Lebensdaten
gestorben 1257
Beruf/Funktion
Bischof von Worms
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 13567204X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Richard von Worms
  • Richard von Daun
  • Richard von Worms

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Zitierweise

Richard von Daun, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13567204X.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Reichsministerialenfam., die in d. Eifel begütert war;
    B Wirich ( v. 1262); Verwandte Ingebrand, Propst d. Kollegiatstifte Münstermaifeld, Karden u. St. Simeon in Trier, Dietrich, Domherr v. Trier u. Kanoniker der Kollegiatstifte Münstermaifeld u. St. Kunibert in Köln.

  • Leben

    R., seit 1234 Propst von St. Simeon in Trier und Domherr 1242–52, wurde nach dem Tod Bf. Konrads von Dürkheim ( 1247) um Weihnachten 1247 durch den mit umfangreichen Vollmachten versehenen Kardinallegaten Petrus Capocci (Kardinaldiakon v. S. Giorgio al Velabro) zum Bischof eingesetzt. Vor dem Hintergrund des Kampfes der Staufer gegen die päpstl. Partei hatte das Domkapitel hingegen den Dompropst Eberhard Raugraf ( 1277) gewählt, den auch der Mainzer Ebf. Siegfried v. Epp(en)stein (reg. 1230-49) unterstützte. Zunächst konnte keiner der Kandidaten (beide waren Anhänger Wilhelms v. Holland) in die Stadt einziehen. Im April 1252 bestätigte Papst Innozenz IV. die zugunsten R.s ergangene Entscheidung des Kardinalbf. Petrus von Albano, mit der das Schisma beendet werden sollte; der Mainzer Ebf. Gerhard Wildgraf (reg. 1251-59) wurde mit der Priester- und Bischofsweihe beauftragt. Der Streit, in dessen Verlauf R. große Teile des (schmalen) Hochstifts in seine Hand bekam, endete 1253, nachdem Eberhard unter Vermittlung Kg. Wilhelms von Holland reich entschädigt worden war. Die (untereinander keineswegs einigen) Vertreter der Wormser Bürgerschaft hatten zunächst beiden Kandidaten trotz des über die Stadt verhängten Banns und Interdikts den Einzug verweigert; die päpstl. Seite gewann sodann gegen die lange Zeit dominierende stauf. Partei an Boden. Mit Unterstützung der Dominikaner seit Anfang 1253 in der Stadt präsent, nutzte R. v. a. das Mittel der Exkommunikation, um gegen die stauf. Partei vorzugehen und u. a. die Anerkennung Wilhelms von Holland durchzusetzen. Die Auseinandersetzung um die Stadtverfassung wurde nach längeren Konflikten durch die Bestätigung der seit 1233 geltenden Vorgaben (Einsetzung d. fünfzehnköpfigen Rates) am 30.9.1253 beendet; dies ging einher mit einer politischen Spaltung der Bürgerschaft, die die Regelungen hatte abschaffen wollen und nun weitgehende Konzessionen machen mußte. R., der sich in der Stadt v. a. auf Vertreter der Oberschicht stützte, suchte in der Folge, das gesamte Hochstift in Besitz zu nehmen. 1254 gelang ihm dies, allerdings ohne die Rückgewinnung der von den Staufern entfremdeten Reichsstadt Wimpfen (nur das Stift St. Peter blieb unter bfl. Kontrolle). Auch der Streit mit Eberhard Raugraf begann erneut; auf der Suche nach Verbündeten gegen seinen einstigen Konkurrenten und andere Gegner trat er 1254 dem maßgeblich von den Städten Worms und Mainz mitbegründeten Rhein. Städtebund bei. Nach dem Tod Kg. Wilhelms unterstützte R. die Kandidatur Alfons' von Kastilien und war auch bei dessen Königswahl 1257 in Frankfurt unter den Anwesenden.

  • Literatur

    R. Holbach, Stiftsgeistlichkeit im Spannungsfeld v. Kirche u. Welt, Stud. z. Gesch. d. Trierer Domkap. u. Domklerus im SpätMA, 1983, II, S. 448 f. (auch zur Fam.);
    B. Keilmann, Der Kampf um d. Stadtherrschaft in Worms während d. 13. Jh., 1985, S. 128-66;
    ders., Papst Innozenz IV. u. d. Kirche v. Worms, in: Archiv f. mittelrhein. KGesch. 40, 1988, S. 43-66;
    P. Aldinger, Die Neubesetzung d. dt. Bistümer unter Innozenz IV. (1243–54), 1900, S. 78-81;
    Das Bistum Worms, hg. v. F. Jürgensmeier, 1997, S. 52;
    Gatz IV. |

  • Quellen

    Qu H. Boos, Qu. z. Gesch. d. Stadt Worms, 3 Bde., 1886-93; R. Fuchs, Die Inschrr. d. Stadt Worms, 1991.

  • Autor/in

    Gerold Bönnen
  • Empfohlene Zitierweise

    Bönnen, Gerold, "Richard von Daun" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 508 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13567204X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA