Lebensdaten
1798 - 1848
Geburtsort
Burgsteinfurt
Beruf/Funktion
Schulmann ; Historiker ; Philologe ; Lehrer
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 140194622 | OGND | VIAF: 32347986
Namensvarianten
  • Wiens, Eberhard

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Wiens, Eberhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140194622.html [24.10.2021].

CC0

  • Leben

    Wiens: Eberhard W., Dr. phil., war im März 1798 zu Burgsteinfurt geboren. Nachdem er das Gymnasium zu Münster besucht und dort bereits als einer der talentvollsten Jünglinge gegolten hatte, studirte er in Berlin Philologie und kehrte 1821 als Lehrer der griechischen Sprache und Geschichte an das Münsterische Gymnasium zurück, dem er — seit 1831 Professor — bis zu seinem am 30. März 1848 erfolgten Tode ununterbrochen seine Kräfte widmete. Mit vorzüglichen Anlagen und einer anerkannten Lehrgabe ausgestattet, zählte er zu den beliebtesten und einflußreichsten Lehrern der Anstalt, wurde aber auch durch seine litterarische Thätigkeit weiteren Kreisen bekannt. In den Jahren 1827, 1840 und 1851 besorgte er neue Auflagen von Kistemaker's|griechischer Sprachlehre (1791), 1834 und 1839 erschienen seine Untersuchungen über den Ursprung des Futurs und der Conditionale im Spanischen und Portugiesischen, 1837 solche über die Bedeutung des griechischen Optativs und Conjunctivs in Bedingungssätzen, und 1838 und 1846 bestimmte ihn seine große Liebe zur Musik, die ihn schon 1832 den Gesangunterricht und die Orgelbegleitung in der Schulmesse hatte übernehmen lassen, zur Herausgabe der Melodieen zum Gymnasialgesangbuch. Auf historischem Gebiete verdanken wir ihm außer einer Programmabhandlung über die Unternehmungen Kaiser Karl's V. gegen die Raubstaaten Tunis, Algier und Mehedia (1832), die er 1844 durch eine Schrift über das Leben der Korsaren Horuck und Hairadin Barbarossa vervollständigte und einer Geschichte des Münsterischen Bischofs Franz Arnold V. Metternich (Westfäl. Zeitschr. 1843, VI, 127—152) noch mehrfache Beiträge zur Geschichte des Bischofs Christoph Bernhard v. Galen, nämlich: 1) eine Sammlung fragmentarischer Nachrichten (1834) zur Berichtigung der Biographie von Joh. v. Alpen; 2) eine Ausgabe des Surmondt'chen Cantus triumphalis (1839); 3) Beiträge zur Geschichte der Verschwörung des Adam v. d. Kette (Westfäl. Zeitschr. IV, 1841, S. 289—321); 4) Nachrichten zur Charakteristik der Pestzeit von 1666 und über die ärztliche Behandlung dieser Krankheit, sowie Rechtfertigung einiger Klagen des Fürstbischofs über die Verräthereien der Generalstaaten (1843); 5) Die Belagerung der Stadt Münster im J. 1661 (Westfäl. Zeitschr. X, 1847, S. 170—189). In der letzteren Abhandlung gibt W. tagebuchartige Aufzeichnungen aus einer gleichzeitigen Handschrift wieder, die sich aber nicht, wie er meint, auf das Jahr 1661, sondern 1657 beziehen. Cultur- und litterarhistorisch recht interessant sind Wiens' sieben Beiträge zur Geschichte des Münsterischen Schulwesens (1839), deren Veröffentlichung um so werthvoller wurde, als die darin zum Abdruck gelangten Originale jetzt meist verschollen sind.

    • Literatur

      Vgl. Gymnas.-Progr. Münster 1848, S. 37.

  • Autor/in

    P. Bahlmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bahlmann, P., "Wiens, Eberhard" in: Allgemeine Deutsche Biographie 42 (1897), S. 423-424 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140194622.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA