwerbungen und Stiftungen Lücken, vor allem in der modernen Abteilung, geschlossen werden. Für einige Städte Bayerns wurden auf seine Anregungen hin Gemälde aus Depots zu Zweiggalerien zusammengestellt und diese mit Katalogen versehen. Als Berater und Mitglied des Arbeitsausschusses setzte er sich für die ersten documenta-Ausstellungen in Kassel ein, ebenso für die künstlerischen Bereiche bei den Olympischen Spielen 1972 in München|

  • Auszeichnungen

    Bayerischer Verdienstorden (1963), Dr.-lng. E. h. (TH Karlsruhe 1964).

  • Werke

    Weitere W u. a. Dt. Dichter als Maler u. Zeichner, Ausst.kat. Heidelberg 1931;
    Die Kunstdenkmäler d. Ghzgt. Baden X, Kr. Mannheim, 2. Abt., Stadt Schwetzingen, 1933;
    Jacob Burckhardt u. d. Karlsruher Gal. (Briefe u. Gutachten), 1941;
    Bildnisse d. Fam. v. Hans Thoma, Bilder u. Selbstzeugnisse, 1947;
    Grünewalds Kreuzigung d. Karlsruher Gal. in d. Beschreibung v. Joris Karl Huysmans, 1947;
    Ausst.kat., Malerei u. Plastik im MA aus Südwestdtld., Freiburg 1946. Baden-Baden 1947;
    Die Erschießung Kaiser Maximilians v. Mexiko v. Edouard Manet, 1948;
    Die Meister franz. Malerei d. Gegenwart, 1948 (mit M. Jardot);
    Hans Baldung Grien, Skizzenbuch: „Karlsruher Skizzenbuch“, 1950, 21959;
    Ausst.kat. Karl Hofer, Karlsruhe, Hamburg, 1954;
    Kunst d. Abendlandes, 4 Bde. (Kunstatlas), 1955-62;
    Die Otton. Wandbilder d. St. Georgskirche in Reichenau-Oberzell, 1961, 21975;
    Die Alte Pinakothek, 1961, 1962;
    Schicksale d. Isenheimer Altars, Erinnerungen aus d. Zeit v. 1936–45, in: Cahiers Alsaciens d'Archéologie, d'Art et d'Histoire, 1967;
    Die Alexanderschlacht v. Albrecht Altdorfer, 1969;
    Erinnerungen an d. franz. Kulturpol. in Freiburg nach d. Krieg, 1974.

  • Literatur

    J. Lauts, in: Kunstchronik 28, 1975;
    E. Schulze-Battmann, in: Bad. Biogr. NF 1, 1982, S. 204-06.

  • Portraits

    Kopfplastik v. B. Heiliger (1958, 2 Fassungen, Staatl. Kunsthalle Karlsruhe u. Fam.bes.);
    Phot. in Artikeln u. Nachrufen.

  • Autor/in

    Elfriede Schulze-Battmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Schulze-Battmann, Elfriede, "Martin, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 281 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116805188.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA