Lebensdaten
1851 bis 1913
Geburtsort
Sterzing
Sterbeort
Hocheppan bei Bozen
Beruf/Funktion
tirolerischer Heimatdichter ; Numismatiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119108488 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Domanig, Karl Anton
  • Domanig, Karl
  • Domanig, Karl Anton

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Zitierweise

Domanig, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119108488.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus alter tirolischer, urspr. in Kärnten ansässiger Fam.;
    V Joh. (1799–1870), Kaufm. u. Magistratsrat in Sterzing, S des Elias (1755–1830), Postmeister u. Gastwirt in Schönberg am Brenner, Freund u. Kampfgenosse Andr. Hofers, u. der Maria Anna Rott ( 1832), Erbtochter des Postwirts Matthias Rott in Schönberg;
    M Juliana (1814–1900), T des Stögerbauern Ant. Obrist (1759–1834) in Stans im Unterinntal (Aufzeichnungen v. den Kämpfen in Tirol 1794-1809, s. Wiener Ztg. 1901, Nr. 164 ff.);
    Om Hans Obrist (1798–1882), Obstgärtner, Autodidakt u. tirolischer Bauerndichter (s. Kosch, Lit.-Lex.);
    Vt Joh. Gg. Obrist (1843–1901), tirolischer Schriftst. (s. Kosch, Lit.-Lex.);
    Wien 1884 Irmgard (1861–1925), T des Advokaten Adolf Müller;
    11 K, u. a. Maria (1884–1941), Schriftstellerin, Hrsg. der Zs. „Sonnenland“ u. mehrerer Anthologien, Irmgard Burjan-Domanig (* 1887), verfasste „Hildegard Burjan, Eine Frau der soz. Tat“ (1950).

  • Leben

    Nach Studien in Innsbruck, Straßburg und Rom, wo D. den philosopischen Doktortitel erwarb, erweiterte er auf Reisen seine Kunstkenntnisse, machte sich 1881 in Wien seßhaft, wurde im gleichen Jahre Lehrer für Literatur und Kunst im österreichischen Kaiserhaus, daneben seit 1884 Beamter, schließlich 1910 Direktor der kaiserlichen Münzen- und Medaillensammlung, und war als Organisator und Fachschriftsteller eine führende Persönlichkeit.

    Mit der dreifach preisgekrönten dramatischen Trilogie „Der Tiroler Freiheitskampf“ (1885-1897, umgearbeitet 1909 und 1914) versuchte er, der größten Heldentat Tirols ein dauerndes Denkmal zu setzen. Fehlende Theaterwirkung verhinderte jedoch hier wie auch bei seinen anderen dramatischen Werken einen bleibenden Bühnenerfolg. Er hielt es für „die erste und schönste Pflicht“ des Dichters, sich um die Erhaltung des historischen Volkstums zu bemühen. Dieser volkstümlich-nationale Zug in seinem Werk läßt die dichterische Aussage oftmals zurücktreten. Eine glückliche Verbindung beider vollzog sich in D.s Epik, besonders in den „Kleinen Erzählungen“ (1893, 31914) und im „Tiroler Hausgärtlein“ (1908, 31914), zwei Hebel und Gotthelf nicht unebenbürtigen Volksbüchern. Auch die Verserzählungen „Der Abt von Fiecht“ (1887, 71927, dänisch Kristiania 1897) – wohl sein bedeutendstes Werk – und „Um Pulver und Blei“ (1909, 21914) erweisen D. als einen hervorragenden Tiroler Heimatdichter.

  • Werke

    Weitere W u. a. Der Idealist, Schauspiel, 1901 (anonym), 31914;
    Die dt. Medaille in kunst- u. kulturhist. Hinsicht, 1907;
    Die liebe Not, Schauspiel, 1907, 31914;
    Wanderbüchlein, Gedichte, 1907, 21914;
    Ges. Werke, 5 Bde., 1914;
    Hrsg.: Tyroler Kal.

  • Literatur

    A. Pöllmann, K. D. als Erzähler, in: Rückständigkeiten, 1906, S. 306-25 (P);
    E. M. Hamann, K. D., 1909;
    A. Dörrer, K. D., 31914 (W-Verz., L, Stammbaum);
    ders., Andr. Hofer auf d. Bühne, 1912;
    ders., Fr. W. Webers „Goliath“ u. K. D.s „Abt v. Fiecht“, in: Hochland XI, 1, 1913/14, S. 472-76;
    ders., K. D. als Student in Brixen … u. Rom, 1924;
    H. Rausse, K. D., d. Mensch u. d. Dichter, in: Hochland XI, 1, 1913/14, S. 605-13;
    A. O. Loehr, K. D., in: Jb. d. Kunsthist.Slg. d. Allerhöchsten Kaiserhauses 32, 1915, 1. T, S. 416-23 (Würdigung d. kunsthist. u. numismat., mehrfach grundlegenden Arbb. D.s);
    M. Domanig u. E. M. Hamann, D., v. s. Persönlichkeit u. aus s. Schaffen, 1924;
    M. Enzinger, Die dt. Tiroler Lit. bis 1900, 1929, S. 103 bis 105;
    A. Dreyer, in: BJ 18, S. 182-87 (u. Tl. 1913, L);
    Nagl-Zeidler IV, S. 1295 f., 1625 f., 1627 (P);
    Kosch, Kath. Dtld. (P);
    ders., Lit.-Lex.

  • Portraits

    v. A. Egger-Lienz, 1911 (Fam.besitz in Klosterneuburg);
    Gedenkmünze v. R. Placht, 1913, Abb. b. Loehr (s. L).

  • Autor/in

    Franz Ranegger
  • Empfohlene Zitierweise

    Ranegger, Franz, "Domanig, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 64 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119108488.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA