Lebensdaten
1873 bis 1928
Geburtsort
Tütz (Kreis Deutsch-Krone, Westpreußen)
Sterbeort
Neisse (Oberschlesien)
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Pädagoge
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121087964 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Neumann, Klemens Andreas
  • Neumann, Klemens
  • Neumann, Klemens Andreas

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Zitierweise

Neumann, Klemens, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121087964.html [24.01.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Maximilian (1844–88), Landwirt u. Gasthofbes. in T.;
    M Rosalie Teske (1841–1926);
    N Brigitta (1915–93, Hugo Rokyta, * 1912, Kunstwiss. in Prag, s. Kürschner, Gel.-Kal. 1996), Übersetzerin.

  • Leben

    N. besuchte auf Vermittlung von Verwandten 1887-90 ein deutsch-franz. Gymnasialinternat in Antwerpen und anschließend das Collège von Chezal-Benoît (Dep. Cher, Frankreich); in beiden Schulen erhielt er auch eine musikalische Ausbildung in Violine, Gesang und Klavier. Nach der Reifeprüfung in Deutsch-Krone 1895 studierte N. in Breslau|Theologie, 1899 wurde er zum Priester geweiht. Seit 1903 wirkte er als Religionslehrer am städtischen Realgymnasium in Neisse (1913 Gymnasialprof.), 1910 wurde er mit einer Dissertation „Eduard von Hartmanns Erlösungslehre“ zum Dr. theol. promoviert.

    Gemeinsam mit seinen Priesterfreunden Bernhard Strehler (1872–1945) und Hermann Hoffmann (1878–1972) gründete er 1909 den kath. Jugendbund „Quickborn“, der aus einer Abstinenzbewegung unter Gymnasiasten erwuchs und neue Formen des Jugendlebens, fernab von Studenten- und Gesellensitten, erprobte. 1914 gab N. eine Sammlung Quickborn-Lieder heraus, die seit der 3. Auflage (1920) den Titel „Der Spielmann“ erhielt. Dieses „Liederbuch für Jugend und Volk“ wurde neben dem älteren „Zupfgeigenhansl“ zum wichtigsten Liederbuch der deutschen Jugendbewegung; es war vor dem 2. Weltkrieg in einer Auflage von rund 200 000 Exemplaren verbreitet.

    Mit seinem musikalisch geprägten Erziehungsstil hat N. – ähnlich wie Fritz Jöde und Walther Hensel – nicht nur die Jugendbewegung und die Laienmusik seiner Zeit beeinflußt, sondern auch die liturgische Bewegung und die Erwachsenenbildung. 1919 erwarb er mit Hilfe eines Freundeskreises für den „Quickborn“ die Burg Rothenfels in Unterfranken, die durch Romano Guardini (1885–1968) zum Mittelpunkt der liturgischen Bewegung Deutschlands wurde. Die geistlichen Lieder im „Spielmann“ gingen mit wenigen Ausnahmen in das „Kirchenlied“ (1938) und später in das „Gotteslob“ (1975) ein.

  • Werke

    Weitere W u. a. Eine ostdt. Bildungsstätte, 1925 (mit E. Laslowski u. E. Reisch);
    Das dritte Jahr, Aus d. Arbeit d. Heimgartens, 1926 (mit dens.).

  • Literatur

    K. Schodrok, in: Der Oberschlesier 10, 1928/29;
    H. Hoffmann, Prof. K. N., d. Spielmann Gottes, 1939, 1953;
    K. N., Schöpfer d. Quickbornburg, Spielmann Gottes, in: Werkbll., Bundesrundbrief d. Quickborn 1, 1948, H. 7/8;
    H. Hoffmann, in: Schles. Priesterbilder, hg. v. J. Gottschalk, V, 1967;
    F. Henrich, Die Bünde kath. Jugendbewegung, 1968;
    J. Binkowski, Jugend als Wegbereiter, Der Quickborn 1909-1945, 1981;
    H.-B. Gerl, Romano Guardini 1885-1968, Leben u. Werk, 1985, 41995;
    Das Gr. Lex. d. Musik, hg. v. M. Honegger u. G. Massenkeil, VI, 1981;
    Kosch, Lit.-Lex.3

  • Autor/in

    Hans Maier
  • Empfohlene Zitierweise

    Maier, Hans, "Neumann, Klemens" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 157-158 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121087964.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA