Lebensdaten
1835 bis 1926
Geburtsort
Würzburg
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Anatom ; Pathologe ; Bakteriologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118906232 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eberth, Carl Joseph
  • Eberth, Karl
  • Eberth, Carl Joseph
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Zitierweise

Eberth, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118906232.html [24.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Kunstmaler;
    1870 Elisabeth, T des Karl Gg. Leonh. Hollensteiner (1810–71), 1. Pfarrer u. Dekan in Kaiserslautern;
    3 T.

  • Leben

    E. studierte in seiner Geburtsstadt Medizin und erhielt von Heinrich Müller, A. Kölliker, E. Leydig, F. Rinecker und R. Virchow theoretisch und praktisch eine so glänzende medizinische und zootomische Ausbildung, daß er zugleich Anatom, vergleichender Anatom und Histologe, pathologischer Anatom, Parasitologe und Bakteriologe war und auf jedem der von ihm beherrschten Gebiete Bahnbrechendes geleistet hat. 1859 promoviert, wurde er nach 6jähriger Assistententätigkeit als Prosektor an Köllikers Zootomischen Institut (1862 habilitiert) 1865 als Extraordinarius für Anatomie und Pathologie nach Zürich berufen, dort 1869 zum Ordinarius ernannt und 1874 auch noch mit dem Lehrstuhl für Pathologie, Histologie und Entwicklungsgeschichte an der Züricher Tierarzneischule betraut. 1881 folgte er einem Rufe nach Halle, wo er zunächst die vergleichende Anatomie und Histologie, von 1893 die gesamte Anatomie und von 1895 bis zu seiner 1911 erfolgten Emeritierung die pathologische Anatomie vertrat. Der Vielfalt seiner Interessen entsprach die Mannigfaltigkeit seiner vielen, in vorbildlich klarem und sachlichem Stil und zum Teil mit meisterhaften Zeichnungen eigener Hand versehenen Veröffentlichungen. Als Parasitologe schrieb er über den Peitschenwurm und die Nematoden, als Anatom und Histologe befaßte er sich in erster Linie mit der Zellentstehung und Zellkernteilung, mit der Feinstruktur der Leber und dem Wachstum der fötalen Knochen sowie in seinem letzten und größten Werk mit der Histologie der männlichen Geschlechtsorgane. Als seine bedeutendsten pathologischen Arbeiten gelten die über die Entzündung, über das Amyloid und, im Verein mit C. Schimmelbusch, über die Thrombose. Seine bekannteste Arbeit indessen war seine schon 1880 erschienene Abhandlung über den Typhusbazillus, den er entdeckte und beschrieb, welche Entdeckung dann 1884 Georg Gaffky durch die Züchtung dieses später als „Eberth-Gaffky-Bazillus“ bezeichneten Erregers mittels der inzwischen von R. Koch eingeführten Reinkultur bestätigte.

  • Werke

    u. a. Die Organismen in d. Organen b. Typhus abdominalis, in: Virchows Archiv f. path. Anatomie 81, 1880, S. 58-74; Neue Unterss. üb. d. Bacillus des Abdominaltyphus, ebd. 83, 1881, S. 486-501;
    Der Typhusbacillus u. d. intestinale Infektion, in: Slg. klin. Vorträge, 1883, Nr. 226 (Inn. Med. Nr. 77), S. 2033-50;
    Die Thrombose nach Versuchen an Leichenbefunden, 1888 (mit C. Schimmelbusch); Die männlichen Geschlechtsorgane, in: K. v. Bardeleben, Hdb. d. Anatomie d. Menschen, 1904.

  • Literatur

    Ribbert, in: Dt. med. Wschr., 1905, S. 1511 f. (P); R. Beneke, in: Berliner klin. Wschr., 1915, S. 1010-12 (W);
    Wächter, in: Apotheker-Ztg., 1927, S. 310-12 (Alters-P);
    R. Beneke, in: Münchener med. Wschr., 1935, S. 1536 f.;
    BLÄ II (Sterbedatum falsch); Pagel (W, P).

  • Autor/in

    Wilhelm Katner
  • Empfohlene Zitierweise

    Katner, Wilhelm, "Eberth, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 259 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118906232.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA