Lebensdaten
1649 bis 1720
Geburtsort
Würzburg
Sterbeort
Augsburg
Beruf/Funktion
Buchdrucker ; Verlagsbuchhändler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 130558974 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bencard, Johann Caspar
  • Bencard, Ioannes Caspar
  • Bencard, Joannes Casparus
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Bencard, Johann Caspar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130558974.html [15.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V möglicherweise Johann Bencard, Universitätsbuchhändler in Würzburg;
    M Maria Katharine Eberheim; Halb-B Johannes;
    1) Kirchheim (Ries) 18.11.1675 Maria Magdalena Weinhart ( 30.5.1690), 2) Dillingen 6.11.1690 Maria Johanna Dannenberger, 4) Eva Maria Würsching;
    1 S, 5 T aus 1), 1 S, 4 T aus 2), 3 S, 2 T aus 3), 2 S, 1 T aus 4).

  • Leben

    B. kam - anscheinend von Frankfurt/Main her - Ende 1669 nach Dillingen und pachtete die der Universität gehörige akademische Buchdruckerei. 1670 ließ er in Dillingen bereits 13 lateinische und deutsche Druckwerke erscheinen. 1675 erhielt er vom Jesuitenprovinzial Benedikt Paintner ein Druckprivileg für alle Werke der Dillinger Jesuiten, erwarb die akademische Buchdruckerei mit Buchhandlung zu eigen. Beide blieben jedoch unter akademischer Jurisdiktion und genossen wie bisher die akademischen Privilegien. Im November 1694 verlegte B., ohne seinen Dillinger Betrieb aufzugeben, seinen Wohnsitz nach Augsburg. 1715 brachte er einen Verlagskatalog heraus, der für die damalige Zeit einmalig ist und wie ein modernes Klischeewerk anmutet. Auf 84 ungezählten Blättern bringt er Titelkopien der Originalausgaben in den drei Formaten, die sich entsprechend auf die Folioseiten des Katalogs verteilen: also 1 Folioausgabe oder 2 Quartausgaben oder 4 Oktavausgaben auf eine Seite. Wiedergegeben wurden so 338 Titelblätter, die ungefähr der Zahl der B.schen Verlagswerke bis 1715 entsprechen. Darunter finden sich auch einige wenige Verlagswerke seiner Vorgänger in Dillingen. Den Hauptteil seiner Veröffentlichungen nehmen theologische Werke ein. Doch hat er auch Musikaliendrücke und geographische Werke herausgebracht. Typis Bencardianis sind auch die Promotionskataloge der Dillinger Universität gedruckt. - Nach B.s Tod führten seine Erben den Dillinger und Augsburger Betrieb weiter. 1761 boten sie die Dillinger Druckerei der Universität zum Kauf an, die jedoch ablehnte, so daß sie in andere Hände überging.

  • Werke

    J. C. Bencardi Bibliopolae Augustano-Dilingani impressorum, in gratiam litteratorum plenis suis titulis pro majori librorum cognitione in lucem datus, 1715.

  • Literatur

    Th. Welzenbach, Gesch. d. Buchdruckerkunst im ehemal. Hzgt. Franken, in: Archiv d. hist. Ver. f. Unterfranken u. Aschaffenburg 14, 1857, S. 210;
    Th. Specht, Gesch. d. ehemal. Univ. Dillingen, 1902, S. 174;
    ders., Zur Gesch. d. Dillinger Buchdruckerei im 17. u. 18. Jh., in: Jb. d. hist. Ver. Dillingen 21, 1908, S. 42 f.;
    B. Duhr, Gesch. d. Jesuiten in d. Ländern dt. Zunge III, 1921, S. 295;
    Eitner, 1900–04, Bd. 2, S. 319. - Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Friedrich Zoepfl
  • Empfohlene Zitierweise

    Zoepfl, Friedrich, "Bencard, Johann Caspar" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 34 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130558974.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA