Lebensdaten
1892 bis 1976
Geburtsort
Lienz (Osttirol)
Sterbeort
Altötting (Bayern)
Beruf/Funktion
Erzbischof von Salzburg
Konfession
-
Normdaten
GND: 119410966 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rohracher, Andreas
  • Andreas, Salzburg, Erzbischof

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Zitierweise

Rohracher, Andreas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119410966.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1854–1932), Antiquariatsbuchhändler u. Bgm. in L., kons. LT-Abg., S d. Andreas, LT-Abg., u. d. Maria Idl;
    M Anna Jaufer (1859–1915); 5 Geschw.

  • Leben

    Nach dem Abitur 1911 in Brixen und dem Theologiestudium in Klagenfurt 1915 zum Priester geweiht, stellte sich R. in den Dienst der Diözese Gurk-Klagenfurt. Sein Förderer Bf. Adam Hefter (1871–1970) berief ihn 1918 in seine Kurie und nach weiteren Studien (1926 Dr. iur., Wien; 1927 Dr. iur. can., Rom; 1933 Dr. theol., Innsbruck) 1931 zum Ordinariatskanzler und ins Domkapitel. 1933 ernannte ihn Papst Pius XI. zum Titularbischof von Isba und Weihbischof von Gurk. Als Generalvikar (1938) hatte R. mehrere Konfrontationen mit dem Nationalsozialismus, als es um die Tötung Geisteskranker und um repressive Maßnahmen gegen die Slowenen seiner Grenzdiözese ging. Pius XII. sah R. 1939 mit den dt. Bischöfen Konrad v. Preysing und Hermann W. Berning als möglichen|Unterhändler für einen modus vivendi mit Hitler vor.

    1943 wurde R. vom Metropolitankapitel zum Erzbischof von Salzburg (bis 1951 Fürsterzbischof) gewählt, gleichzeitig blieb er bis 1945 Kapitelvikar von Gurk. Kontakte zum Widerstandskreis um Helmuth Gf. v. Moltke sind belegt, blieben aber ohne Konsequenz; in erster Linie ging es R. um die Rechte seiner Kirche. Nach 1945 plädierte er für Versöhnung und unterstützte sogar – nicht unumstritten – ehemalige Nationalsozialisten, betrieb den Wiederaufbau des Doms und die Neupositionierung der Erzdiözese. Durch seine Mitwirkung bei der kampflosen Übergabe Salzburgs wurde R. für die amerik. Besatzungsmacht wie auch für die Politiker des Landes zur unumstrittenen Autorität. R.s karitative Leistungen in den Nachkriegsjahren und seine Bewährung unter der NS-Herrschaft trugen wesentlich zur Glaubwürdigkeit der Kirche von Salzburg bei. Drei Diözesansynoden (1948, 1958, 1968) vermochten die Gläubigen zu motivieren und zu mobilisieren. Die dritte versuchte, die von R. anfangs mitgetragene Aufbruchsstimmung des 2. Vatikanums, bei dem er Mitglied des „Tribunale Amministrativo“ war, zu festigen. Die von R. befürwortete „Kath. Universität“ ließ sich nicht realisieren. Stattdessen richtete er 1961 das „Internationale Forschungszentrum für Grundfragen der Wissenschaften“ ein. Aufsehen erregte 1966 seine Vergebungsbitte für die Protestantenvertreibung 1731 durch einen seiner Vorgänger, Leopold v. Firmian. 1955-58 präsidierte R. der Österr. Bischofskonferenz. Er resignierte 1969 altersbedingt und wählte Altötting als Ruhesitz.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger v. Salzburg.

  • Werke

    u. a. Wiederaufbau im Glauben, Ein Ruf in die Zeit, o. J.;
    Kirche in der Welt, Predigten, Ansprachen u. Kommentare, 1968.

  • Literatur

    Diener Jesu Christi, FS z. 50j. Priesterjub., 1965 (P);
    In memoriam A. R., hg. v. H. Spatzenegger, 1979 (P);
    ders., Die kath. Kirche v. d. Säkularisation (1803) bis z. Gegenwart, in: H. Dopsch u. H. Spatzenegger (Hg.), Gesch. Salzburgs, Stadt u. Land, II/3, 1991, S. 1493-512;
    Gatz I (P) u. V (P);
    Teichl: LThK;
    Munzinger;
    BBKL.

  • Autor/in

    Hans Spatzenegger
  • Empfohlene Zitierweise

    Spatzenegger, Hans, "Rohracher, Andreas" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 3-4 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119410966.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA