Lebensdaten
1835 bis 1905
Geburtsort
Werben (Altmark)
Sterbeort
Naumburg
Beruf/Funktion
evangelischer Kirchenhistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119304910 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Knaake, Karl

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Zitierweise

Knaake, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119304910.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joachim Andreas (1801–54), S d. Joh. Friedrich, beide Ackerbürger in W., u. d. Anne Elisabeth Ernst;
    M Marie Dorothea Friederike Griep;
    1862 Julie Müller aus W.;7 K (z. T. früh †).

  • Leben

    Für K.s wissenschaftliches Leben wurde von schicksalhafter Bedeutung, daß er 1856 in seinem ersten Berliner Studiensemester ein Kolleg über Reformationsgeschichte und Luthers Schriften bei Karl Schneider (1821–95) hörte, dessen 1853/54 geplante 12-15bändige erste kritische Lutherausgabe an finanziellen Schwierigkeiten scheiterte. Mit einer 1859 als theologische Prüfungsarbeit verfaßten Erstlingsschrift „Luthers Anteil an der Augsburg. Konfession“ (1863) betrat K. ein Gebiet, das für seine ganze künftige Lebensarbeit richtunggebend wurde. Während seiner Tätigkeit als Potsdamer Kadettenpfarrer (1865–81) veröffentlichte er zahlreiche kritische Untersuchungen und Quellenpublikationen zur Lutherforschung wie auch zur allgemeinen Reformationsgeschichte. In jener Zeit entstand – angesichts der erheblichen Mängel der seit 1826 erscheinenden Erlanger Lutherausgabe und in Wiederaufnahme von Schneiders fehlgeschlagenem Vorhaben – K.s Plan einer großen kritischen Lutherausgabe. Als wesentliche Grundlage für deren Bearbeitung dienten ihm rund 2 000 Reformationsschriften, die er trotz seiner beschränkten Geldmittel erworben hatte. Durch seine 45seitige Rezension der 2bändigen Lutherbiographie Julius Köstlins (in: Zeitschrift für lutherische Kirche und Theologie 1876) zog er die Aufmerksamkeit dieses damals führenden Lutherforschers auf sich, der die Bedeutung des bisher einsam arbeitenden K. erkannte. 1880 eröffnete ihm dieser den Weg zum preußischen Kultusministerium und gewann auch Kaiser Wilhelm I. für das Projekt einer Lutherausgabe, für dessen Realisierung der Monarch 40 000 Mark zur Verfügung stellte. Nach 2jährigen Vorarbeiten erschien im Oktober 1883 der 1. Band der monumentalen, nach dem Erscheinungsort genannten, Weimarer Ausgabe, deren Begründer damals von der Evangelischen Theologischen Fakultät der Universität Halle-Wittenberg mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet wurde. Da aber K.s Gesundheit vom Übermaß jahrzehntelanger Arbeit vorzeitig|untergraben war, konnte er in der Folgezeit nur noch die Bände 2 und 6 (1884/88) sowie die Hälfte des 7. Bandes (1897) bearbeiten, und bereits in diesem Jahr mußte er aus der unmittelbaren Mitarbeit ausscheiden. Die von ihm im Rahmen der Weimarer Ausgabe noch übernommene Lutherbriefpublikation kam über Vorarbeiten nicht hinaus. K.s Verdienst ist es, allen Schwierigkeiten zum Trotz die erste kritische Lutherausgabe begründet zu haben (noch nicht abgeschlossen).

  • Werke

    Weitere W Briefe Joachim Imhofs an s. Vettern zu Nürnberg, in: Btrr. z. Gesch. Karls V., 1864;
    J. Staupitii opera I: Dt. Schrr., 1867;
    Christoph Scheurls Briefbuch, 2 Bde., 1867/72 (mit F. Frhr. v. Soden), Neudr. 1962;
    Jbb. d. dt. Reichs u. d. dt. Kirche im Za. d. Ref. I, 1872;
    Drei Ref.schrr. a. d. J. 1520, 1879;
    Wider Hans Worst v. Martin Luther, 1880. -
    Verz. s. Lutherstud. z. 4. Jh.feier d. Ref., 1917, S. 430 f.

  • Literatur

    Weimarer Lutherausg. 14, 1895, S. XVI, 11, 1900, S. XXII ff., XXXIX, 10, III, 1905, S. VII;
    H. Denifle, Luther u. Luthertum I, 1904, S. 30-36;
    O. Weigel, Bibl. J. K. F. K. Abt. I-VI (nebst Vorwort), in: Auktionskat. NF 3, 4, 6, 11-13, 1906-08;
    G. Kawerau, 25 J. Lutherforschung, in: Theolog. Stud. u. Kritiken 81, 1908, S. 338-40;
    Lutherstud. s. W, S. 38-63 (L S. 38, Anm. 1);
    B. Weiß, Aus 90 Lebensj., hrsg. v. H. Weiß, 1929, S. 179, 184-86, 191;
    K. A. Meißinger, Der kath. Luther, 1952, S. 253-58.

  • Autor/in

    Hans Volz
  • Empfohlene Zitierweise

    Volz, Hans, "Knaake, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 146 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119304910.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA