Lebensdaten
erwähnt 1131, gestorben 1150
Beruf/Funktion
Bischof von Utrecht
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137326009 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hartbert
  • Heribert von Utrecht
  • Herbert
  • mehr

Zitierweise

Heribert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137326009.html [23.10.2018].

CC0

  • Leben

    H., vermutlich ein Friese, seit 1131 Dompropst von Utrecht, wurde am 24.7.1139 zum|Bischof von Utrecht gewählt. Die Wahl wurde von der Geistlichkeit des Bistums vollzogen, wahrscheinlich ohne Einmischung des deutschen König Konrad III. Am 2.6.1140 wurde H. in Köln zum Bischof geweiht, nachdem er am vorhergehenden Tag die Priesterweihe erhalten hatte. In der Reichspolitik hat H. keine Rolle gespielt, wenn auch die Geistlichkeit des Bistums zu der Partei des König Konrads neigte. Innerhalb seines Bistums hat H. eine kräftige Territorialpolitik geführt; dadurch geriet er in Konflikt mit den Grafen von Holland und von Bentheim. Seine beiden Brüder belehnte er mit der Präfektur in Groningen beziehungsweise mit der Kastellanei in Koevorden.

  • Literatur

    ADB XII (überholt);
    J. Beka, Chron., ed. A. Buchelius, Utrecht 1643, S. 49-52;
    C. Pynacker Hordijk, Lijsten van Utrechtsche Prelaten vóór 1300, Groningen 1911, S. 30 f.;
    R. Post, Kerkgeschiedenis van Nederland in de middeleeuwen I, Utrecht 1957, S. 121.

  • Autor/in

    W. Jappe Alberts
  • Empfohlene Zitierweise

    Alberts, W. Jappe, "Heribert" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 614 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137326009.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Heribert oder Herbert, Bischof von Utrecht, aus geringem Stande zu Berum in den Gröninger Ommelanden geboren, ward 1138 Bischof. Ein von der hohen Würde seines Amtes durchdrungener, stolzer Kirchenfürst, dabei ein tüchtiger Krieger, dessen Blicke und Worte auch den Mächtigsten Schrecken einflößten; wie Beka sagt, brachte er nicht allein das aufrührerische Gröningen zur Ruhe, 1143, und besiegte den Grafen von Bentheim, der im Bunde mit dem Grafen Dietrich VI. von Holland (s. d.) in Drenthe einfiel, sondern zwang auch letzteren, der ihn in Utrecht eingeschlossen, durch Androhung des Bannes, um Friede und Versöhnung zu bitten. Unter seiner Regierung ereignete sich jener große Brand, der die Stadt Utrecht bis auf die St. Salvatorkirche einäscherte. In hoher Gunst bei Konrad III. erwarb er von demselben die Bestätigung des Privilegs, das Friesland dem Utrechter Stuhl schenkte. Fünf Jahre später starb H. 1150.

  • Autor/in

    P. V. Müller.
  • Empfohlene Zitierweise

    Müller, P. L., "Heribert" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 111 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137326009.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA