Lebensdaten
1786 bis 1848
Geburtsort
Magdeburg
Sterbeort
Stettin
Beruf/Funktion
Forstmann
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 138373930 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyerinck, Heinrich Eugen von
  • Meyerinck, Heinrich von
  • Meyerinck, Heinrich Eugen von

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Zitierweise

Meyerinck, Heinrich von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138373930.html [23.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1755–92), preuß. Major, S d. Dietrich (1701–75), auf Leuenberg, preuß. Gen.lt., Kdt. v. Berlin (s. Priesdorff I, S. 352 f.), u. d. Wilhelmine v. Herold (1726–1809);
    M Sophie v. Biedersee (1764–1820);
    Trebnitz/Saale 1810 Pauline (1790–1854), T d. preuß. Majors Wilhelm v. Rauchhaupt (1757–1805) u. d. Henriette v. Rohr ( 1823);
    4 K (1 früh †), Richard (1812–89), preuß. WGR, Oberjägermeister Kaiser Wilhelms I., Hofmarschall d. Prinzen Friedrich Carl v. Preußen, Hubert (1827–1900) preuß. Gen., (s. Priesdorff IX, S. 405 f., P), Nanny (1811–80, Wilhelm v. Zollikofer u. Altenklingen, 1783–1868, preuß. Gen. d. Kav., s. Priesdorff V, S. 157 f.);
    Ur-E Hubert (s. 2).

  • Leben

    Seine schulische Ausbildung erhielt M. im Kloster Bergen bei Magdeburg. 1802-06 diente er beim Königsregiment in Potsdam, 1807-12 war er anhalt-köthenscher Kammorherr. 1813 trat er bei den Pommerschen Husaren ein und wurde Adjutant des Prinzen von Schweden, Jean Baptiste Bernadotte, seit 1815 war er Adjutant beim General v. Borstell, mit dem zusammen er in Paris einzog. Als Rittmeister nahm er nach Kriegsende seinen Abschied und studierte anschließend in Halle Naturwissenschaften, u. a. bei Nitsch, Kurt Sprengel und dem Entomologen F. Germar. Nach der 1817 abgelegten Försterprüfung erhielt M. 1818 eine Anstellung als Oberförster in Grüneberg/Elbe. 1823 wurde ihm die Leitung der Oberförsterei Lödderitz bei Dessau übertragen, der er bis 1844 vorstand, seit 1829 als Forstmeister. Als Oberforstmeister wurde er 1845 nach Stettin versetzt, wo er bis zu seinem Tod blieb.

    In den mehr als 20 Jahren, die M. in Lödderitz tätig war, machte er aus dem vernachlässigten, durch Sommer-Überschwemmungen und Fröste gefährdeten Revier einen Musterbetrieb mit beträchtlichen Einnahmen. Lödderitz wurde beliebtes Exkursionsziel und zog zahlreiche Fachleute, u. a. J. T. C. Ratzeburg und den Forstklassiker W. Pfeil, immer wieder an. Viele Forstleute, die später bedeutende Stellungen einnahmen, erhielten in Lödderitz durch M. eine erste praktische Einführung in die Forstwirtschaft. Unter Beachtung von Standort- und Klimaverhältnissen legte M. zahlreiche neue Kulturen an und führte in den vorhandenen Beständen gezielte Pflegemaßnahmen durch; dabei galt sein besonderes Interesse, auch aus ökonomischen Gründen, der schwer zu kultivierenden Eiche, sowie Ulme und Weide. M. förderte auch den Obstanbau und befaßte sich mit Uferbauten.

    In vielbeachteten Aufsätzen legte M. seine Erfahrungen bei der Bestandsbegründung und -pflege sowie bei der Nutzholzerziehung nieder. Seine vielseitigen naturwissenschaftlichen Interessen zeigten sich auch in seinen genauen Beobachtungen an Insekten, meist Forstschädlingen, die zum Gedankenaustausch mit führenden Entomologen und zu eigenen Veröffentlichungen in naturwissenschaftlichen und forstlichen Zeitschriften führten. Schon 1827 publizierte die Naturforschende Gesellschaft zu Berlin in ihren Schriften Beobachtungen M.s über die Biber, die z. T. gängige Vorstellungen berichtigten. Die preuß. forstliche Ausbildungsstätte Neustadt-Eberswalde verdankt M. wesentliche Stücke ihrer ornithologischen Sammlung. Ratzeburg benannte ihm zu Ehren einen Pteromalus Meyerinckii. In Stettin wurde ihm ein Denkmal errichtet.

  • Werke

    u. a. Btr. z. Naturgesch. d. Rehe, in: Forst- u. Jagdarchiv v. u. f. Preußen 5, 1820, H. 4;
    Beschreibung e. Bibercolonie in d. Nuthe, e. Nebenfluß d. Elbe, in: Schrr. d. Naturforschenden Ges. zu Berlin, 1827;
    Über d. Einfluß temporeller Überschwemmungen auf d. Holzwuchs u. Kulturbetrieb in d. Flußthälern, in: Neue Jbb. d. Forstkde., 1840, H. 19, S. 104-09;
    Die Erziehung d. Eichen in d. Elbforsten d. Prov. Magdeburg, in: Forstl. Cotta-Album, 1844, S. 147-66;
    Btrr. z. Naturgesch. d. Processionsraupe (Ph. Bomb. processionea), in: Krit. Bll. f. Forst- u. Jagdwiss. 19, 1844, H. 1, S. 213-22.

  • Literatur

    ADB 21;
    J. T. C. Ratzeburg, Forstwiss. Schriftst.-Lex., 1874, S. 356-60;
    R. Heß, Lb. hervorragender Forstmänner u. um d. Forstwesen verdienter Mathematiker, Naturforscher u. Nat.ökonomen, 1885, S. 239 f. (W, L).

  • Autor/in

    Dorothea Hauff
  • Empfohlene Zitierweise

    Hauff, Dorothea, "Meyerinck, Heinrich von" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 396 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138373930.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Meyerinck: Heinrich Eugen von M. wurde am 6. December 1786 zu Magdeburg geboren. Nachdem er seine Schulbildung im Kloster Bergen bei Magdeburg erhalten hatte, trat er bei dem Königsregimente in Potsdam ein, nahm jedoch 1806 seinen Abschied und wurde Kammerherr in Anhalt-Cöthen. Zur Zeit der Befreiungskriege trat er wieder bei den pommerschen Husaren ein und machte 1813 als Adjutant des Kronprinzen von Schweden mehrere Schlachten mit. 1815 zog er als Adjutant des Generals von Borstell mit in Paris ein. Nachdem M. bei Beendigung des Krieges seinen Abschied als Rittmeister genommen hatte, bezog er die Universität Halle, um Forst- und Naturwissenschaften zu studiren. Schon im J. 1817 bestand er sein Oberförsterexamen und erhielt im folgenden Jahre die Oberförstern Grünberg a. d. Elbe, von wo er in gleicher Eigenschaft 1823 nach Lödderitz bei Aken a. d. Elbe versetzt wurde. 1829 wurde er zum Forstmeister ernannt und 1845 als Oberforstmeister nach Stettin versetzt. M. war ein ausgezeichneter Forstmann, welcher das ziemlich verwahrloste Revier Lödderitz auf eine solche Höhe brachte, daß man von weit und breit kam, um seine Anlagen zu besehen; so ist z. B. der 7. Band von Pfeil's kritischen Blättern fast ganz mit einem Reisebericht über einen Besuch in Lödderitz gefüllt. Neben seiner praktischen Thätigkeit beschäftigte sich M. jedoch auch eifrig mit den Naturwissenschaften, und neben der Jagd gehörten Botanik und Ornithologie zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Seine ausgezeichnete Vogelsammlung lieferte der Forstakademie Neustadt-Eberswalde manches werthvolle Exemplar. Ueber Botanik veröffentlichte er mehrere verdienstliche Arbeiten. Hervorzuheben ist ferner ein Aufsatz in den Schriften der naturforschenden Gesellschaft zu Berlin 1827, Beschreibung einer Bibercolonie in der Nuthe, einem Nebenfluß der Elbe, worin er zuerst ein naturgetreues Bild von dem Leben und Treiben dieser Thiere gibt; sowie sein Beitrag zur Naturgeschichte der Rehe in Hartig's Forst- und Jagdarchiv V. Jahrg. 4. Hft. Auch die Entomologie zog M. in den Bereich seiner Forschungen und Ratzeburg erwähnt in Pfeil's kritischen Blättern und in seinen „Forstinsecten“ mehrerer wichtiger Mittheilungen Meyerinck's über Forstinsecten. Derselbe benannte ihm zu Ehren auch einen Pteromalus Meyerinckii. M. starb am 18. Sept. 1848.

    • Literatur

      Ratzeburg, Forstwissenschaftliches Schriftsteller-Lexikon.

  • Autor/in

    W. Heß.
  • Empfohlene Zitierweise

    Heß, Wilhelm, "Meyerinck, Heinrich von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 21 (1885), S. 643 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138373930.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA