Lebensdaten
1847 bis 1933
Geburtsort
Jena
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Gynäkologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11925493X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Martin, August Eduard
  • Martin, A.
  • Martin, A. E.
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Zitierweise

Martin, August Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11925493X.html [23.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard Arnold (1809–75), Prof. d. Gynäkologie in B. (s. ADB 20), S d. Christoph (1772–1857), Prof. d. Rechte in Heidelberg (s. ADB 20), u. d. Caroline Wagemann (1776–1843);
    M Marie (1818–72), T d. Ernst Karl Schmid (1774–1852), Prof. d. Rechte in J., u. d Sophie Zehelein;
    Ov Adolf (1801–31), Prof. d. Rechte in Jena;
    Tante-v Emilie (⚭ Carl Stark, 1787–1845, Prof. d. Med. in Jena, s. ADB 35), Therese (⚭ Ludwig Wahl, 1795–1831, Prof. d. Math. in Jena);
    B Carl (1838–1907), Arzt u. Geograph in Chile (s. BJ XII), Ernst (1841–1910), Prof. d. dt. Sprache u. Lit. in Freiburg, Prag u. Straßburg (s. BJ 15);
    1) 1878 Marie ( 1924), T d. Kaufm. Neesen u. d. Luise N.N., 2) 1926 Anna, T d. Richard Boeckh ( 1907), Prof. d. Statistik (s. NDB II);
    4 S, 1 T aus 1), u. a. Eduard (* 1879), Prof., Dir. d. Hebammenlehranstalt in Elberfeld, Bernhard (1883–1958), Prof. d. Chirurgie (s. Kürschner, Gel.-Kal. 1954);
    N Christoph ( 1958), Prof. d. Med. in Concepción, Chile.

  • Leben

    M. studierte in Jena und Berlin Medizin, nahm als Arzt am Krieg 1870/71 teil und wurde Assistent seines Vaters und Carl Schröders an der Universitätsfrauenklinik in Berlin. 1876 habilitierte er sich an der Berliner Universität für Gynäkologie und Geburtshilfe. Zunächst blieb ihm eine akademische Karriere versagt. Er richtete sich in Berlin eine Privatklinik ein, die bald internationalen Ruf im Rahmen der ärztlichen Fortbildung genoß. M. galt als einer der führenden deutschen Frauenärzte. 1893 wurde er zum ao. Professor an der Univ. Berlin ernannt. Seit 1899 war M. Ordinarius und Leiter der Frauenklinik der Univ. Greifswald. Es gelang ihm, diese Klinik auszubauen. Wegen eines Ohrenleidens gab er 1907 sein akademisches Amt auf und ließ sich wieder in Berlin nieder. Zusammen mit Max Saenger gründete er 1895 die bei S. Karger erscheinende Monatsschrift für Geburtshilfe und Gynäkologie. M. war ein hervorragender Operateur, der die verschiedensten gynäkologischen und geburtshilflichen Operationsmethoden entwickelte und vor allem die vaginalen Operationen vervollkommnete. Als Martin-Operation werden die vaginale Entfernung eines Myoms des Corpus uteri sowie die operative Sterilitätsbekämpfung durch Spaltung des Eileiters bezeichnet. Plastische Operationen wandte er gegen Lageanomalien des Uterus an; zu erwähnen sind ferner die von ihm entwickelten Eingriffe am Muttermund und bei Gebärmutteranomalien. Nicht weniger als 8 Instrumente, darunter ein Scheidenspeculum, eine chirurgische Nähnadel und ein Beckenzirkel, sind von ihm in die operative Praxis eingeführt worden und tragen seinen Namen. Darüber hinaus entfaltete er eine umfangreiche literarische Tätigkeit auf seinem Fachgebiet.

  • Werke

    Leitfaden d. operativen Geburtshilfe, 1877;
    Pathol. u. Therapie d. Frauenkrankheiten, 1885, 41907 (russ., franz., engl., ital. u. span. Überss.);
    Hdb. d. weibl. Adnexorgane, 1895-1906;
    Werden u. Wirken e. dt. Frauenarztes, 1924. – Bibliogr. b. 1917, in: Mschr. f. Geburtshilfe u. Gynäkol. 46, 1917, S. 11-24.

  • Literatur

    F. Schauta, in: Mschr. f. Geburtshilfe u. Gynäkol. 46, 1917, S. 1-3 (P);
    A. Döderlein, ebd., S. 3 f.;
    Ph. Jung, ebd., S. 4 f.;
    ders., in: Zbl. f. Gynäkol. 58, 1934, S. 82-86 (P);
    L. Seitz, in: Zs. f. Geburtshilfe u. Gynäkol. 96, 1934, S. 109;
    Herzberg, 100 J. med. Forschung in Greifswald, 1938, S. 211;
    H. Schmölling, Die Frauenheilkde. in Greifswald, in: Festschr. z. 500 J.feier d. Univ. Greifswald 17.10.1956, Bd. 2, 1956, S. 421;
    C. J. Gauss, B. Wilde, Die dt. Geburtshelferschule, 1956;
    Pagel;
    Fischer.

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Martin, August Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 284-285 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11925493X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA