Lebensdaten
1839 bis 1925
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Baden-Baden
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119034638 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Naunyn, B.

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Zitierweise

Naunyn, Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd119034638.html [20.10.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Christian (1798–1860), Bgm. in Berlin, S d. Rentamtmanns Carl Friedrich (1732–1803); M Anna Dorothea Adele ( 1880), T d. Kaufm. Friedrich Reinhold Haebler; Anna, T d. Karl Haebler ( 1889) u. d. Adele N. N.

  • Leben

    N. besuchte zunächst Privatschulen und wechselte 1848 an das Werdersche Gymnasium in Berlin über, wo er 1858 die Reifeprüfung ablegte. Nachfolgend studierte er an der Univ. Berlin Medizin. 1863 wurde N. mit der Arbeit „De Echinococci evolutione“ promoviert. Nach dem im Februar 1863 bestandenen medizinischen Staatsexamen und dem Militärdienst war er bis zu seiner Habilitation 1867 an der Charité Assistent bei dem Internisten Friedrich Theodor Frerichs, der N.s weiteren beruflichen Lebensweg entscheidend prägte. Vorübergehend praktischer Arzt in Berlin, nahm N. 1869 einen Ruf als Prof. fürs|klinische Therapie in Dorpat an. 1871 erfolgte seine Berufung nach Bern, 1873 nach Königsberg als Nachfolger des Internisten Ernst v. Leyden, 1888 nach Straßburg als Nachfolger Adolf Kußmauls. Dort gelang es ihm, den Bau einer der damals modernsten Kliniken durchzusetzen, die 1902 eingeweiht werden konnte. 1904 wurde N. emeritiert und siedelte nach Baden-Baden über, wo er bis zu seinem Tod wissenschaftlich-publizistisch tätig blieb.

    N.s besonderes Verdienst liegt in der Einführung des experimentellen Arbeitens in die Innere Medizin. Er forderte stets eine wissenschaftliche Begründung für Diagnose und Therapie. Neben Arbeiten über Erkrankungen der Leber und der Gallenwege beschäftigte sich N. mit der Pathologie und der Diätetik des Diabetes mellitus. 1898 prägte er den Begriff der „diabetischen Azidose“. Seit 1890 befaßte er sich verstärkt mit Forschungen zur Pathologie und konservativen Therapie der Cholelithiasis. 1873 gründete N. gemeinsam mit Edwin Klebs und Oswald Schmiedeberg das „Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie“. Seit 1896 redigierte er mit Johannes v. Mikulicz die „Mitteilungen aus den Grenzgebieten der Medizin und Chirurgie“.

  • Werke

    Weitere W Klinik d. Cholelithiasis, 1892; Der Diabetes mellitus, 1898; Die Entwicklung d. Inneren Medizin mit Hygiene u. Bakteriologie im 19. Jh., 1900; Notwendigste Angaben f. d. Kostordnung Diabetischer, 1908; Versuch e. Uebersicht u. Ordnung d. Gallensteine d. Menschen nach Anlage u. Struktur, nach Alter u. Standort d. Steine, 1924; Gesammelte Abhh. 1869-1908, 2 Bde., 1909; Erinnerungen, Gedanken u. Meinungen, 1925 (P).

  • Literatur

    E. Meyer, in: Dt. med. Wschr. 51, 1925, S. 1493-95; L. v. Krehl, in: Münchener med. Wschr. 72, 1925, S. 1695 f.; Altpreuß. Biogr. II; BLÄ; W. Eckart, Ch. Gradmann (Hrsg.), Ärztelex., 1995, S. 261.

  • Autor

    Susanne Zimmermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Zimmermann, Susanne, "Naunyn, Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 774-775 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd119034638.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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