Lebensdaten
1180 oder 1190 bis 1226
Sterbeort
in Italien
Beruf/Funktion
erwählter Bischof von Münster ; Graf von Isenberg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135952727 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dietrich von Isenberg
  • Dietrich III. von Isenberg (in der ADB)
  • Dietrich III. (in der ADB)
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Zitierweise

Dietrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135952727.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gf. Arnold v. Altena, später v. Isenberg ( 1217);
    M T des Gf. Dietrich v. Holland (?);
    Ov Adolf ( 1220), EB v. Köln (s. NDB I);
    B Gf. Frdr. (enthauptet 1226), Engelbert ( 1250), Bischof v. Osnabrück (seit 1224), Philipp, Propst v. Soest (1242-63), Bruno ( 1259), Domherr zu Osnabrück, Gottfried, Propst v. St. Martin in Münster (1234–1242);
    N Gerhard v. der Mark, Bischof v. Münster (1261–72).

  • Leben

    Sein Oheim, Erzbischof Adolf von Köln verschaffte dem jungen Kleriker (puer) 1190 die Propstei von Sankt Patrokli in Soest, wenige Jahre später dazu weitere Pfründen in Köln (Archidiakonat von Köln, Domküsterei und die Propstei in Xanten, 1204/05). Vermutlich besaß D. damals auch schon eine Dompräbende in Münster (1207?). 1217 wurde er Dompropst in Köln und dann am 22.7.1218 zum Bischof von Münster gewählt. Als solcher machte er sich besonders verdient um den Dombau, zu dem er am 22.7.1225 den Grundstein legte. Im friesischen Bistumsteil bemühte er sich vergebens um eine Ordnung der Adelswirren. Als Parteigänger seines Bruders, des Grafen Friedrich von Isenberg, der am 7.11.1225 den Erzbischof Engelbert von Köln erschlagen hatte, wurde er vom Papst 1226 abgesetzt und starb (angeblich auch am 22.7.) 1226 auf der Heimreise in Italien. Von seinem Neffen Bischof Gerhard von der Mark wurde ihm in der Paradiesvorhalle des Domes eine überlebensgroße Statue als Denkmal (noch erhalten) zur Rehabilitierung gesetzt.

  • Literatur

    R. Wilmanns, Westfäl. UB, Bd. 3, 1871;
    R. Knipping, Die Regg. d. Erzbischöfe v. Köln III, 1909;
    M. Geisberg, Bau- u. Kunstdenkmäler d. Stadt Münster V (Der Dom), 1937;
    Th. Rensing, Die Ermordung Engelberts d. Hl. u. d. Ehrenrettung f. D. v. J., in: Westfalen 33, 1955, S. 125 bis 143.

  • Autor/in

    Joseph Prinz
  • Empfohlene Zitierweise

    Prinz, Joseph, "Dietrich" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 682 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135952727.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Dietrich III., Bischof von Münster, 1216—26, Graf von Isenburg, aus dem Geschlechte der Grafen von Altena (in Westfalen), wird 1196 durch Vermittlung seines Oheims, des Erzbischofs Adolf von Köln, Propst von Soest und folgt 1216 dem Vetter seines Vaters, Graf Engelbert von Berg, nach dessen Erhebung auf den erzbischöflichen Stuhl von Köln im Besitze der dortigen Dompropstei. Wol durch den Einfluß des Erzbischofs Engelbert erfolgte 22. Juli 1216 die Wahl Dietrichs zum Bischofe von Münster. Seine nur kurze Regierung ist für Münster nicht ohne Bedeutung geblieben; die bischöfliche Autorität in Friesland wurde neu befestigt und im Stifte selbst der Entwicklung des Städtewesens weiterer Aufschwung gegeben. Mit Bernard von der Lippe, Bischof von Selburg, weihte er 1222 die Kirche des von letzterem gegründeten Marienfeld; 1225 legte er den ersten Stein zum Bau des münsterischen Domes, der, von Bischof Hermann II. begonnen, unter Bischof Otto in Stocken gerathen war. Dietrichs Betheiligung an der Verschwörung westfälischer Bischöfe und Dynasten gegen den Erzbischof Engelbert von Köln, deren Folge die Ermordung des Erzbischofs durch Dietrichs älteren Bruder, Graf Friedrich von Isenburg, 7. Novbr. 1225 war, führte seinen Sturz herbei. D., ebenso wie sein jüngerer Bruder Engelbert, erwählter Bischof von Osnabrück, der Mitschuld angeklagt, verlangte von dem gerade am Niederrhein anwesenden päpstlichen Legaten Cardinal Konrad von Porto Verhandlung der Anklage, um sich von derselben reinigen zu können. Die Brüder erschienen auf der zu diesem Zwecke vom Cardinal auf den 2. Febr. 1226 nach Lüttich berufenen Versammlung, waren aber nach längeren tumultuarischen Verhandlungen nicht im Stande, die Beschuldigungen von sich abzuwälzen. Auf Bischof D. schien die Hauptschuld an dem Frevel zu lasten; seine Ministerialen waren bei der Ausführung des Mordes besonders betheiligt. Der Cardinal verhängte über die Brüder die Suspension und verwies sie zur weiteren Verhandlung nach Rom. Dorthin begaben sich die Bischöfe, begleitet von ihrem Bruder Friedrich, dem Mörder Engelberts, ohne ihr Schicksal mildern zu können. Das Urtheil des Papstes lautete auf Absetzung. Dietrichs Tod erfolgte auf der Rückreise von Rom 1226, wahrscheinlich 18. Juli.

    • Literatur

      Urkunden Dietrichs, Münster. Chroniken; Ficker, Engelbert der Heilige.

  • Autor/in

    Sauer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Sauer, "Dietrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 189 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135952727.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA