Lebensdaten
1775 bis 1845
Geburtsort
Ehrenbreitstein
Sterbeort
Weimar
Beruf/Funktion
Architekt
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119414619 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Coudray, Clemens Wenceslaus
  • Coudray, Clemens Wenzeslaus
  • Coudray, Clemens Wenceslaus
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Zitierweise

Coudray, Clemens Wenzeslaus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119414619.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. stammt aus Frankreich;
    V Franz Ludw., Hoftapezierer u. Dekorateur des Kf. Clemens Wenzeslaus v. Trier, später nassauischer Schloßverwalter, S des François (1678–1727), Bildhauer in Dresden (s. ThB);
    M Anna Marie Köhler, Kammersängerin;
    Ov Pierre (1713–70), Bildhauer in Dresden (s. ThB);
    ⚭ Veronica Schild ( 1836) aus Fulda;
    1 S, 4 T, u. a. Maria (⚭ Bernh. v. Neher [1806–86], Historienmaler [s. ADB XXIII, ThB]).

  • Leben

    C. ergriff zunächst den Beruf seines Vaters, widmete sich daneben aber bald dem Studium der Baukunst in Leipzig und Dresden. Nach einem Aufenthalt in Berlin, wo er die Bauten der bedeutendsten Vertreter der damaligen Berliner Schule kennenlernte, ging er nach Paris und studierte von 1800-04 bei Jean-Nicolas Durand, Professor der Baukunst an der Ecole Polytechnique. Wie er selbst schrieb, hat er in Paris die Mittel zu seiner Bildung als Architekt gefunden. Ein Italienaufenthalt gab ihm abschließend auch die Anschauung antiker Baukunst. Nach kurzer Tätigkeit als Hofarchitekt des Fürsten von Oranien in Fulda, wurde C. Ende 1815 von Goethe nach Weimar berufen und 1816 zum Oberbaudirektor ernannt. Damit begann für ihn eine fast drei Jahrzehnte währende fruchtbare Schaffenszeit für das Großherzogtum und die in gemeinsamem Streben begründete Freundschaft mit Goethe. Sein Organisationstalent offenbarte sich sogleich bei dem Plan der Gründung einer selbständigen Oberbaubehörde, die Anfang 1817 ins Leben gerufen wurde. Vielseitig und umfangreich war sein Wirken, das den Neuaufbau abgebrannter Ortschaften (Berka, Buttstädt, Rastenberg), die Errichtung zahlreicher öffentlicher und privater Bauten, den Wegebau, denkmalpflegerische Arbeit und die Schaffung von Festdekorationen umfaßte. C. hat das Verdienst, der Stadt Weimar ein ihrer damaligen Bedeutung entsprechendes würdiges Gesicht gegeben zu haben. Seine Bauten zeigen einen vornehm-ruhigen Klassizismus. Er verstand es, dem jeweiligen Zweck des Baues im Entwurf voll gerecht zu werden, zugleich aber auch städtebaulich zu denken und zu planen.

  • Werke

    Neben zahlreichen Kirchen, Schulen usw. im Großhzgt., Ausbau d. Westflügels mit Kapelle d. Schlosses in Weimar, Fürstengruft, Erfurter Tor, Hauptwache, Erholung u. a. m. daselbst. Nicht ausgeführte bedeutende Entwürfe: Hoftheater, Pentazonium Vimariense.

  • Literatur

    ADB IV;
    W. Schneemann, C. W. C., Goethes Baumeister, 1943 (darin Abdr. d. v. ihm 1820 verf. Übers. s. Lebensereignisse u. Erwähnung s. v. Heinr. Müller gemalten Bildnisses [Verbleib unbekannt]);
    ThB.

  • Portraits

    v. C. Vogel v. Vogelstein (Dresden, Kupf.kab.).

  • Autor/in

    Irmgard Wirth
  • Empfohlene Zitierweise

    Wirth, Irmgard, "Coudray, Clemens Wenzeslaus" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 381 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119414619.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Coudray: Clemens Wenceslaus C., geb. 23. Nov. 1775 zu Ehrenbreitstein, 4. Oct. 1845 zu Weimar. Coudray's Vorfahren stammen aus Frankreich; doch war bereits der Großvater als bekannter Bildhauer in Dresden thätig. Als Clemens Wenceslaus, Sohn Augusts III., Königs von Polen und Kurfürsten von Sachsen, 1768 zum Kurfürsten von Trier gewählt worden war, zog Coudray's Vater nach Ehrenbreitstein über und versah dort die Dienste eines Castellans. Der ihm 1775 geborne Sohn ward für den geistlichen Stand bestimmt, verließ|aber aus Mangel an materiellen Mitteln diesen Weg und übernahm im Dienst des Vaters die Aufsicht über die innere Einrichtung der Schlösser der Prinzeß Kunigunde, Aebtissin von Essen. Hier entwickelte sich in ihm der Drang, sich dem Baufache zu widmen; er besuchte zu diesem Zwecke vorzüglich Leipzig und Dresden; hier arbeitete er unter dem Hofbaumeister Schurig. Von Dresden ging er nach Berlin, trat dann, durch die kriegerischen Ereignisse veranlaßt, als Officier in Coblenz ein, und diente als solcher bis zur Entsetzung Frankfurts. Der Ruf der von Napoleon gegründeten polytechnischen Schule zog den jungen C. nach Paris, wo er durch eine zufällig von Duhamel an Durand, den Vorstand der Schule, erhaltene Empfehlung, in äußerst günstige Verhältnisse, namentlich auch durch rüstiges Streben sich zu setzen wußte. Auf ihn, der an der polytechnischen Schule sich in zwei Jahren zwei Preise errungen hatte, war die Aufmerksamkeit des Prinzen von Oranien, Fürsten von Fulda, gelenkt worden, der ihn in seine Dienste nahm. In diese Periode fällt auch Coudray's Reise nach Italien, auf der er vier Jahre lang seiner weiteren Ausbildung lebte, um endlich, nach Auflösung des Großherzogthums Frankfurt, in die Dienste Karl Augusts von Sachsen-Weimar überzutreten, der ihn 1816 am 20. April als Oberbaudirector verpflichten ließ. Hier wie in Fulda fand C. ein reiches Feld für seine Thätigkeit, da Karl August namentlich im Wegebau Außerordentliches anstrebte und auch sonst aller Orten an öffentlichen Bauten Coudray's Thätigkeit sich kennzeichnen konnte. Hervorragendes im Stil freilich leistete er nicht, wußte aber mit den oft recht kärglich bemessenen Mitteln eine Reihe tüchtiger und zweckmäßiger Schöpfungen hervorzurufen. Für Coudray's Befähigung, Wirksamkeit und persönlichen Werth sprechen die intimeren Beziehungen zu Goethe, die uns aus den unmittelbarsten Zeugnissen der Zeit überall in reichem Maße entgegentreten.

    • Literatur

      Quellen: Das Archiv der Loge Amalia in Weimar: abweichend in einzelnen Punkten. — Gräbner's Weimar. — Eckermann's u. Müller's Gespräche und Unterhaltungen mit Goethe.

  • Autor/in

    Burkhardt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Burkhardt, Karl August Hugo, "Coudray, Clemens Wenzeslaus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 533-534 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119414619.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA