Lebensdaten
vermutlich nach 1392 bis 1452
Geburtsort
Jagdschloß Grünwald bei München
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Bischof von Freising
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 134290429 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Johannes Grünwalder
  • Grünwalder, Johannes
  • Johannes III.
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Zitierweise

Johannes III., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd134290429.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Unehel. S d. Hzg. Johann II. v. Bayern ( 1397);
    M unbek.

  • Leben

    J. studierte 1411 in Wien und 1415-18 in Padua (doctor decretorum 1418). Schon 1411 erscheint er als Domherr von Freising, 1414 als Propst von Isen in Oberbayern, 1416 als Pfarrer von St. Peter in München und 1420 als Propst von Innichen im Pustertal; nach dem Tod Hermanns von Cilli (1421) wird er vom Freisinger Domkapitel per compromissum zum Bischof gewählt und postuliert; Papst Martin V. lehnte den Postulanten ab, da er das erforderliche Alter nicht habe. Diese Begründung erscheint angesichts der damals sehr großzügig geübten Dispenspraxis als nicht stichhaltig, vermutlich war dem Papst der Bewerber wegen seiner offensichtlichen konziliaristischen Neigungen unbequem. Weder das bayer. Herzogshaus noch das Freisinger Domkapitel wollten sich protestlos der Entscheidung Martins V. beugen. Erst durch Vermittlung des Salzburger Erzbischofs Eberhard kam im Laufe des Jahres 1423 ein Vergleich zustande, aufgrund dessen der Kandidat des Papstes, Bischof Nikodemus della Scala, J. am 14.2.1424 zum ständigen Generalvikar von Freising bestellte. In dieser Eigenschaft erwarb sich J. große Verdienste um die Reform der bayer. Augustinereremiten- und Benediktinerklöster. Schon auf dem Konstanzer Konzil legte er die ersten Proben seiner Gelehrsamkeit ab, eine bedeutsame Rolle jedoch spielte er erst auf der Synode von Basel, wo er seit 1432 als Vertreter seines Bischofs und als Gesandter Hzg. Wilhelms von Bayern für Unionskonzil, Griechenablaß und Klosterreform tatkräftig wirkte. Wissenschaftlich trat er hervor als Verfasser der beiden Traktate „De auctoritate generalis concilii“ und „Contra neutralitatem“. Der Konzilspapst Felix V. ernannte ihn am 12.10.1440 zum Kardinal „s. Martini in Montibus dictus de Bavaria“. Der Freisinger Bischof Nikodemus, ein begeisterter Anhänger Eugens IV., entzog daraufhin J. das Generalvikariat; dieser blieb aber auch in der Folge dem Basler Konzil treu. Nach dem Tode von Nikodemus wählte das Domkapitel einstimmig J. zum Bischof von Freising; am 13.11.1444 bestätigte Basel die Wahl; der königl. Hof verwehrte allerdings auf Betreiben des Kanzlers Schlick, der das Bistum Freising seinem Bruder sichern wollte, J. zunächst die Anerkennung, schließlich belehnte ihn aber Friedrich III. am 23.5.1448 mit den Regalien. Im gleichen Jahr wurde J. auch von Papst Nikolaus V. als Bischof von Freising bestätigt, nachdem er zuvor den Kardinalstitel aufgegeben hatte.

  • Literatur

    ADB X, S. 60;
    E. Geiß, Gesch. d. Stadtpfarrei St. Peter in München, 1868, S. 30-50;
    J. Schlecht, in: HJb. 30, 1909, S. 806-09;
    A. Königer, J. III. G. Bischof v. Freising, in: Progr. d. K. Wittelsbacher Gymnasiums in München f. d. Schulj. 1913/14, 1914;
    V. Redlich, Tegernsee u. d. dt. Geistesgesch. im 15. Jh., 1931;
    H. Strzewitzek, Die Sippenbeziehungen d. Freisinger Bischöfe im MA, 1938, S. 170-73;
    RTA XIII, XV, XVI;
    R. Bauerreiß, KG Bayerns V, 1955;
    G. Koller, Princeps in ecclesia, Unterss. z. Kirchenpol. Hzg. Albrechts V. v. Österreich, 1964, S. 105, 120-27;
    W. Brandmüller, Das Konzil v. Pavia-Siena 1423-24 I, 1968, S. 10.

  • Autor/in

    August Leidl
  • Empfohlene Zitierweise

    Leidl, August, "Johannes III." in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 485 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd134290429.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Grüwalder: Dr. Johann G., geb. um 1390 als der natürliche Sohn des (am 16. Juni 1398 verstorbenen) Herzogs Johann von Baiern; auf dem nächst München gelegenen Jagdschloß Grünwald erzogen und davon benannt; zeigte frühzeitig schon Spuren von Talent, Scharfsinn und Gelehrsamkeit, wurde 1416 Pfarrer, dann Dechant zu St. Peter in München, Probst zu Isen und Inchingen und Generalvicar zu Freising, von wo er die einer bedeutenden Reformation bedürftigen Klöster Baierns 1426 als Generalvisitator mit großer Strenge bereiste; spielte während des Baseler Concils (1437—43) eine große Rolle, wofür er 1440 vom Papst Felix V. zum „Cardinalis in montibus de Bavaria dictus“ erhoben wurde. 1443 erfolgte seine wirkliche Erhebung zum Bischof von Freising (wozu er schon 1422 erwählt worden war); als solcher starb er auch am 2. December 1452 zu Freising.

    • Literatur

      Ueber s. vielfach polit. Wirksamkeit vgl. E. Geiß, Gesch. der Stadtpfarrei St. Peter in München, 1868, S. 30—50.

  • Autor/in

    Hyac. Holland.
  • Empfohlene Zitierweise

    Holland, Hyacinth, "Johannes III." in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 60 unter Grünwalder [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd134290429.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA