Lebensdaten
1836 bis 1908
Geburtsort
Köthen (Anhalt)
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118868985 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rindfleisch, Eduard von
  • Rindfleisch, Eduard
  • Rindfleisch, Eduardus
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Zitierweise

Rindfleisch, Eduard von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118868985.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg R. (früh †), anhalt. Reg.rat in K.;
    M Bertha (1813–44), T d. Wilhelm v. Brunn (1779–1840, anhalt-köth. Adel), aus K., Dr. med., Stadtphysikus in Staßfurt, anhalt-köth. Leibarzt, Geh. Obermed.rat (s. A. G. Schmidt, Anhalt'sches Schriftst.-Lex., 1830; NDB II*), u. d. Charlotte Luise Meckel (1787–1852), übernahm R.s Erziehung;
    Om Julius v. Brunn (1805–69), Dr. med., prakt. Arzt, Kreisphysikus in K., anhalt-köth. Hofrat;
    4 Geschw u. a. Georg Heinrich R. (1834-83), Unterstaatssekr. im preuß. Justizministerium (s. ADB 30);
    1861 Helene Rostoski, T e. Justizrats in Wittenberg;
    2 S, 1 T;
    Vt Julius v. Brunn (1840–93), preuß. Oberbergrat, Albert v. Brunn (1841–1907), Dr. med., Kreisphysikus in K., anhalt. Geh. Med.rat, Karl v. Brunn (1845–92), Dr. med., preuß. Sanitätsrat, Max v. Brunn (1845–1915), preuß. Konsistorialpräs., Albert v. Brunn (1849–95), Dr. med., Prof. d. Anatomie in Rostock (s. NDB II*).

  • Leben

    R. besuchte das Gymnasium in Wittenberg und studierte seit 1855 Medizin in Heidelberg, Würzburg und Berlin. 1859 bei Rudolf Virchow (1821–1902) mit der Arbeit „De vasorum genesi“ promoviert, war er anschließend in dessen neugegründetem Institut in Berlin als Assistent tätig, wo er über Eiterbildungen in der Hornhaut, auf Schleimhäuten und serösen Häuten forschte. 1861 ging R. als Assistent Rudolf Heidenhains (1834–97) nach Breslau und habilitierte sich dort für pathologische Anatomie. 1862 folgte er einem Ruf als Prosektor nach Zürich, wo er einen Kurs für pathologische Gewebelehre einführte (1864 ao. Prof.). 1865 wurde er o. Professor in Bonn und 1874 in Würzburg, wo nach seinen Entwürfen ein neues pathologisches Institut gebaut wurde (Fertigstellung 1878), an dem er bis zu seiner Emeritierung 1906 wirkte.

    R.s „Lehrbuch der pathologischen Gewebelehre“ (1867, 61886, engl. 1872 u. 1872/73, franz. 1888) entwickelte sich zum Standardwerk. Schwerpunkt seiner Forschung war die Histologie. Nach umfangreichen Untersuchungen vermutete er – noch vor Robert Kochs Nachweis des Tuberkel-Bazillus (1892) – eine infektiöse Genese der Tuberkulose und prägte dabei den Begriff der „spezifischen Entzündung“. R.s besondere Leistung ist die Beschreibung der morphologisch auffälligen Makrophagen bei der typhösen Entzündung, die nach ihm „Rindfleischzellen“ benannt wurden. Von bleibender Bedeutung ist auch seine 1890 getroffene Abgrenzung des Myokardinfarkts von der Myokarditis.

    „Metapathologisch“ vertrat R. in seiner Würzburger Rektoratsrede (Ärztliche Philosophie, 1888) einen Neovitalismus. Er lehnte den Begriff der Lebenskraft, wie ihn der ältere Vitalismus vertreten hatte, ab und sah die Bedeutung des Lebendigen in einer immer vollkommener werdenden Selbstbestimmung der Lebewesen durch Arbeitsteilung. Hierin deuten sich bereits Konzepte wie das der Selbstorganisation der Materie an. Aus seiner Annahme des Organismus als einer Gemeinschaft kooperierender Zellen leitete R. auch politisch-moralische Normen ab.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Rat.

  • Werke

    Weitere W Rede z. Einweihung d. neuen patholog. Inst., 1878;
    Elemente d. Pathol., Ein natürl. Grundriss d. wiss. Medicin, 1883, engl. 1884, franz. 1886;
    Über d. organ. Einheit, 1883;
    zahlr. Aufss.

  • Literatur

    D. Gerhardt, in: Dt. Med. Wschr. 32, 1906, S. 2082-83;
    M. Borst, in: Münchener Med. Wschr. 53, 1906, S. 2448-50;
    ders. (Hg.), FS f. G. E. v. R., 1907;
    Dt. Zeitgenossenlex., 1905;
    Wi. 1908;
    BLÄ (P);
    W. U. Eckart u. Ch. Gradmann, Ärztelex., 1995.

  • Autor/in

    Stefan Büttner
  • Empfohlene Zitierweise

    Büttner, Stefan, "Rindfleisch, Eduard von" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 627 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118868985.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA