Lebensdaten
1795 bis 1842
Geburtsort
Salzuflen
Sterbeort
Salzuflen
Beruf/Funktion
Chemiker ; Pharmazeut ; Apotheker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118796666 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brandes, Rudolf
  • Brandes, Rudolph
  • Brandes, Rudolf
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Orte

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Zitierweise

Brandes, Rudolph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118796666.html [27.05.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Gottlieb (1751–1816), Apotheker in Salzuflen;
    M Friederike, T des Pastors Nolte, Salzuflen, Stammeltern einer verbreiteten Apotheker- und Gelehrtenfamilie;
    1) 1824 Henr. Luise, T des Amtmanns Wessel in Schötmar, 2) 1836 Joh. Luise Wessel aus Niederntalle, Cousine der ersten Frau;
    4 K aus 1), 3 K aus 2).

  • Leben

    Nach praktischer Ausbildung in Osnabrück und Erfurt und Studium in Halle (Promotion 1817) übernahm B. die väterliche Apotheke in Salzuflen. Sie befindet sich noch jetzt im Besitz seiner Nachkommen. - B. war ein vielseitiger Gelehrter und Organisator. Als Analytiker entdeckte er im Laufe seiner zahlreichen chemischen und pharmazeutischen Arbeiten u. a. 1819 das Delphinin, später das (allerdings noch unreine) Atropin und Hyoscyamin und 1838 das Akrolein. Über seine sehr sorgfältigen meteorologischen Beobachtungen, die ihn als ersten Wetterkarten aufstellen ließen und seine „Beiträge zur Witterungskunde“ veranlaßten, stand er mit Goethe in ständigem Briefwechsel. Die Pharmazie hat er bleibend beeinflußt durch das von ihm (mit A. P. Du Menil und E. Witting) 1820 begründete, seit 1835 unter diesem Namen erscheinende „Archiv der Pharmazie“, die noch jetzt führende wissenschaftliche Zeitschrift. In gleicher Weise ist B. (mit P. L. Geiger und J. v. Liebig) als Begründer der seit 1832 herausgegebenen „Annalen der Chemie“ anzusehen. Mit Du Menil, F. W. Beißenhirtz und Witting gründete B. 1820 den „Apothekerverein im nördlichen Teutschland“, dessen Oberdirektor er bis zu seinem Tode war. Diese Vereinigung war der Ausgangspunkt für alle späteren organisatorischen Zusammenschlüsse in der praktischen Pharmazie, aus denen sich 1872 der umfassende „Deutsche Apothekerverein“ gestaltete. - Dr. pharm. h. c. Marburg.

  • Werke

    s. Archiv d. Pharmazie, Bd. 37, 1844;
    Pogg. I;
    Ferchl.

  • Literatur

    ADB III;
    NND, Jg. 1842;
    J. A. Buchner, Repertorium d. Pharmazie, Bd. 79, 1843, S. 85-95;
    A. Adlung, Alte Apothekerfamilien u. ihre Apotheken, in: Pharmazeut. Ztg.-Nachrr., 1928 (P);
    Menschen vom Lippischen Boden, hrsg. v. M. Staercke, 1936, S. 187 f.;
    G. Urdang, Goethe and Pharmacy, Madison 1949 (P);
    Pharmazeut. Ztg.-Nachrr. 88, 1952, S. 693 f.;
    Dt. Apotheker-Ztg., Jg. 92, 1952, S. 733 f. (P).

  • Autor/in

    Georg Edmund Dann
  • Empfohlene Zitierweise

    Dann, Georg Edmund, "Brandes, Rudolph" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 522 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118796666.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Brandes: Rudolf B., ein gelehrter Apotheker, geb. zu Salzuflen in Lippe-Detmold am 18. Oct. 1795, ebendaselbst am 3. Dec. 1842. Von seinem Vater zum Apotheker bestimmt, bezog er nach vollendeter Lehrzeit im J. 1815 zur höheren wissenschaftlichen Ausbildung die Universität Halle. Dann wandte er sich im Januar 1816 nach Erfurt, wo er bei dem ausgezeichneten, aber damals schon erblindeten Apotheker und Chemiker Bucholz eine passende Gelegenheit fand, um sich noch in der Chemie weiter auszubilden, bevor er die Apotheke seines inzwischen verstorbenen Vaters in Salzuflen übernahm. Trotz der vielen Mühe, welche die sorgsame Führung einer Apotheke verursacht, fand B. doch noch Zeit zur Vornahme zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten,|besonders von chemischen Untersuchungen von Mineralien, Mineralwassern und medicinisch wirksamen Pflanzen und Pflanzentheilen, welche in verschiedenen chemischen und pharmaceutischen Zeitschriften veröffentlicht sind. Aber manche von diesen Arbeiten haben viel von ihrem Werthe verloren, seitdem andere Forscher die Unrichtigkeit der darin beschriebenen Beobachtungen nachgewiesen haben. Ein von ihm im J. 1827 begonnenes größeres Werk „Repertorium der Chemie“ (Hannover 1827—1833, 4 Bde.), blieb unvollendet. Ein bleibendes Verdienst um das Apothekerwesen hat sich B. durch die im J. 1820 erfolgte Stiftung des Apothekervereins im nördlichen Deutschland, welcher nun zum allgemeinen deutschen Apothekerverein geworden ist, erworben, sowie durch die Gründung der diesem Verein zum Organ dienenden Zeitschrift „Archiv der Pharmacie“, welche eine Zeit lang mit den von Geiger und Liebig gegründeten „Annalen der Pharmacie“ verschmolzen war.

  • Autor/in

    A. Buchner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Buchner, A., "Brandes, Rudolph" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 244-245 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118796666.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA