Lebensdaten
1619 oder 1620 bis 1664
Geburtsort
Danzig (?)
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Kupferstecher
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 123429145 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Polonus (Pseudonym)
  • Gedanensis (Pseudonym)
  • Sueviae Callographicus (Pseudonym)
  • mehr

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Zitierweise

Falck, Jeremias, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd123429145.html [21.10.2017].

CC0

  • Genealogie

    Danzig 9.6.1650 Anna ( 1672), T des Kaufm. Arnold Mercator ( 1641, E des Geographen Gerh. Mercator, 1594); 3 S, 1 T, u. a. Gerh. (1658–1727), Kupferstecher u. Goldschmied; Ururenkel Johannes s. (2).

  • Leben

    Nach einer Lehrzeit, vermutlich bei dem Holländer W. Hondius, in Danzig kommt F. um 1639 nach Paris und arbeitet dort unter C. Bloemaert und Abraham Bosse. Seine frühesten signierten und datierten Stiche sind 24 Blätter mit Porträtdarstellungen und eine Anzahl allegorischer Frauengestalten. 1646-49 befindet sich F. wieder in Danzig. Außer einigen Porträts sticht er 2 Ehrenpforten und das Langgasser Tor sowie die 1648 darauf aufgestellten 8 Frauengestalten. 1649 erhält er eine feste Anstellung als Hofkupferstecher der Königin Christine in Stockholm und fertigt bis 1655 eine große Anzahl Bildnisse von Persönlichkeiten des schwedischen Hofes und auch eine Reihe Porträts polnischer Adeliger. Nach einem kurzen Aufenthalt in Kopenhagen läßt er sich 1656 in Amsterdam nieder. Im Auftrage des G. de Rheynst sticht er in Gemeinschaft mit anderen Kupferstechern eine Anzahl Gemälde aus dessen Sammlung (unter anderem nach Caravaggio, Guercino, Bloemaert, A. van Dyck und Jan Lys). Seit 1658 lebt er in Hamburg mit mehr handwerklichen Arbeiten, wie Vorlageblättern für Goldschmiede, Titelblättern und Illustrationen beschäftigt. Seine letzte Arbeit ist das Titelblatt und 10 Blätter zu einem Werk des P. Alphonsi Roderici (Übungen christlicher Tugenden…, Köln 1666). F. ist der einzige bedeutende Kupferstecher seiner Zeit im Nordosten Deutschlands. Er arbeitet, außer bei seinen kunstgewerblichen Arbeiten, nur nach fremden Vorlagen und aus- schließlich mit dem Grabstichel (Ausnahme: Radierung des Titelblattes „Minerva“). Sein Themenkreis umfaßt alle Erscheinungsformen der bildenden Kunst. Der Strich ist klar und sauber, oft etwas pedantisch, handwerklich. Sein Bestes leistet er als Porträtgraveur. Obwohl er bei der Darstellung meist das gleiche, etwas einförmige Schema beibehält – Brustbild in ovaler Rahmung, darunter rechteckige Schrifttafel – gelingt ihm oft eine tiefe, einfühlsame Charakteristik und eine echte, künstlerische Aussage (zum Beispiel Bildnis Daniel Dilger). Besonders in der Wiedergabe weich samtiger Stoffe, der Haare und des Pelzwerks, kann er mit den besten Niederländern seiner Zeit auf eine Stufe gestellt werden.

  • Werke

    s. F. W. H. Hollstein (s. L).

  • Literatur

    ADB VI; G. Upmark, J. F. in Schweden u. s. schwed. Stiche, in: Rep. f. Kunstwiss. 8, 1885, S. 306 ff.; J. C. Block, J. F., s. Leben u. s. Werke, 1890 (W-Verz., vgl. Rep. f. Kunstwiss. 14, 1891, S. 327); P. Kristeller, Kupf. u. Holzschn. in vier Jhh., 1905, S. 445; A. Hind, History of Engravings and Etching, London 1911; F. W. H. Hollstein, Dutch and Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts VI, Amsterdam 1952 (vollst. W-Verz. mit 295 Nrr., L); O. Leistikow, Das wahre Todesdatum v. J. F., in: Das Münster, 1953, S. 103; A. v. Wurzbach, Niederländ. Künstlerlex., 1906, S. 527; ThB; Altpreuß. Biogr.; Ph. Weilbachs Kunstnerleksikon, Kopenhagen 1947, S. 306. – Zur Genealogie: O. Leistikow, Anna Mercator, d. Ehefrau d. Kupferstechers J. F., in: Mitt. d. Nd.länd. Ahnengemeinschaft 2, 1953, S. 49-53.

  • Autor

    Editha Holm
  • Empfohlene Zitierweise

    Holm, Editha, "Falck, Jeremias" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 749 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd123429145.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Falck: Jeremias F., Zeichner und geschätzter Kupferstecher, geboren zu Danzig um 1620; das Jahr und der Ort seines Todes sind unbekannt. Ueberhaupt fehlen biographische Notizen über den Künstler. Im J. 1643 finden wir ihn in Paris, in welchem Jahre er als Schüler Chaveau's das Porträt Ludwigs XIII. stach. Die künstlerische Ausführung dieses Blattes läßt schließen, daß er sich bereits geraume Zeit mit der Kupferstechern befaßt haben müsse und daß er darum nicht, wie zuweilen behauptet wird, im J. 1629 geboren sein konnte. F. scheint ein bewegtes Leben geführt zu haben, vielleicht haben viele Aufträge von verschiedenen Seiten ihn seinen Aufenthalt oft wechseln lassen; man weiß von ihm, daß er in Stockholm, Kopenhagen, Amsterdam und Hamburg gearbeitet hat. In Holland stach er mehrere historische Darstellungen nach Bildern des Cabinet de Reinst und zwar nach Guercino, Caravaggio, Robusti. Giorgione, J. van Lys. Alle diese Blätter fallen in die Zeit von 1661—63 und wird insbesondere das Bordell nach dem letztgenannten Künstler geschätzt. F. war indessen als Stecher von Bildnissen besonders hervorragend und diese werden heutzutage von Kunstfreunden sehr gesucht und hoch bezahlt. Sie sind mit einem kräftigen Stichel ausgeführt, gut gezeichnet und jedes Porträt charakteristisch. Der Künstler steht auf diesem Gebiete den besten französischen und holländischen Bildnißstechern vollkommen ebenbürtig zur Seite. Viele seiner Bildnisse sind selten geworden, vielleicht weil die Platten nicht in den Kunsthandel kamen, sondern Eigenthum der Familie des Dargestellten blieben, so besonders einzelne polnische Porträts, das meisterhaft ausgeführte Blatt des Erzherzogs Statthalters Leopold Wilhelm und das fliegende Blatt mit dem Bildnisse des Polenkönigs Johann III. mit der Biographie desselben. Letzteres Blatt erschien bei G. Scheurer in Nürnberg. Auf vielen Blättern nennt sich der Künstler "Gedanensis" oder "Polonus", weil Danzig zu feiner Zeit noch polnisch war; es bleibt aber unentschieden, ob er von polnischen Eltern abstammte. Man nennt 1709 als sein Todesjahr, was sicher zu weit gegriffen ist. Szwykowski hinterließ im Manuscript eine Monographie über unseren Künstler, die bei der Versteigerung seines Nachlasses 1859 verkaust wurde und seither leider verschollen ist.

    • Literatur

      Seidel, Nachr. über Danziger Künstler. — Hagen v. Meckelburg in den Neuen preußischen Provinzialblättern, Bd. III.

  • Autor

    Wessely.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wessely, Joseph Eduard, "Falck, Jeremias" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 538-539 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd123429145.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA