Lebensdaten
1905 bis 1962
Geburtsort
Freiburg (Breisgau)
Sterbeort
Bonn
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 139198962 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Riezler, Wolfgang

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Zitierweise

Riezler, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139198962.html [20.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Erwin (s. 2), S d. Sigmund Rr. v. R. (s. 1);
    M Lila Ratzel;
    Ov Walter (s. 3), Kurt (s. 4);
    1931/32 Lilly Baxmann (ev.);
    2 S, 4 T.

  • Leben

    R. studierte 1923-29 Physik an den Universitäten Erlangen und München, wo er 1929 bei Wilhelm Wien (1864–1928) mit einer Arbeit über den Dopplereffekt an homogenen Wasserstoffkanalstrahlen promoviert wurde. 1929-31 arbeitete er mit einem Stipendium der „Notgemeinschaft der Dt. Wissenschaft“ in Freiburg/Br., 1930/31 war er zudem Research Student am Cavendish Laboratorium in Cambridge (England) bei James Chadwick (1891–1974) und Ernest Rutherford (1871–1937). Es folgte eine Assistentenzeit an der Univ. Rostock bei Christian Füchtbauer (1877–1959), mit dem er nach seiner Habilitation 1935 an das Physikalische Institut der Univ. Bonn wechselte (apl. Prof. 1943). 1942-44 leitete er in Paris die Arbeiten am Zyklotron von Frederic Joliot-Curie (1900–58) im Collège de France. Nach dem 2. Weltkrieg baute R. unter Walther Gerlach (1889–1979) das Bonner Physikinstitut wieder auf und vertrat dort seit 1948 das Ordinariat für Experimentalphysik; 1952 wurde er ao. und 1953 o. Professor sowie Direktor des neu zu errichtenden Instituts für Strahlen- und Kernphysik.

    R.s Hauptforschungsgebiet wurde – nach ersten festkörperphysikalischen Arbeiten – die Kernphysik. Er arbeitete über α-Teilchen und thermische Neutronen und untersuchte in Zusammenarbeit mit Medizinern die therapeutische und diagnostische Nutzung der Radioaktivität (radioaktive Indikatoren). Die Pariser Erfahrungen nutzte er 1954-58 beim Aufbau eines Synchrozyklotrons für Deuteronen im Bonner Institut; gezielt suchte er mit Hilfe fotographischer Emulsionen nach langlebigen natürlich radioaktiven Isotopen. R.s Hauptwerk ist seine „Einführung in die Kernphysik“ (1937, 61958, russ. 1948). R. war Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen“ sowie Leiter der „Kommission zum Schutz der Zivilbevölkerung“ beim Bundesinnenministerium. 1957 gehörte er zu den Unterzeichnern der „Göttinger Erklärung“ gegen die Atombewaffhung der Bundeswehr.

  • Herausgeber

    Hg.: Kerntechnik – Physik, Technol., Reaktoren, 1958 (mit W. Walcher).

  • Literatur

    E. Bodenstedt, in: Physikal. Bll. 18, 1962, S. 512 f.;
    B. Jaeckel u. W. Paul, in: Bonner Gel., Btrr. z. Gesch. d. Wiss. in Bonn, Math. u. Naturwiss., 1970, S. 96 f. (P);
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Horst Kant
  • Empfohlene Zitierweise

    Kant, Horst, "Riezler, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 619 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139198962.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA