Lebensdaten
1874 bis 1923
Geburtsort
Sankt Julian (Rheinpfalz)
Sterbeort
Berlin-Charlottenburg
Beruf/Funktion
Maschinenbauer ; Schiffbautechniker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 140128735 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gümbel, Ludwig Karl Friedrich
  • Gümbel, Ludwig
  • Gümbel, Ludwig Karl Friedrich
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Zitierweise

Gümbel, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140128735.html [18.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Ludw. (1842–1911), Pfarrer in St. J., dann Gymnasialprof. in Speyer, S d. Ludw. Chrstn. (1806–75), Dr., Rentmeister, Vf. e. Denkschr. „Verarmung d. Bauernstands im Rheinland“ (im Staatsarchiv Speyer), u. d. Juliane Jacoby;
    M Julie (1844–1925), T d. Karl Koch (1806–1900), Historienmaler (s. ThB), u. d. Julie Wollenweber;
    Groß-Ov Theodor (s. 2), Wilhelm (s. 3);
    1902 Olga Cath. (* 1882), T d. Großkaufm. Dietz in New York;
    3 S, 1 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums in Speyer arbeitete G. auf der Werft Wilhelmshaven und machte mehrere Seereisen als Maschinenassistent. 1894-98 studierte er an der TH Berlin, wo er die Prüfungen mit Auszeichnung bestand. Schon in dieser Zeit zeigte er seine Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse auf die praktische Konstruktion anzuwenden. Er veröffentlichte Arbeiten über Stabilität (Transactions of the Institution of Naval Architects, London 1898) und unternahm Untersuchungen über den Massenausgleich von Schiffsmaschinen auf der bekannten Werft von Harland und Wolf in Belfast. Nach Beendigung seines Studiums trat er zunächst bei der Schichau-Werft in Elbing und dann bei der Hamburg-Amerika-Linie ein, wo er zuletzt Bürochef der Maschinenbauabteilung war. Dann wurde er 1906 Stellvertretender Direktor bei den Atlas-Werken in Bremen und folgte im Oktober 1910 einem Ruf als Ordinarius an die TH Berlin, wo er kurz vorher mit einer Arbeit über „Fabrikorganisation unter spezieller Berücksichtigung der Anforderungen der Werftbetriebe“ promoviert hatte. Seine Vielseitigkeit, seine grundlegenden Kenntnisse in der Physik, sein Blick für technische und wirtschaftliche Zweckmäßigkeit befähigten ihn, auf sehr verschiedenen Gebieten der Technik bedeutsame Leistungen durchzuführen. In einem umfassenden Vortrag vor der Schiffbautechnischen Gesellschaft (STG) behandelte er transversale Schwingungen des Schiffskörpers. Kurz darauf begann er seine Untersuchungen über „Torsionsschwingungen von Schiffswellen“ (VDI-Zeitschrift 1912 und 1922). In dieser Zeit begann er seine Arbeit auf hydrodynamischem Gebiet. In zwei Vorträgen vor der STG behandelte er den Reibungswiderstand der Schiffe und die Theorie des Schraubenpropellers.

    Von besonderer Bedeutung aber waren die Untersuchungen über die Schmierung der Maschinen, die schließlich zur Aufstellung von Regeln über Konstruktion der Lager führten. Diese Arbeit hat den gesamten Maschinenbau in Deutschland und im Ausland befruchtet und ist wohl sein bedeutendstes Werk. – Die Fähigkeit G.s, die wissenschaftlichen Grundlagen der technischen Probleme zu erkennen, führte ihn auf weitere Gebiete der Technik. Er veröffentlichte Arbeiten über Knicksicherheit von schlanken Stäben, über Beulsicherheit und Aussteifung von Schalen, Beanspruchung rechteckiger Platten und den Bau von Dampfkesseln. – Am 1. Weltkrieg nahm er über 3 Jahre als Kompagnieführer in schweren Kämpfen teil, bis die Marine ihn zum Aufbau der U-Bootflotte zurückrief, wo er wichtige Tätigkeiten für die Kriegsführung übernahm.

  • Werke

    Weitere W u. a. Ebene Transversalschwingungen freier Stabförmiger Körper mit variablem Querschnitt u. beliebiger symmetr. Massenverteilung unter d. Einwirkung period. Kräfte mit spezieller Berücksichtigung d. Schwingungsproblemes d. Schiffbaues, in: Jb. d. Schiffbautechn. Ges., 1901;
    Fabrikorganisation mit spezieller Berücksichtigung d. Anforderungen d. Werftbetriebe, ebd., 1910;
    Das Problem d. Oberflächenwiderstandes, ebd., 1913;
    Das Problem d. Schraubenpropellers, ebd., 1914;
    Der Einfluß d. Schmierung auf d. Konstruktion, ebd., 1917.

  • Literatur

    Jb. d. Schiffbautechn. Ges. 25, 1924, S. 37;
    VDI-Zs., 1923, S. 762 (W, P);
    Werft, Reederei, Hafen, 1923, S. 199;
    Zs. z. Gesch. d. Technik, 1923, S. 762;
    E. Everling, in: DBJ V, S. 143-45 (W, L, u. Tl. 1923, L);
    Techn. Lex., 1920, Sp. 232 f.

  • Autor/in

    Georg Schnadel
  • Empfohlene Zitierweise

    Schnadel, Georg, "Gümbel, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 258 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140128735.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA