• Genealogie

    V Eduard (1786–1877), hannovoverischer Rittmeister, Oberboniteur in Blumenthal, S des Kaufm. Gg. Christian in Nienburg/Weser;
    M Lucia (1799–1837), T des Kapitäns Martin Deetjen in Vegesack u. der Kapitäns T Adelh. Bekmann aus Vegesack;
    Blumenthal 1858 Meta (1832–82), T des Kahnschiffers Claus v. Harten in Blumenthal u. der Sophie Marg. Dielenschneider aus Bremen;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    D. besuchte die Bürgerschule zu Vegesack, trat 1845 seine erste Reise als Schiffsjunge an und beteiligte sich als Steuermann (1855) und Kapitän (1860) bis 1872 hervorragend am arktischen Pelzrobben- und Walfang, sowie an der Südseefischerei, die ihn zum ausgezeichneten Kenner dieser Gewässer machte. Seine Entdeckung der Wrangel-Inseln (17.8.1866) - ein Jahr vor dem Amerikaner T. Long, der den Inseln ihren Namen gab - war lange Zeit Gegenstand heftiger Kontroversen. Von Juli 1873 bis Juli 1874 führte D. für kaufmännische Order der Hamburger „Polar-Schiffahrts-Gesellschaft“ mit der Bark „Grönland“ die erste deutsche Südpolarfahrt aus, auf der er unter anderem die Kaiser-Wilhelm-Inseln, die D.-Straße und die D.-Bucht fand. Nach einer Informationsreise in die amerikanischen Nordpolarländer (1875) unternahm er 1877-82 mit wechselndem Glück im privaten russischen Auftrag alljährlich Fahrten durch das Karische Meer, um eine Schifffahrts- und Handelsverbindung zwischen Europa und Nordsibirien zu erschließen. 1884-85 führte er auf dem Dampfer „Samoa“ die Expedition von Dr. O. Finsch (1839–1917), die die Aufgabe hatte, für ein unter Leitung von A. von Hansemann (1826–1903) stehendes Berliner Konsortium an den Küsten von Neu-Britannien sowie der Nordküste Neuguineas bis zum 141. Meridian Länder in weitestem Umfang zu erwerben. Dem geschickten und umsichtigen Kommando von D. ist es im wesentlichen zu verdanken, daß|die Expedition erfolgreich war und damit Kaiser-Wilhelm-Land und der Bismarck-Archipel in Verwaltung und Besitz der „Neu-Guinea-Kompagnie“ übergehen konnten (17.5.1885). Nach D. wurden hier Kap D., D.-Hafen und D.-Küste benannt. Von 1886-89 und 1891-93 war D. Kapitän des einzigen Kompagniedampfers („Ysabel“), der den Reise-, Post- und Arbeiterverkehr nach den verschiedenen Plätzen der Neu-Guinea-Kompagnie unterhielt. Geschwächte Gesundheit und Unzufriedenheit mit der Kompagnie, die nach seiner Meinung seine Verdienste nicht genügend anerkannte, veranlaßten ihn dann nach Deutschland zurückzukehren.

  • Werke

    u. a. Südpolarfahrten, in: Petermanns Geogr. Mitt. 21, 1875 u. Dt. Geogr. Bll. 15, 1892;
    Entdeckung d. Wrangelinseln, in: Petermanns Geogr. Mitt. 27, 1881, 28, 1882 u. Dt. Geogr. Bll. 4, 1881;
    Jenissej-Fahrten, in: Dt. Geogr. Bll. 1, 1878, 4, 1881, 5, 1882;
    Neuguinea, Lichtbilderalbum v. Neuguinea im Heimatmus. Vegesack;
    O. Finsch, Samoafahrten, 1889. - Qu.: Selbstbiogr. in e. Brief an Dt. Colonialges., Berlin v. 10.2.1896 (im Staatsarchiv Hamburg);
    Tagebücher (1884–96) u. Briefe an s. T (im Fam.besitz).

  • Literatur

    M. Lindemann, in: Dt. Geogr. Bll. 20, 1897, S. 92-96.

  • Autor/in

    Hans Roemer
  • Empfohlene Zitierweise

    Roemer, Hans, "Dallmann, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 492 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119405466.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA