Lebensdaten
1752 bis 1815
Geburtsort
Canstein
Sterbeort
Canstein
Beruf/Funktion
kurkölnischer Staatsmann ; Weihbischof ; Landdrost des Herzogtums Westfalen ; kurkölnischer Kammerpräsident ; Kurator der Universtät Bonn
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 104161612 | OGND | VIAF: 61982054
Namensvarianten
  • Spiegel zum Desenberg und Canstein, Franz Wilhelm Freiherr von
  • Spiegel zum Desenberg, Franz Wilhelm Freiherr von
  • Spiegel zum Desenberg und Canstein, Franz Wilhelm Freiherr von
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Spiegel zum Desenberg, Franz Wilhelm Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104161612.html [27.11.2020].

CC0

  • Leben

    Spiegel: Franz Wilhelm Freiherr S. zum Desenberg-Canstein, geb. am 30. Januar 1752 zu Canstein, Amt Marsberg in Westfalen, als Sohn des kurfürstl. Kölnischen Geheimen Rathes und Landdrosten in Westfalen Theodor Hermann v. S. z. D., zu Canstein am 6. August 1815. Bis zum zehnten Jahre wurde er durch einen Hausgeistlichen unterrichtet, war sechs Jahre Zögling des Pageninstituts zu Bonn, studirte zwei Jahre in Löwen die Rechte, hieraus nach der Ernennung zum Kammerherrn bis 1775 die Rechtswissenschaft und Geschichte in Göttingen. Zwei Jahre bekleidete er die ihm verliehene Stelle am Hofrathscolleg zu Bonn, trat in den Clerus und erhielt ein Canonicat zu Münster, ein zweites zu Hildesheim, machte eine Reise nach Rom und wurde 1779 nach seines Vaters Tode zu dessen Nachfolger im Amte des Landdrosten bestellt. Als solcher hat er sich um die Zustände des Herzogthums sehr verdient gemacht. Der Kurfürst Max Franz erhob ihn zum Conferenzrath, zum Präsidenten der Kammer, der Oberschul-Commission, Directoc des Hofbauwesens u. s. w. In dieser Thätigkeit hat er durch Besserung des Rechnungswesens, Beseitigung bezw. Verlegung an die Grenze der Binnenzölle, staatliche Verwaltung des Zollwesens statt der Verpachtung u. A. sich wesentliche Verdienste erworben. Am 26. Juli 1786 zum Präsidenten des Akademierathes ernannt hat er wesentlich zur Ausführung der im Zuge befindlichen Stiftung der Universität zu Bonn beigetragen, an deren Eröffnungstage (20. November) er auch eine Rede hielt, welche den Geist der Stiftung kennzeichnet; für diesen sind ebenfalls seine späteren alljährlich am Eröffnungstage gehaltenen Reden von Bedeutung Eine wegen seiner Rede vom Domcapitel in Köln angestrengte Beschwerde hatte für ihn keinen weiteren Nachtheil. Er behielt das volle Vertrauen des Kurfürsten, erwarb sich auch ein Verdienst durch den befolgten Rath, keine französischen Flüchtlinge aufzunehmen. Zuletzt war er Vorsitzender der beim Ausbruche des Krieges ernannten Militair-Commission. Auch nach dem Tode des Kurfürsten behielt er für den nicht von Frankreich occupirten Theil des Kurfürstenthums die Leitung der Regierungsgeschäfte, bis er nach dem Reichsdeputationshauptschlusse 1803 sich auf sein Landgut Canstein zurückzog. Er war als Staatsbeamter und Mensch hervorragend, reich an Kenntnissen und von unermüdlichem|Fleiße. An Schriften hinterließ er: „Das Grab der Bettelmönche“ 1781. — „Nicht mehr und nicht weniger als 12 Aposteln“ Mietau 1781. (Fortsetzung jener). — Biogr. Skizze des Kurf. von Köln, Erzh. Maximilian Franz in v. Schirach, Polit. Journal 1801 Oct. — „Betrachtung über das im Herz. Westfalen erlassene Vermögenssteuer-Edict", 1804, eine Schrift, welche die baldige Zurücknahme dieses Edicts veranlaßte. — „Ein Wort zu seiner Zeit" 1814. Aufsähe im „Westfälischen Anzeiger“, „Reichsanzeiger“, Häberlin's Staats-Archiv u. s. w.

    • Literatur

      Seibertz, Westfälische Beiträge II, 147—155, der nach der Anmerkung S. 147 auf den Mittheilungen des Amtmanns Philipp: in Canstein fußt. — C. Varrentrapp, Beiträge zur Geschichte der Kurkölnischen Universität Bonn. Bonn 1868. 4, Seite XI ff., wo die Nachweise über die Reden u. s. w.

  • Autor/in

    v. Schulte.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schulte, von, "Spiegel zum Desenberg, Franz Wilhelm Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 35 (1893), S. 155-156 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104161612.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA