Lebensdaten
1913 bis 1955
Geburtsort
Göttingen
Sterbeort
Quend-Plage (Nordfrankreich)
Beruf/Funktion
Physiker ; Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136279198 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jensen, Peter
  • Jensen, Peter Herbert
  • Jensen, Pether
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Zitierweise

Jensen, Peter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136279198.html [13.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Paul (s. 1), S d. Wilhelm (s. 3);
    1941 Regine (* 1914), T d. Karl Freudenberg (* 1886), Prof d. Chemie in Heidelberg, u. d. Doris Nieden;
    3 T.

  • Leben

    J. studierte 1932-38 in Göttingen Physik und Mathematik. Im Joosschen Institut hat er seine Dissertation auf dem Gebiet der Festkörperforschung fertiggestellt (Die magnetische Suszeptibilität von Kaliumbromidkristallen mit Farbzentren, in: Ann. d. Physik 34, 1939, S. 161-77) und wurde 1938 zum Dr. rer. nat. promoviert. Die Arbeit war ein wichtiger Beitrag zur Frage der freien Alkaliatome im Kristall. Im Nov. 1938 nahm J. bei Walther Bothe im Kaiser-Wilhelm-Institut für med. Forschung in Heidelberg eine Assistentenstelle an. Seit dieser Zeit hat er mit viel Erfolg auf dem Gebiet der kernphysikalischen Forschung gearbeitet. Nach einer anfänglichen Arbeit zur Frage der Existenz des He5-Kerns nahm er maßgeblich teil an einer Institutsarbeit über die Energieverteilung der Spaltprodukte des Urans unter Neutronenbeschuß. Diese Arbeit ist ein Standardwerk auf dem Gebiet der Gewinnung von Kernenergie aus Uran geworden. Während des 2. Weltkrieges hat er sich in verschiedenen Beiträgen mit der damals noch ungeklärten Frage eines Uranreaktors auseinandergesetzt und daneben mit (n, 2n)-Reaktionen beschäftigt. 1946 nahm er am Physikalischen Institut der Univ. Freiburg i. Br. bei W. Gentner eine Oberassistentenstelle an und erhielt dort 1947 die venia legendi, 1951 eine apl. Professur. In der schwierigen Nachkriegszeit hat er sich als akademischer Lehrer mit großer Hingabe der Ausbildung der Kriegsgeneration gewidmet. Ein Gastaufenthalt in Stockholm ermöglichte ihm die Fortführung seiner früheren Forschungsarbeiten über Kernreaktionen mit schnellen Neutronen. Aus diesen Arbeiten und den dabei auftauchenden ungeklärten Fragen entstanden 2 Publikationen mit den Heidelberger Theoretikern Hans Jensen und Helmut Steinwedel, die sich mit der Theorie des Kernphotoeffektes beschäftigten. 1954 folgte J. dem Ruf an das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz als ao. Professor und Leiter der Hochspannungsabteilung. Doch bereits im Jahr darauf ertrank er bei einem Urlaubsaufenthalt an der nordfranz. Küste zusammen mit seiner Tochter, als er sie retten wollte.

  • Werke

    Weitere W u. a. Aufteilungsverhältnisse u. Energietönungen bei d. Uranspaltung (mit A. Flammersfeld u. W. Gentner), in: Zs. f. Physik 120, 1943, S. 450-67;
    Relatives Ausbeuten einiger (n, 2n)-Prozesse, ebd. 122, 1944, S. 387-400 (Habil.schr. Heidelberg);
    Nuclear photoeffect and isotopic number, in: Proceedings of the Physical Society London 61, 1948, S. 579 f.;
    (n, 2n) - u. (γ, n) - Wirkungsquerschnitte, in: Arkiv för fysik 1, 1949, S. 515-31;
    Nuclear dipole vibrations (mit J. H. D.|Jensen u. H. Steinwedel), in: Physical Review 79, 1950, S. 1019 f.

  • Literatur

    W. Gentner, in: Physikal. Bll. 12, 1956, S. 125 f.;
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Wolfgang Gentner
  • Empfohlene Zitierweise

    Gentner, Wolfgang, "Jensen, Peter" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 403 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136279198.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA