Lebensdaten
1714 bis 1754
Geburtsort
Biala bei Kalisch (Polen)
Sterbeort
Hagenau (Elsaß)
Beruf/Funktion
Porzellanmaler ; Fayencenmaler ; Manufakturgründer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 122824350 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Löwenfinck, Adam Friedrich von
  • Löwenfink, Adam Friedrich
  • Löwenfink, Adam Friedrich von
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Zitierweise

Löwenfinck, Adam Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122824350.html [23.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., preuß. Korporal im Rgt. Alt-Dessau, dann in kursächs. Diensten;
    M Anna Magdalena (1687–1754), T d. Würzkrämers Carl Christian Sachse in Wiehe/Unstrut u. d. Anna Maria verw. Wunsch;
    B Karl Heinrich (1718–54), Christian Wilhelm (1720–53), beide Porzellan- u. Fayencemaler (s. ThB);
    - Fulda 1747 Maria Seraphia (1729–1805, 2] N. N. Becke, württ. Major), Fayencemalerin, Leiterin d. Fayence-Manufakturen in Hagenau (1754–60), Straßburg (1760/61) u. Ludwigsburg (1763–95), T d. Hoflackierers u. Kaffeesieders Joh. Philipp Schick in Fulda; u. d. N. N. Heller;
    3 T.

  • Leben

    Als 13jähriger wurde L. Malerlehrling an der Porzellan-Manufaktur in Meißen, 1734 fest angestellter Maler. Er floh jedoch 1736, weil er seine Fähigkeiten nicht ausreichend anerkannt und honoriert fand. Anschließend arbeitete er als Schmelzfarbenmaler an der Fayencefabrik in Bayreuth, die er aber wegen drohender sächs. Repressalien im Nov. 1737 verlassen mußte. Ob er dann an der Porzellan-Manufaktur in Chantilly (Frankreich) tätig war, ist ungeklärt. Jedenfalls arbeitete er um 1740 als Maler an der Fayencefabrik in Ansbach. Anfang 1741 ging er nach Fulda, wo er an der dort neu gegründeten Fayencefabrik bis 1744 als „Hoff-Emailler-Mahler“ bezahlt wurde. 1745 versuchte er erfolglos, eine eigene kleine Fayencefabrik in Weisenau bei Mainz zu betreiben, war aber dann 1746 maßgeblich an der Gründung der Fayencefabrik in Höchst beteiligt. 1749 erreichten die Gesellschafter des Höchster Unternehmens jedoch seinen Ausschluß, so daß er im März 1749 nochmals den Versuch unternahm, sich selbständig zu machen, diesmal bei Koblenz. Schon im Mai wandte er sich aber an die Fayencefabrik des Paul Anton Hannong in Straßburg, der ihn 1750 als Direktor seines Filialbetriebes in Hagenau einsetzte, den L. bis zu seinem Tode leitete.

    Rückschlüsse auf L.s Leistung in Meißen lassen vor allem seine signierten Fayencearbeiten aus Bayreuth und Fulda zu. Sie setzen einen zeichnerischen Dekorationsstil fort, der an Meißener Vasen und Geschirren der 1730er Jahre vorgebildet ist. An einigen finden sich, trotz des Signatur-Verbots der Manufaktur, Kryptogramm-Zeichen (L, LF, vL, FVL), die als L.-Monogramme gedeutet werden. Mit allem Vorbehalt kann man davon ausgehen, daß die Phantasievögel, Fabeltiere und asiatischen Blüten auf den um 1730-35 entstandenen gelbgrundigen Augustus-Rex-Vasen|und auf verwandten Geschirren von L. gemalt worden sind. Fabeltiere charakterisieren auch das Service mit dem umlaufenden Schwarz-Gold-Streifen, dessen Randzonen mit exquisiten Chinesenszenen geschmückt sind. Chinesenszenen ungewöhnlicher Intensität zeichnen wiederum das Service für den Earl of Jersey, Osterley Park, und einen dreiteiligen Vasensatz aus. Alle diese Porzellanmalereien sind phantasievoll erfunden, feinsinnig und ausdrucksvoll konturiert sowie farbig raffiniert angelegt. L.s Dekorweise hat auch anderen Meißener Malern als Vorbild gedient. Sie stand im Gegensatz zum malerischen Stil des Atelier-Vorstehers Johann Gregorius Höroldt, der L. zwar „Modelle“ (Vorzeichnungen) für andere Maler fertigen ließ, ihn sonst aber eher drangsalierte, weshalb L. Meißen schließlich fluchtartig verließ.

    Auf Fayence von Bayreuth, Ansbach und Fulda schuf L. Malereien im damals besonders geschätzten chines. Stil von erstaunlicher Erfindungskraft, brillanter Zeichnung und leuchtender Farbigkeit, sowohl Figurenszenen als auch Vögel, Blütenstauden und Wappen. Diese von L. bemalten Gefäße gehören zu den qualitätvollsten europ. Fayencen des 18. Jh. Aus Höchst und Hagenau sind keine Arbeiten L.s bekannt. Offenbar nahm er dort vor allem organisatorische Funktionen wahr.

  • Werke

    in zahlr. dt. u. ausländ. Museen u. Privatslgg. u. a. Hamburg, Mus. f. Kunst u. Gewerbe;
    Jacksonville (USA), Museum;
    London, Brit. Mus., Victoria and Albert Mus.;
    Lübeck, Mus.;
    Mannheim, Reiss-Mus.;
    München, Bayer. Nat.mus., Residenz;
    Schleißheim, Schloß Lustheim.

  • Literatur

    H. H. Josten, Zur L.-Frage, in: Jb. f. Kunstsammler I, 1921, S. 29-30;
    K. Röder, Über e. Fuldaer Deckelvase aus Frittenporzellan u. d. drei Brüder v. L., in: Zs. d. dt. Ver. f. Kunstwiss. 5, 1938, S. 159-80;
    K. Hüseler, Die Fam. v. L. u. J. Ph. Dannhöffer, in: Zs. f. Kunstwiss. 3, 1949, S. 24-32;
    L. L. Lewin, Die Legende um A. F. v. L., in: Ges. d. Keramikfreunde 3/4, 1955, S. 9-23;
    ders., Die Legende um A. F. v. L., 2. T., in: Keramos 13, 1901, S. 57-80, 15, 1962, S. 18-20, 16, 1962, S. 36-44;
    S. Ducret, Unbek. Porzellane d. 18. Jh., 1956, S. 53-62 u. 67-70;
    ders., Die Wahrheit um A. F. v. L., in: Keramos 15, 1962, S. 21-26;
    R. Wark, in: Keramos 18, 1962, S. 24 f., 38, 1967, S. 15 ff.;
    E. Kramer, Fuldaer Urkk. z. Gesch. d. L., in: Mitt.bl. d. Keramikfreunde d. Schweiz 53, 1961, S. 15-20;
    The Wark Collection, Early Meissen Porcelain, The Cummer Gallery of Art, Jacksonville, Florida, USA 1984, Nr. 28-30, 176-202;
    O. Seitler, A. F. v. L. als Blumenmaler in Meißen, in: Keramos 11, 1961, S. 23-29;
    A. Klein, Die Farbgebung im Werk v. F. A. v. L., in: Pantheon 19, 1961, S. 15-21;
    ders., Die Zeichnung b. A. F. v. L., in: Keramos 38, 1967, S. 3-14;
    ders., Dt. Fayencen, 1975, S. 313-24;
    ThB.

  • Autor/in

    Hermann Jedding
  • Empfohlene Zitierweise

    Jedding, Hermann, "Löwenfinck, Adam Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 92 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122824350.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA