Lebensdaten
1635 bis 1695
Geburtsort
Nimwegen
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Maler ; Architekt
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 119515776 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Langevelt, Rutger van
  • Langerfeld, Rutger van
  • Langevelt, Rutger van

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Zitierweise

Langerfeld, Rutger van, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119515776.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aletta de Mann, aus vornehmem Geschl. in Geldern;
    1 S Wilhelm ( 1721), Zeichner u. Bildnismaler, Kastellan d. Ak. d. Künste in B. (s. ThB).

  • Leben

    L. wurde in seinem Heimatland und in Frankreich ausgebildet. 1678 wurde er als Hofmaler nach Berlin berufen, wo er auch zwei Söhne des Großen Kurfürsten im Zeichnen und in der Mathematik sowie in der Befestigungskunst unterrichtet hat. 1689 wurde er von Kf. Friedrich III. als Architekt und Mathematiker bestätigt. Von seiner baukünstlerischen Tätigkeit ist nur der Neubau des Jagd- und Lustschlosses zu Berlin-Köpenick (1677–90) archivalisch gesichert, dessen Bauleitung er bis 1684 innehatte. In der Formensprache des niederländ. Barockklassizismus entstand im Schnittpunkt von zwei Sichtachsen auf einer Spreeinsel für den Kurprinzen Friedrich ein dreigeschossiger Baukörper mit segmentbogig übergiebeltem Mittelrisalit und schlichten, breitgelagerten Seitenrisaliten, der von einem Mansarddach abgeschlossen ist. Nach franz. Vorbild wurde eine von Balustern eingefaßte Dachterrasse aufgesetzt. Die Raumgliederung zeigt bereits Enfiladen und hinter dem Mittelrisalit das Vestibül mit der dreiarmigen, noch schachtartig abgemauerten Treppe, die Wendepodeste besitzt. Diese Treppenlage geht sicher auf den wallon. Architekturtheoretiker Philipp Dieussart zurück, der vorübergehend in brandenburg. Diensten stand. Der von L. geplante Anbau eines Gartenflügels kam 1693 nicht über die Grundmauern hinaus. Mit Recht zugeschrieben wird L. die 1678 begonnene Dorotheenstädtische Kirche in Berlin (vollendet 1687, kriegszerstört), ein einfacher Zentralbau auf griech. Kreuzgrundriß mit Dachreiter. Aus der dortigen Gedenktafel für L. ging hervor, daß er auch mathematische Werke verfaßt hat. – Als Maler hat er sich, ausgehend vom niederländ. Manierismus, dem kühlen norddeutschen Barock zugewandt. Sein „Kircheninneres“ von 1671 (Potsdam, Neues Palais) ist typisch für die erstgenannte Stilrichtung. In Berlin schuf er um 1680 das Deckenfresko im Kronkabinett und in der Betkammer der Kurfürstenräume des Stadtschlosses (1945 zerstört). Außerdem fertigte er Vorlagen für die um 1690/ 1700 in Auftrag gegebene Gobelinserie mit den Taten des Großen Kurfürsten, die von der Berliner Manufaktur hergestellt wurden (Schloß Charlottenburg) und den Wandel von L.s Stilauffassung erkennen lassen.

  • Literatur

    ADB 17;
    M. I. Broebes, Vues des Palais et Maisons de Plaisance … de S. M. le Roy des Prusse, 1733, Tafel 30 c, 31 a, 31 b;
    F. Nicolai, Nachrr. v. Baumeistern … in Berlin, 1786, S. 50, 95;
    P. Seidel, Beziehungen d. Gr. Kurfürsten u. Kg. Friedrich I. z. Niederländ. Kunst, in: Jb. d. kgl. Preuß. Kunstslgg. 11, 1890, H. 3;
    A. Geyer, Gesch. d. Schlosses zu Berlin, 1. Textbd., 1936, S. 80, Abb. 109, 110, Anm. 298 (Text d. Gedenktafel f. L.);
    M. Kühn, Preuß. Schlösser, 1936, S. 8 f., 23;
    W. Boeck u. H. Richartz, Alte Berliner Kirchen, 1937, S. 50-54;
    W. Boeck, Schloß Köpenick, e. Denkmal brandenburg. Gesch. (Ms., vf. vor 1945, beim Landeskonservator, Berlin-West);
    E. Berckenhagen, Die Malerei in Berlin v. 13. b. z. ausgehenden 18. Jh., 1964, Nr. 127, 176, 177;
    ders., Barock in Dtld. -
    Residenzen (Ausst.kat.), 1966, Nr. 97, 108, 136;
    H. Reuther, Barock in Berlin, 1969, S. 14 f., 141, Abb. 6 b;
    G. Piltz u. R. Peter, Schlösser u. Gärten um Berlin, 21973, S. 18 f., Abb. 12-16;
    G. Schade, Schloß Köpenick, 31974, S. 28-37;
    Wasmuths Lex. d. Baukunst;
    ThB.

  • Autor/in

    Hans Reuther
  • Empfohlene Zitierweise

    Reuther, Hans, "Langerfeld, Rutger van" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 593 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119515776.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Langevelt: Rutger van L., Maler und Architekt, wurde im J. 1635 zu Nymegen geboren. Er reiht sich den holländischen Baumeistern Memhard und Smids an, welche durch Uebertragung ihrer heimathlichen Renaissancearchitektur auf den Boden der Mark die neue Entwickelung der Baukunst Berlins einleiteten. In Holland und Frankreich herangebildet, bewährt auf theoretischen und praktischen Gebieten der Kunst, wurde er im J. 1678 vom großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg als Hofmaler, Baumeister und Lehrer der Mathematik berufen. Er schrieb über Civil- und Kriegsbaukunst, malte als Director der Akademie zu Berlin Bilder meist historischen und kirchlichen Inhalts, erbaute von 1678—1687 in den einfachsten und strengen Formen holländischer Renaissance die alte Dorotheenstädtische Kirche zu Berlin und entwarf 1681 den Plan zum Schlosse zu Köpnick. Er starb hoch angesehen im J. 1695 zu Berlin, wo ihm seine Wittwe Aletta de Man, aus vornehmem Gelder'schen Geschlechte, in der Neustädtischen Kirche ein prächtiges Grabdenkmal errichten ließ. — L. hinterließ einen Sohn, Namens Wilhelm, der als Zeichner und Bildnißmaler wirkte.

  • Autor/in

    v. Donop.
  • Empfohlene Zitierweise

    Donop, von, "Langerfeld, Rutger van" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 685 unter Langevelt [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119515776.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA