Lebensdaten
1891 bis 1935
Geburtsort
Bayreuth
Sterbeort
Bayreuth
Beruf/Funktion
NS-Gauleiter ; bayerischer Kultusminister
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118977628 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schemm, Hans Heinrich Georg
  • Schemm, Hans
  • Schemm, Hans Heinrich Georg
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Zitierweise

Schemm, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118977628.html [24.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Konrad (1863–1924), Schuhmachermeister in B., S d. Johann Wolfgang (1833–87), Schuhmachermeister u. Zolleinnehmer in B., u. d. Katharina Barbara Babette Herold (1832–81), aus Goldkronach;
    M Babette (* 1862), T d. Johann Heinrich Meyer (1834–66), Schuhmacher, u. d. Margarete Sabine Röthel (1832–1910, 2] Friedrich Tippmann,|* 1847, Schuhmacher in B.); 2 jüngere B u. a. Georg, 1932-45 Geschäftsführer d. NS-Kulturverlags in B.;
    - 1915 Babette ( nach 1935), T d. Johann Zeitler (* 1861), Baumeister in Neuenmarkt, seit 1910 in Wirsberg;
    1 S.

  • Leben

    S. absolvierte 1908-10 die Ausbildung zum Volksschullehrer in seiner Heimatstadt. Nach einigen Jahren im Schuldienst, seit 1919 in Bayreuth, und frühen Kontakten zu den Nationalsozialisten (1922 Mitgl.), wurde er 1928 in den Bayer. Landtag und 1930 in den Reichstag gewählt. S. hatte inzwischen in Ostoberfranken eine straffe Parteiorganisation aufgebaut. In Bayreuth war er Ortsgruppenleiter und seit 1929 auch Mitglied des Stadtrates. 1928 gründete er in Hof den „Nationalsozialistischen Lehrerbund“ (NSLB), dessen Vorsitzender er im folgenden Jahr wurde. Im Mai 1932 zählte der NSLB bereits mehr als 6000 Mitglieder. Für die Reichsleitung des NSLB ließ er in Bayreuth 1933-35 das „Haus der Dt. Erziehung“ erbauen. Mit der Parole „positives Christentum“ gewann S. besonders seit 1931 viele ev. Pfarrer zur Mitwirkung in der fränk. NSDAP. Früh erkannte er die agitatorische Bedeutung der Medien; ergründete den „Nationalsozialistischen Kulturverlag Bayreuth“ und verlegte darin die NS-Lehrerzeitung und weitere Zeitungen (Zs. „Kampf“, 1930, Tagesztg. „Fränk. Volk“, 1932). Nach der „Machtergreifung“ beherrschten die Gebrüder Schemm mit ihrem „Zeitungsimperium“ den Zeitungsmarkt von Coburg bis Passau.

    Am 13.1.1933 wurde der Gau Niederbayern-Oberpfalz mit dem Gau Oberfranken zum „Gau Bayrische Ostmark“ vereinigt, und Hitler ernannte S. zum Gauleiter; die „Wagnerstadt“ sollte als Gauhauptstadt gigantisch ausgebaut werden. Am 13.4.1933 wurde S. zudem zum bayer. Kultusminister ernannt und 1934 in die Hochschulkommission der NSDAP berufen. Er ließ die Universitäten und Höheren Schulen weitgehend unbehelligt, dagegen galt sein besonderes Interesse den Volksschulen, für die er neue Lehrpläne zur ideologischen Indoktrination der Schüler erließ. Für die Lehrerausbildung wurden drei Hochschulen in München-Pasing, Würzburg und Bayreuth errichtet. Am 5.3.1935 starb S., ein fanatischer Rassenideologe, glänzender Organisator und populistischer Redner, bei einem Flugzeugabsturz.

  • Werke

    H. S. spricht, Seine Reden u. sein Werk, bearb. v. G. Kahl-Furthmann, 1935.

  • Literatur

    B. Lochmüller, H. S. 2 Bde., 1935/40;
    P. Hüttenberger, Die Gauleiter, 1969;
    R. Hambrecht, Der Aufstieg d. NSDAP in Mittel- u. Oberfranken 1925-1933, 1976;
    N. Frei, Nat.soz. Eroberung d. Provinzpresse, Gleichschaltung, Selbstanpassung u. Resistenz in Bayern, 1980;
    Bernd Mayer, Bayreuth wie es war, Blitzlichter aus d. Stadtgesch. 1850-1960, 21981;
    F. Kühnel, H. S., Gauleiter u. Kultusmin. 1891-1935, 1985 (W, L, P);
    R. Endres, in: Fränk. Lebensbild(er) 15, 1993, S. 265-84 (P);
    B. vom Brocke, Hochschulpol. in Föderalismus u. Diktatur, II, 1998, S. 986-89 (P);
    Staat u. Gaue in d. NS-Zeit, hg. v. H. Rumschöttel u. W. Ziegler, 2004 (L, P).

  • Autor/in

    Rudolf Endres
  • Empfohlene Zitierweise

    Endres, Rudolf, "Schemm, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 662-663 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118977628.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA