Lebensdaten
1722 – 1784
Geburtsort
Neukalen (Mecklenburg)
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Tabakkaufmann ; Kaufmann
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 137672128 | OGND | VIAF: 81833276
Namensvarianten
  • Justus, Friedrich

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Zitierweise

Justus, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137672128.html [18.05.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Friederich (1683–1757), Kaufm. u. Bgm. in N.;
    M Dorothea Ahrens aus Grimmen/Pommern;
    B Jacob ( um 1809), Kaufm. in Leinen u. Getreide in London;
    - Hamburg 1755 Gertrud (1730–91), T d. Kaufm. Hinrich Christian Büsch in H. u. d. Gertrud Berendhusen;
    2 S, 4 T, u. a. Georg Hinrich (1761–1803), Inh. d. Handelsh. u. d. Tabakfabr. F. J.

  • Biographische Darstellung

    J. führte die von seinem Vater 1723 in Neukalen gegründete Firma „Friederich Justus“ in Hamburg seit etwa 1745 fort und kaufte dort ein Patrizierhaus in der Alten Gröninger Straße als Wohn- und Geschäftshaus. Während die väterliche Firma ursprünglich mit einer Vielzahl von Produkten handelte, spezialisierte sich J. alsbald hauptsächlich auf den Ankauf, Verkauf und die Fabrikation von Rauchtabak. 1778/79 war er Präses der Hamburger Commerz Deputation, der späteren Handelskammer, und wurde 1783 in das Gremium der Oberalten gewählt. Die im Staatsarchiv Hamburg aufbewahrten 293 Geschäftsbücher der Firma ab 1752 geben eine Übersicht über Art und Umfang der Geschäfte; J. hatte vielfache Beziehungen zum Ausland (St. Petersburg, Libau, Riga, Mitau, Stockholm, Bordeaux, Malaga, Lissabon, Livorno, Amsterdam, London, Liverpool u. a.). Er selber reiste wenig, sandte aber einen seiner Brüder des öfteren nach dem Osten bis Riga und einen anderen Bruder nach England, wo dieser sich später in London etablierte.

    J.s Rauchtabake waren berühmt im In- und Ausland. Er verarbeitete nur Tabakblätter aus dem amerikan. Raum, keine europ. Ursprungs, die er als qualitativ schlechter bezeichnete. Seine Fabrikations- und Handelsmethoden waren bahnbrechend. Er legte besonderen Wert auf die Verpackungsart und verkaufte seine besten Tabak-Sorten in Bleidosen mit Prägung einer seiner Handelsmarken Seit 1754 handelte er seine Tabake ausschließlich unter nur von ihm geführten Marken: das war der Beginn der Schutzmarken. In einer seiner Marken erscheint das „Lamm mit Fahne“, das Wappentier der Familie Justus. Es spricht für die Qualität seiner Tabake, daß bereits 1776 seine Marken vielfach nachgeahmt wurden. In den folgenden Jahrzehnten lag die Firma im Streit mit Fälschern in anderen Teilen Deutschlands, die aber gerichtlich nicht zu fassen waren, da die Regierungen in Preußen, Hannover und anderen Staaten solche Nachahmungen nicht untersagten.

    J. befaßte sich auch mit Charterung von Schiffen, Beteiligung an Reedereigeschäften, Seeversicherungen und Spedition in Hamburg als Umschlagsplatz. Er verlieh Kapitalien an Rittergüter zu 5 %, zog es aber später vor, sich mit 3 % am Hamburger Platz zu begnügen. Die Hamburger Kirchengemeinde unterstützte er mit zinslosen Darlehen. Er bemühte sich auch um Reformen im Hamburger Zollwesen. J. hinterließ seinem Sohn Georg Hinrich eine blühende Firma, deren Tradition auch heute noch in der 8. und 9. Generation in Hamburg unter dem Namen Friederich Justus & Co. fortgesetzt wird.

  • Literatur

    E. Baasch, Zur Gesch. e. Hamburger Groß-Tabaksfirma im 18. u. 19. Jh., 1923, Auszug in: Zs. d. Ver. f. Hamburg. Gesch. 29, 1928;
    F. J. seit 1723, 1973;
    Dt.GB 63 (P).

  • Autor/in

    Heinz H. E. Justus
  • Zitierweise

    Justus, Heinz H. E., "Justus, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 710-711 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137672128.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA