Lebensdaten
erwähnt 1048 oder 1047 , gestorben 1075
Beruf/Funktion
Bischof von Lüttich
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 115725059 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dietwin von Lüttich
  • Deoduinus (in der ADB)
  • Theoduinus (in der ADB)
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Zitierweise

Dietwin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115725059.html [20.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus vornehmer bayerischer Fam.; Verwandter Kaiser Heinrich III. ( 1056).

  • Leben

    Von Heinrich III. zum Bischof ernannt, gelang es D. sehr bald, in seinem Bistum und dem unruhigen Lothringen festen Fuß zu fassen. Schon seit 1049 griff er immer wieder - wie seine Vorgänger - zugunsten des Reiches erfolgreich in die kriegerischen Auseinandersetzungen seiner Nachbarn ein, wenn es notwendig war auch an der Spitze eines Heeres (gegen Dietrich von Holland, Gottfried II. den Bärtigen von Lothringen und andere). Seine unbedingte Treue zum König - auch wenn er dadurch den Unwillen Gregors VII. auf sich zog - und sein Einfluß auf ihn waren so bekannt, daß 1071 die Gräfin Richilde vom Hennegau ihm ihr Allod als Lehen auftrug, damit sie die Hilfe des Königs gegen ihren Schwager Robert den Friesen gewinne, jedoch gelang es seinen Nachfolgern nicht, die Lehnsoberhoheit über den Hennegau auf die Dauer zu behaupten. Aus dem gleichen Grunde vertraute Heinrich IV. 1075 während des Feldzuges gegen die Sachsen D.s Obhut die Königin Berta an, obwohl dieser 1071 in den Verhandlungen in Lüttich über den Streit zwischen EB Anno von Köln und dem Kloster Stablo den König veranlaßt hatte, die Schenkung des Klosters Malmedy an Anno rückgängig zu machen. - In dem berühmten Privileg für Huy (1066) regelte D. unter anderem wohl erstmalig die Rechtsstellung der zugewanderten Unfreien in einer Stadt. Wenn auch D. der Frage nach dem Verhältnis der beiden Gewalten (Kaisertum - Papsttum) zueinander, die seinen Vorgänger Wazo so beschäftigt hatte, fremd gegenüberstand, so fehlte ihm nicht das Verständnis für die Wissenschaft und die Verpflichtung, sie zu fördern. Wie unter seinen Vorgängern blühte die Lütticher Domschule. Er ließ wie Wazo dem Lütticher Chronisten Anselm ( 1056) seine besondere Fürsorge angedeihen, unter ihm waren so hervorragende Männer wie Friedrich von Lothringen (später Papst Stephan IX.) und Hermann (später Bischof von Metz) Mitglieder des Domkapitels.

  • Literatur

    E. Steindorff, Jhb. d. Dt. Reiches unter Heinr. III., 2. Bd., 1881, = Jbb. d. Dt. Gesch.;
    G. Meyer v. Knonau, Jbb. d. Dt. Reiches unter Heinr. IV. u. Heinr. V., 1. u. 2. Bd., 1890/94, = Jbb. d. Dt. Gesch.;
    H. Sproemberg, Die Bischöfe v. Lüttich im 11. Jh., Diss. Berlin 1914;
    E. de Moreau, Hist. de l'église en Belgique I, Brüssel 1940. S. 341 f.;
    W. Reese, Die Niederlande u. d. dt. Reich, 1942;
    Wattenbach-Holtzmann I.

  • Autor/in

    Hans Jürgen Rieckenberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Rieckenberg, Hans Jürgen, "Dietwin" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 703-704 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115725059.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Deoduinus oder Theoduinus, ein Verwandter Kaiser Heinrichs III., war von 1047—1075 Bischof in Lüttich und schrieb: „Epistola ad Henricum Galliae regem de corpore et sanguine Domini“.

    • Literatur

      Mabillon, Tom. IV. Analect.

  • Autor/in

    Th. Wenzelburger.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wenzelburger, Theodor, "Dietwin" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 58 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115725059.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA