Lebensdaten
1765 bis 1831
Geburtsort
Simmozheim (Schwarzwald)
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
Astronom ; Physiker ; Geodät ; Mathematiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116232897 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bohnenberger, Johann Gottlieb Friedrich von
  • Bohnenberger, Johann Gottlieb von
  • Bohnenberger, Johann Gottlieb Friedrich von
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Zitierweise

Bohnenberger, Johann Gottlieb von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116232897.html [21.07.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gottlieb Christoph (1732–1807), Pfarrer und physikalischer Dilettant. S des Gerichtsverwalters Johann in Neuenbürg und der Helene Marie Vellnagel aus Leonberg;
    M Johann Friederike, T des Amtspflegers Franz Schmid in Neuenbürg;
    Altburg 1798 Johann Christine Phil. ( 1821), T des Georg Philipp Luz, Förster in Naißlach, und der Henr. Louise Vischer;
    2 S, 2 T; Ur-E Karl s. (2).

  • Leben

    B. studierte im Stift Tübingen Theologie, wurde 1789 Vikar, 1798 außerordentlicher und 1803 ordentlicher Professor in Tübingen, nachdem er schon 1795 durch seine Abhandlung über geographische Ortsbestimmung bekannt geworden war. Nach ihm benannt sind ein Elektrometer und eine Schwungmaschine. 1811 beschrieb er das von ihm erfundene Reversionspendel, nachdem er schon früher mit Untersuchungen über die Bestimmung von Instrumentalfehlern zur Verbesserung der astronomischen Beobachtungen beigetragen und den Quecksilberhorizont eingeführt hatte. Sein Hauptwerk ist die wissenschaftliche Fundierung und Leitung der württembergischen Landesvermessung von 1818 bis zu seinem Tode. In der Schrift „De computandis dimensionibus trigonometricis…“ (1826) entwickelte er die Formeln zur Abbildung der Erdoberfläche auf die Schmiegungskugel. Die von ihm zusammen mit J. A. Amman herausgebrachte „Charte von Schwaben“ (Tübingen 1798) kann als Vorarbeit zur Landesvermessung angesehen werden.

  • Werke

    Anleitung z. geogr. Ortsbestimmung, Göttingen 1795;
    Lehrb. d. Astronomie, 1811;
    Hrsg.: Zs. f. Astronomie u. verwandte Wiss., 1816–18;
    s. a. Pogg. I.

  • Literatur

    ADB III (W), V, XV;
    A. Brill, in: Aus. d. Schwarzwald 5, 1897. S. 46-48, 61-64, 79-82;
    H. Staigmüller, in: Württ. Vjschr. f. Landesgesch., NF 12, 1903, S. 237-239;
    C. Regelmann, in: Mitt. d. Württ. Landesverbandes d. Keplerbundes, Nr. 4, 1915, S. 16 bis 22;
    V. Komerell, in: Lb. Schwaben I, S. 38 bis 53 (L, P);
    Heyd II. S. 328, IV, S. 265, VI, S. 226 (L). - Zu Gottlieb Christoph: Ersch-Gruber XI, 1823, S. 327 f.;
    Meusel, Gel. Teutschland I, S. 368f., IX, S. 117;
    Cat. of scientific papers I, London 1867, S. 457;
    Pogg. II.

  • Autor/in

    Franz A. Bundschuh
  • Empfohlene Zitierweise

    Bundschuh, Franz A., "Bohnenberger, Johann Gottlieb von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 421 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116232897.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bohnenberger: Johann Gottlieb Friedrich v. B., wurde geboren 5. Juni 1765 zu Simmozheim im Schwarzwald, 19. April 1831. Er studirte an der Universität Tübingen Theologie, wurde 1786 Magister, 1789 Pfarrvicar in Altburg; 1793 machte er Reisen nach Gotha zu dem Director der Seeberger Sternwarte Baron v. Zach und nach Göttingen; 1796 wurde er Adjunct der Sternwarte in Tübingen, 1798 außerordentlicher Professor der Mathematik und Astronomie, 1803 ordentlicher Professor. Seinen Ruf als|Astronom begründete er 1795 durch sein viel als Lehrbuch gebrauchtes Werk: "Anleitung zur geographischen Ortsbestimmung", 1795. Als Mathematiker publicirte er 1811 die "Anfangsgründe der höhern Analysis", als Astronom im selben Jahre sein "Lehrbuch der Astronomie", in welchem er das von ihm erfundene Reversionspendel beschreibt. Nach dem Aufhören der astronomischen Zeitschrift "Monatliche Correspondenz" von Zach gab er mit Lindenau von 1816 bis 1818 die "Zeitschrift für Astronomie und verwandte Wissenschaften" heraus, in welcher von ihm verschiedene astronomische Abhandlungen über die Präcession der Sterne, Berechnung achromatischer Objective, Berichtigung des Mittagsfernrohrs etc. enthalten sind. Er führte in die Astronomie einen wichtigen Hülfsapparat zur Bestimmung von Instrumentalfehlern, den Quecksilberhorizont, ein. Auch als Physiker hat er verschiedene Abhandlungen in Gilbert's Annalen publicirt, u. a. Versuche über das Gewicht des Wassers, über das gleichzeitige Sieden und Gefrieren des Wassers in sehr verdünnter Luft, Versuche mit elektrischen Zamboni'schen Säulen etc. Als Geodät hat er sich ausgezeichnet, indem er eine Landesvermessung Würtembergs unternahm und mit Amman eine Karte von Schwaben in 60 Blättern herausgab. Die Landesvermessung Würtembergs ist nach seinem Tode im J. 1858 von Kohler publicirt. Basismessung und Haupttriangulation sind unter seiner Leitung und nach seinen Vorschriften ausgeführt. Astronomische Beobachtungen und Aufsätze finden sich in Bode's Jahrbüchern, in Zach's Monatlicher Correspondenz, der schon erwähnten Zeitschrift von ihm und Lindenau, und in den ersten acht Bänden der Astronomischen Nachrichten.

    • Literatur

      Beschreibung der Geschichte der Stadt und Universität Tübingen von Eisenbach, Tübingen 1822.

  • Autor/in

    Bruhns.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bruhns, Christian, "Bohnenberger, Johann Gottlieb von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 81-82 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116232897.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA