Lebensdaten
1852 – 1933
Geburtsort
Schäßburg (Siebenbürgen)
Sterbeort
Hermannstadt (Siebenbürgen)
Beruf/Funktion
evangelischer Bischof von Siebenbürgen ; Historiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119108135 | OGND | VIAF: 77118394
Namensvarianten
  • Teutsch, Friedrich
  • Teutsch, Fr.
  • Teutsch, Fritz

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Zitierweise

Teutsch, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119108135.html [25.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Daniel (s. 1);
    M Johanna Wilhelmine Berwerth;
    Hermannstadt 1878 Luise (1855–1922), T d. Wilhelm Nendwich, Kaufm., u. d. Luise Rogovsky v. Kornitz;
    1 T Paula (1882–1966).

  • Biographie

    Nach Abschluß des Gymnasiums in Schäßburg und kurzem Besuch der Rechtsakademie in Hermannstadt studierte T. 1870–74 Geschichte und Ev. Theologie in Heidelberg, Leipzig und Berlin u. a. bei Heinrich Treitschke und Wilhelm Wattenbach. 1874 wurde er in Heidelberg mit einer mediävistischen Arbeit zum Dr. phil. promoviert. 1876 nahm T. eine Tätigkeit als Lehrer am Lehrer- und Predigerseminar in Hermannstadt auf und beteiligte sich – seit 1889 als dessen Direktor – maßgeblich an dessen Ausbau zu einer eigenständigen Lehrerausbildungsstätte für die gesamte ev. Kirche Siebenbürgens. Zudem betätigte sich T. journalistisch, zeitweilig als Redakteur des „Siebenbürg.-Dt. Tageblatts“. Ein angestrebter Wechsel ins Pfarramt glückte 1896, als T. Pfarrer in Großscheuern wurde. 1899 folgte seine Wahl zum Bischofsvikar, 1903 zum Hermannstädter Stadtpfarrer und 1906 zum Bischof der Landeskirche. 1932 legte T. sein Amt aus Alters- und Gesundheitsgründen nieder.

    T. setzte das Lebenswerk seines Vaters, der ihn stark geprägt hatte, fort. Als Bischof oblag es ihm, die Sprachgemeinschaft enger an die Kirche zu binden – wozu eine weitere Visitation und die Intensivierung der Diasporaarbeit diente – und das Bildungswesen zu stärken. Nach der Entstehung Großrumäniens 1918/20 fiel T. die Aufgabe zu, seine Kirche im neuen Staatsverband zu verankern und v. a. die verschiedenen ev. dt. Gruppen in Bessarabien, der Bukowina, Altrumänien und dem Banat mit der siebenbürg. zu einer neuen Landeskirche zusammenzufügen.

    Aus seinem umfangreichen Werk als Historiker und Vorsitzender des Vereins für siebenbürg. Landeskunde (1894–1932) ragen neben der Edition „Die siebenbürg.-sächs. Schulordnungen“ (2 Bde., 1888/92) zwei größere Werke hervor: die Fortführung der „Geschichte der Siebenbürger Sachsen für das sächs. Volk“ seines Vaters für die Zeit von 1700 bis 1919 (Bde. 2–4, 1907–26) und die „Geschichte der ev. Kirche in Siebenbürgen“ (2 Bde., 1921/22). Mehr noch als sein Vater betonte er dabei die enge Verflechtung von Kirche, Volk und politischer Nation, was die sächs. Geschichtsschreibung langfristig in ihrer Wahrnehmung beeinflußte. Ähnlich seinem Vater, dessen Biographie T. 1909 veröffentlichte, galt er nach langer Amtszeit und breiter Strahlungskraft als bedeutende moralische Instanz und als Identifikationsfigur seiner Gruppe. Das 2001 in Hermannstadt eröffnete Kulturzentrum der Landeskirche mit Zentralarchiv und Kirchenmuseum wurde nach T. benannt.

  • Auszeichnungen

    A Dr. theol. h. c. (Jena 1899);
    Mitgl. d. Gustav-Adolf-Ver. (1893?, Mitgl. d. Hauptvorstands 1893, d. Zentral.vorstands 1900).

  • Werke

    W Rechnungen aus d. Archiv d. Stadt Hermannstadt u. d. sächs. Nation, 1. Bd., 1880 (Mitbearb.);
    Bilder aus d. vaterländ. Gesch., 2 Bde., 1899, ²1909 (Hg.);
    Kirche u. Schule d. Siebenbürger Sachsen in Vergangenheit u. Gegenwart, 1923;
    Die Siebenbürger Sachsen in Vergangenheit u. Gegenwart, 1916, ²1924;
    Die Siebenbürger Sachsen in d. letzten fünfzig J., 1868–1919, 1926;
    Bilder aus d. Kulturgesch. d. Siebenbürger Sachsen, 2 Bde., 1928 (Hg.);
    – Bibliogr.: R. Spek, in: Archiv d. Ver. f. Siebenbürg. Landeskde. NF 47, 1933, S. 81–125;
    Nachlaß: StA Hermannstadt;
    Zentralarchiv d. Ev. Kirche A. B. in Rumänien, Hermannstadt.

  • Literatur

    L G. A. Schuller, Bf. D. Dr. F. T.s Stellung in unserer Wiss. u. Publizistik, in: Siebenbürg. Vjschr. 55, 1932, S. 269–86;
    F. Müller, in: Archiv d. Ver. f. Siebenbürg. Landeskde. NF 47, 1933, S. 129–89;
    K. K. Klein, in: ders., Saxonica Septemcastrensia, 1971, S. 337–52;
    P. Philippi, Heidelberger Gedenkfeier f. F. T., in: Heidelberger Jbb. 16, 1972, S. 50–53;
    C. Göllner, Das hist. Werk F. T.s, ebd., S. 54–62;
    L. Binder, Georg Daniel T. u. F. T. als Hist., in: Forsch. z. Volks- u. Landeskde. 21, 1978, H. 2, S. 57–80;
    Ostdt. Gedenktage 1983, S. 29–32;
    Schriftst.-Lex. oder biogr.-literär. Denk-Bll. d. Siebenbürger Deutschen IV, 1902, S. 447–57;
    Biogr. Lex. Südosteuropa;
    L. Binder, in: ders. u. J. Scheerer, Die Bischöfe d. Ev. Kirche A. B. in Siebenbürgen, 1980, S. 66–108 (P);
    RGG³;
    BBKL XI (W, L);
    Personenlex. Protestantismus;
    Siebenbürger Sachsen (P); Biogr. Lex. Burschenschaft (W, L
    , P);
    Kosch, Lit.-Lex.³ (W, L).

  • Porträts

    P Ölgem. v. S. Bottesch (Hermannstadt, Gal. im ev. Bf.palais) u. v. K. Ziegler (Hermannstadt, Foyer d. F.-T.-Hauses)

  • Autor/in

    Harald Roth
  • Zitierweise

    Roth, Harald, "Teutsch, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 59-60 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119108135.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA