Lebensdaten
1708 bis 1789
Geburtsort
Anklam
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Mediziner ; Leibarzt Friedrichs des Großen
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118907417 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cothenius, Christian Andreas
  • Cothenius, Christian Andreas von
  • Cothenius, Christian Andreas
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Zitierweise

Cothenius, Christian Andreas von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118907417.html [16.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Eberh. Wolfg. (1667–1743), schwedischer Regimentsfeldscher, dann Chirurg in Anklam, S des Axel ( 1679), Gen.auditeur im schwedischen Heer, dann öff. Notar u. Gerichts-Procurator des Amtes Stickhausen (Ostfriesland), u. der Cath. Elis. Wolffgangs;
    M Elis. (1664–1736), T des Joachim Frdr. Kehvell, Chirurg in Anklam;
    1) 1735 Anna Dor. Puchtert, verw. Guttorf, 2) 1768 Christiane Carol. Sellentin ( 1783) aus Halle, verw. Hoffmann (Schwiegertochter des Frdr. Hoffmann, Prof. der Med., [ 1742]); kinderlos.

  • Leben

    C. studierte seit 1728 in Halle bei Fr. Hoffmann und E. G. Stahl Medizin. 1732 promovierte er dort und legte in Berlin seine Staatsprüfung ab. 1735 wurde C. Stadtphysikus und 1736 adjungierter Bürgermeister in Havelberg. 1740 erhielt er auch das Physikat der Prignitz. Im Laufe der Zeit wurde C. ein vielbegehrter Consiliarius verschiedener Fürstenhäuser und 1748 Hofmedikus und Stadtphysikus in Potsdam, Physikus der Kreise Zauche und Teltow und Medikus am Großen Waisenhaus. Nach einigen erfolgreichen Kuren bei König Friedrich II. wurde C. 1751 Leibmedikus, 2. Dekan (1768 Dekan) des Obercollegium medicum (der obersten Medizinalbehörde), 2. Direktor (1768 Direktor) des Collegium medico-chirurgicum (der Ausbildungsstätte und Prüfungsstelle) und Mitglied des Collegium sanitatis (der Behörde für Seuchenabwehr). Gleichzeitig wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin, nachdem er schon 1744 in die Leopoldina aufgenommen worden war. Im 7jährigen Krieg leitete C. als Generalfeldstabsmedikus das gesamte Heeressanitätswesen und erwarb sich dabei so große Verdienste, daß ihn der König zum Geheimen Rat ernannte. Seit 1763 reorganisierte C. die Hofapotheke in Berlin und führte als Mitglied des Armendirektoriums die Aufsicht über die Berliner Krankenanstalten. 1770 wurde er Direktor der Ephemeriden der Leopoldina und leitete hier eine Neuordnung ein. Friedrich der Große zog sich jetzt jüngere Ärzte zur Behandlung heran und übertrug dem alternden C. dafür nach und nach alle führenden Ämter im Medizinalwesen (1784 auch den Vorsitz im Obercollegium medicum, der bisher Juristen vorbehalten war), in denen C. seine große Organisationsgabe voll entfalten konnte. Daneben betrieb er eine ausgedehnte und erfolgreiche ärztliche Praxis, die von arm und reich in Anspruch genommen wurde, und die er auch nach seiner Erblindung (1783) mit Hilfe junger Ärzte fortsetzte.

    Testamentarisch vermachte C. der Berliner Akademie 1000 Taler für Preisaufgaben über Haushaltung, Ackerbau und Gärtnerkunst und der Leopoldina die gleiche Summe für Arbeiten über praktische Medizin. Auf Grund dieser Stiftung verleiht die Leopoldina alle 2 Jahre die Cothenius-Medaille.

  • Werke

    u. a. Über Mittel, sich vor d. Pocken zu schützen, Berlin 1765;
    Chem. Unters. d. roten Chinarinde …, ebd. 1783;
    Vita Cothenii, in: Nova Acta 8, 1791 (Autobiogr., Ms. in d. Dt. Staatsbibl. Berlin).

  • Literatur

    ADB IV;
    H. F. Delius, Memoriae Ch. A. Cothenii, in: Nova Acta 8, 1791 (enthält Mitt. üb. d. C.-Stiftung);
    J. C. W. Moehsen, Rede, dem Andenken d. GR C. gewidmet, in: Slg. d. dt. Abhh. in d. Kgl. Ak. d. Wiss. zu Berlin in d. J. 1788 u. 1789, Berlin 1793, S. I-VIII (W-Verz.);
    A. Köhler, Kriegschirurgen u. Feldärzte d. 17. u. 18. Jh., 1899;
    H. Schotten, Ch. A. C., in: Leopoldina, Berr. d. Kais. Dt. Ak. d. Naturforscher zu Halle, 2, 1926, S. 199-222 (W, L);
    E. Heischkel, Ch. A. C., in: Pommer. Lb. III, 1940, S. 39-47 (L, P);
    M. Stürzbecher, C. u. d. Berliner Hofapotheke, in: Berliner Gesundheitsbl., Jg. 1954, Nr. 24;
    Friedrich d. Gr. u. s. Ärzte, = Ciba-Zs. 72, 1955 (P);
    W. Treue, Mit d. Augen ihrer Leibärzte, 1955; Zur C.-Stiftung: E. Abderhalden, in: Nova Acta Leopoldina, NF 2, 1935, S. 577-85, und NF 10, 1942, S. 389 f. (mit Abb. d. C.-Medaille)
    ;
    E. Saffert, in: Die Mainleite, Schweinfurt, 3, 1952, S. 18.

  • Portraits

    Kupf. v. J. C. Krüger, 1789, nach Gem. v. A. D. Thorbusch, 1777, Abb. bei Heischkel u. in Ciba-Zs. (s. L).

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Cothenius, Christian Andreas von" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 375 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118907417.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Cothenius: Christian Andreas C., Leibarzt König Friedrichs d. Gr., Generalstabsmedicus etc. etc.; in den Oeuvres de Frédéric le Grand edid. Preuss mehrmals genannt (Tome XIII, 28 „un vrai fils d'Esculape"; T. XIX, 34; T. XXV, 314; T. XXVI, 553; T. XXVII 1. partie, p. 178, 228, 229, 322). Eines schwedischen Regimentsfeldscheers Sohn, geb. den 14. Febr. 1708 zu Anclam; gest. 5. Jan. 1789 zu Berlin. Schüler des berühmten Friedr. Hoffmann, begann C. die ärztliche Praxis in Havelberg, erhielt hier das Prädicat „Hofrath“ und 1740 noch unter Friedrich Wilhelm I. das Kreisphysikat in der Priegnitz. König Friedrich II. verweigerte, als der Neu-Strelitzer Hof eine Uebersiedelung des C. als Leibarzt wünschte, die Entlassung. Dagegen berief ihn der König im Dec. 1747 plötzlich nach Potsdam, examinirte ihn — so scharf, „als wenn er selbst der Facultät angehöre“ — und stellte ihn als Hofmedicus etc. in Potsdam an. Im Jan. 1748 anvertraute sich der König in eigener Krankheit (mit Eller unzufrieden) C. Dieser bewirkte eine vollständige Genesung, und hatte hiermit sein weiteres günstiges Schicksal begründet. Der vortreffliche Beistand, welchen C. der während eines Besuchs in Berlin (1750) am Nervenfieber erkrankten Lieblingsschwester des Königs geleistet, verschaffte ihm das Patent als wirklicher königlicher Leibmedicus, die Ernennung zum Generalarzt der Armee und andere Dignitäten im Staatsdienst, sowie auch die Mitgliedschaft bei der Berliner königl. Akademie der Wissenschaften. Die kaiserlich deutsche Akademie der Naturforscher ertheilte C. jetzt einen höhern Grad. Im J. 1755 bewältigte C. das den König zum ersten Mal sehr stark belästigende (ererbte) Podagra. — Mit seinen hervorragenden Leistungen im siebenjährigen Kriege, als oberster Feldarzt, hat sich C. ein Anrecht erworben, ruhmvoll genannt zu werden neben Schwerin, Keith, Seydlitz. Leider aber ist sein Name ganz in Vergessenheit gekommen. Die Leopoldinisch-Carolinische Akademie und die Berliner Akademie ehrten C. (auf Veranlassung des Schreibers dieses), indem sie, als dankverpflichtete Inhaber von Cothenius'schen Legaten sein Grabdenkmal im J. 1864 renoviren ließen, weil dessen Fortexistenz (auf dem vordersten Kirchhof vor dem Halle'schen Thor in Berlin) gefährdet war. Ein handschriftliches curriculum vitae in der Berliner Bibliothek und die demselben entnommene Cothenius-Biographie in dem (1866 bei Mittler und Sohn zu Berlin erschienenen) Buch: „Militaria aus König Friedrichs des Großen Zeit“ enthalten Ausführliches über die ärztliche Gediegenheit und hohe Bedeutsamkeit, große Bescheidenheit, Berufsfreudigkeit und Menschenfreundlichkeit eines trefflichen, dem fortdauernden Andenken empfehlenswerthen Mannes. C. schrieb seiner vielen amtlichen Arbeiten halber, außer einigen akademischen|Abhandlungen nur ein (nicht umfängliches) Buch: „Ueber die Mittel, sich vor den Pocken zu schützen“.

    • Korrektur

      Korrektur: Cothenius bekleidete von 1770 bis zu seinem Tode das Ehrenamt eines Director ephemeridum der kais. Leopold.-Carolin. Akademie. Vgl. seine Biographie im 8. Bande der Nova acta Academiae Caesareae Leop.-Carol. (1791), mit Porträt und Neigebaur's Geschichte der Akad. (1860) mit der Abbild. der Cotheniusmedaille.

  • Autor/in

    Grf. Lippe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Lippe, E. Graf zur, "Cothenius, Christian Andreas von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 517-518 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118907417.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA