Lebensdaten
1847 bis 1915
Geburtsort
Florenz
Sterbeort
Brandeis/Elbe
Beruf/Funktion
Forschungsreisender ; Botaniker ; Schriftsteller ; Erzherzog von Österreich
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118979981 | OGND | VIAF: 50025750
Namensvarianten
  • Ludwig Salvator von Österreich
  • Ludwig Salvator
  • Ludwig Salvator von Österreich
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Zitierweise

Ludwig Salvator, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118979981.html [15.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Ghzg. Leopold II. v. Toskana (1797–1870), S d. Ghzg. Ferdinand III. v. Toskana ( 1824, s. NDB V) u. d. Louise Prn. beider Sizilien;
    M Maria Antonia (1814–98), T d. Franz I. (1777–1830), Kg. beider Sizilien, u. d. Marie Isabella Prn. v. Spanien;
    B Ghzg. Ferdinand IV. v. Toskana (1835–1908), Erzhzg. Karl Salvator (1839–92), FML (s. ADB 51), Erzhzg. Johann („Johann Orth“, * 1852, verschollen 1890); - ledig; 3 illegitime K.

  • Leben

    L., der 1859 mit der großherzogl. Familie die Toskana verlassen mußte, erhielt eine juristische Ausbildung. Von Jugend an widmete er sich auch seinen naturwissenschaftlichen und nautischen Interessen. Während seine Eltern vorwiegend auf ihren böhmischen Schlössern lebten, wählte L. Mallorca als Wohnsitz und unternahm mit seiner Jacht „Nixe“ große Reisen im Mittelmeerraum. Erschien er am Wiener Hof, machten sich seine Verwandten über sein verwahrlostes Äußeres und seine unkonventionellen Ideen lustig, ohne den Wert seiner Forschungsarbeit zu erkennen. Sie fand ihren Niederschlag in etwa 50 Werken, die, von ihm selbst illustriert und fast alle dem Kaiser oder der Kaiserin gewidmet, z. T. in prächtiger Ausstattung erschienen. Es sind wichtige – bisher wissenschaftlich noch nicht gebührend gewürdigte – ethnographische und kulturhistorische Zeugnisse aus fast allen Ländern des Mittelmeerraums, vor allem von den Balearen. L. führte eine umfangreiche Korrespondenz, u. a. mit Theodore Roosevelt d. Ä. und dem Schriftsteller Jules Verne, der den Erzherzog in seinem Roman „Mathias Sandorf“ als Vorbild für die Hauptgestalt wählte. – Die Familienverhältnisse L.s auf Mallorca waren reichlich verworren. Er setzte seinen illegitimen Sohn, Don Luis Vives y Colom, gemeinsam mit dessen Stiefvater, L.s Gutsverwalter, als Haupterben ein. Ihnen fielen reiche Besitzungen in der österr.-ungar. Monarchie, in Frankreich, Spanien und Ägypten zu. L.s langjährige Haushälterin, mit der er zwei illegitime Kinder hatte, erhielt Schmuck und Wertpapiere.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Ak. d. Wiss. (1889) u. d. Geogr. Ges. Wien, d. Geogr. Ges. Lima (Peru).

  • Werke

    u. a. Die Balearen in Wort u. Bild, 7 Bde., 1869-91;
    Tunis, 1870;
    Lescovia, die Hauptstadt v. Cypern, 1873;
    Die Karawanenstraße v. Ägypten nach Syrien, 1879;
    Die Stadt Palma, 1882;
    Die Liparischen Inseln, 8 Hh., 1893-90;
    Spanien in Wort u. Bild, 1894;
    Märchen aus Mallorca, 1896;
    Zante, 2 Bde., 1904;
    Versuch e. Gesch. v. Parga, 1908;
    Die Felsenfesten Mallorcas, 1910;
    Sommerträumereien am Meeresufer, 1912;
    Porto Pi in d. Bucht v. Mallorca, 1914. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Haus-, Hof- u. Staatsarchiv Wien.

  • Literatur

    L. Woerl, Erzhzg. L. aus d. österr. Kaiserhaus als Forscher d. Mittelmeers, 1899;
    F. Becke, in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien, 1916, S. 317-19;
    Rich. Meister, Gesch. d. Ak. d. Wiss. in Wien 1847-1947, 1947, S. 130;
    Fiorello de Farolfi, Un grande Dimenticato, L'arciduca Lodovico Salvatore di Toscana, in: Atti e memorie della Società Istriana di Archeologia e storia patria 72/73, 1972/73, S. 333-91 (W-Verz., P);
    ÖBL. - Dichter. Behandlung u. a.
    G. Steinwachs, Der schwimmende Österreicher, 1985.

  • Portraits

    Wien, Bildarchiv d. Nat.bibl.

  • Autor/in

    Marianne Rauchensteiner
  • Empfohlene Zitierweise

    Rauchensteiner, Marianne, "Ludwig Salvator" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 406 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118979981.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA