Lebensdaten
erwähnt 1507, gestorben 1544
Geburtsort
Ravensburg
Sterbeort
Isny (Allgäu)
Beruf/Funktion
Humanist ; Botaniker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 124900089 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Humelberg, Gabriel
  • Hummelberger, Gabriel
  • Hummelberg, Gabriel
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Zitierweise

Hummelberg, Gabriel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124900089.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Michael ( n. 1538), Kramer u. Zunftmeister, S d. Kramers Michael in R., M Anna, T d. Kaufm. Ulr. Kupferschmid in Bludenz;
    B Jacob Kaufm. in R., Michael (s. 2);
    - 1518 Veronika Imgraben;
    3 S, 7 T, u. a. Michael, Stadtammann u. Bgm. zu Feldkirch, Magdalena, Priorin zu Valduna, Kunigunde Äbtissin zu Valduna, Anna ( Peter Pappus v. Trazberg);
    E Hieronymus, Stadtamman zu Feldkirch.

  • Leben

    H. studierte 1507 in Paris, 1512 in Montpellier, 1515 in Bologna Medizin. 1518 war er Stadtarzt in Feldkirch. 1525 nannte er sich artium et medicinae doctor. In Feldkirch legte er einen botanischen Garten mit Alpenpflanzen an. Von seinem anhaltenden Interesse an den botanischen Schriften der Antike zeugten die mit seinen Kommentaren versehenen Ausgaben röm. Schriftsteller.

    H. verdankte die von ihm herausgegebene Handschrift des Musa dem Beatus Rhenanus, der sie im Kloster Moyenmoutier (Masmünster?) in den Vogesen entdeckt hatte. Er stand schon 1525 mit ihm in Briefwechsel (auch über Dioscorides), berichtete ihm 1526 von seinen Erkundigungen über die Bibliotheken in Chur, Mehrerau und St. Gallen und von seiner Hoffnung, in Rätien eine Handschrift des Plinius über die Germanenkriege aufzustöbern, ermunterte ihn zur Herausgabe der griechischen Grammatik seines verstorbenen Bruders Michael und nahm lebhaften Anteil am Werden der Deutschen Geschichte des Rhenanus, dem er 1531 auch seine schweren Sorgen über die „verheerenden“ Wirkungen des Luthertums anvertraute. H.s größtes Verdienst besteht jedoch in der Sammlung des Briefwechsels seines Bruders Michael mit den bedeutendsten Humanisten seiner Zeit. Sie ist mit 310 Briefen im Clm 4007 erhalten geblieben.

  • Werke

    Ausgg.: Antonius Musa, De herba vetonica u. L. Apulejus, De medicaminibus herbarum, 1537 (mit Vorwort aus Isny);
    Sextus Platonicus, De medicina animalium, bestiarum, pecorum et avium, 1539;
    Quinti Sereni Sammoniaci, poetae et medici, De re medica sive morborum curationibus liber, 1540;
    Apicii Caelii De opsoniis et condimentis sive arte coquinaria libri X, 1542.

  • Autor/in

    Ludwig Welti
  • Empfohlene Zitierweise

    Welti, Ludwig, "Hummelberg, Gabriel" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 56 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124900089.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hummelberger: Gabriel H., Botaniker und Humanist, Bruder des Philologen Michael H. Er war wol wie dieser zu Ravensburg geboren, studirte in Italien, vornehmlich zu Bologna Medicin, wo er auch promovirte und practicirte, in die Heimath zurückgekehrt, an mehreren Orten Schwabens, zuletzt in Feldkirch, wo er sich verheirathete und um 1531 schon zwei Knaben und fünf Mädchen hatte. Weniger gesegnet war er an Glücksgütern, doch erlahmte sein Eifer nie; vorzugsweise die Medicinalpflanzen und die Schriften der Alten über Botanik interessirten ihn, nicht minder freilich auch die alten Historiker, wie er denn um 1526 eifrig nach des Plinius Bella Germaniae forscht. In diesem Jahre war er auch stark mit Musa, Apulejus und Dioskorides beschäftigt. Er stand in eifriger Correspondenz u. A. mit Rhenanus, für den er schwäbische Bibliotheken durchstöberte. Wie Rhenanus theilt auch er die Befürchtung, daß die Ereignisse im Gefolge der lutherischen Bewegung für die Wissenschaft gefährlich sein würden. 1537 gab er zu Zürich „Apuleji Tractatus de medicaminibus Herbarum“ und des Antonius Musa „De Herba betonica,“ nebst Commentar heraus. 1539 folgte (wieder zu Zürich) „Sixti Platonici Placidi libellus de medicina animalium etc.“ mit Scholien; 1540 „Quinti Sereni sammonici de re medica s. morborum curationibus“ (ebenfalls mit Commentar). Noch 1709 wurden seine „Annotationes in Apicii Caelii libros X. de opsoniis et condimentis“ zu Amsterdam herausgegeben. Diese Werke sind ungemein selten und dies wol auch der Grund, daß H. in keiner Geschichte der Botanik (auch bei Spengel und Sachs nicht) genannt ist. Ein außerordentlich dankenswerthes Verdienst Hummelberger's ist die Sammlung der Correspondenz seines Bruders Michael, welche im Cod. Monac. 4007 enthalten ist und eine reichfließende Quelle für die Geschichte des Humanismus genannt werden kann.

    • Literatur

      A. Horawitz, Analekten zur Geschichte des Humanismus in Schwaben 1512—1518. Wien 1877. A. Horawitz, Analekten zur Geschichte der Reformation und des Humanismus in Schwaben. Wien 1878.

  • Autor/in

    Horawitz.
  • Empfohlene Zitierweise

    Horawitz, Adalbert, "Hummelberg, Gabriel" in: Allgemeine Deutsche Biographie 13 (1881), S. 387-388 unter Hummelberger [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124900089.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA