Lebensdaten
1878 bis 1975
Geburtsort
Schmiedeberg (Schlesien)
Sterbeort
Losone bei Ascona (Kanton Tessin)
Beruf/Funktion
Diplomat ; Politiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11874481X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rheinbaben, Werner Freiherr von
  • Rheinbaben, Werner Karl Ferdinand von

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Zitierweise

Rheinbaben, Werner Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11874481X.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hans v. R. (1849-1933), aus Breslau, Dr. iur., preuß. Landesger.präs., S d. Karl (1799–1885), aus Klein-Jänowitz. Dr. iur., Kreisger.rat, u. d. Karoline Schaeffer (um 1815–84);
    M Klara (1857–1918), aus Breslau, T d. preuß. Majors Mortimer v. Lingk (* 1819), aus Rawitsch, u. d. Emilie Bätz (Betz);
    Berlin 1919 Lisa (1897–1985), T d. Rittmeisters Olof Frhr. v. Paleske (1862–1945), auf Spengawsken (Westpreußen), u. d. Viktoria v. Laffert (1874–1946, 2] 1918 Willibald v. Dirksen, 1852–1928), aus Dannenbüttel;
    2 S Georg-Wilhelm (* 1920), Oberst i. G. d. Bundeswehr, Hans-Kaspar (* 1922), Privatier, Mitinh. d. Bankhauses I. H. Stein; Verwandter Georg (s. 1).

  • Leben

    Nach dem Gymnasialbesuch in Breslau, Berlin und Lübeck trat R. 1895 als Kadett in die ksl. Marine ein, wurde 1898 Seeoffizier, nahm u. a. 1900/01 an der Expedition gegen den Boxer-Aufstand teil und war 1903-05 als Begleiter des Kaisersohns Adalbert wiederholt in der engeren Umgebung Wilhelms II. 1905-07 besuchte er die Marineakademie, war 1908-10 Adjutant des Admirals Alfred v. Tirpitz, 1912/13 Marineattaché in Rom. 1913 trat R. als Korvettenkapitän in den diplomatischen Dienst über, war an den Vertretungen in Paris, Brüssel, Bukarest und Kristiania und seit 1917 im Auswärtigen Amt tätig. Zeitweise arbeitete er 1914/15 als Reserveoffizier im Reichsmarineamt. Als Legationssekretär schied er im Juli 1919 aus dem Reichsdienst, trat im Oktober der DVP bei und wurde 1920 in den Reichstag gewählt, wo er bis 1930 den Wahlkreis Breslau vertrat. Von August bis Oktober 1923 war R. als Staatssekretär Chef der Reichskanzlei. Nach eigener Darstellung trat er zurück, da er Kanzler Gustav Stresemann nicht für eine|vorübergehende diktatorische Regierung gewinnen konnte; offenbar wirkte aber auch Druck aus der Fraktion. In der Folge war R. Sprecher der DVP im Auswärtigen Ausschuß, 1926-33 parlamentarischer Delegierter der dt. Vertretung beim Völkerbund sowie 1932/33 stellv. Leiter der dt. Delegation auf der Genfer Abrüstungskonferenz. Nach dem dt. Völkerbundsaustritt wurde er im Nov. 1933 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. 1937 trat er der NSDAP bei. Auf Auslandsvortragsreisen und in Schriften unterstützte er bis in den 2. Weltkrieg hinein die dt. Außenpolitik. 1942/43 wirkte er in Portugal für das Dt. Rote Kreuz in Kriegsgefangenenangelegenheiten. Auch nach 1945 war R., der wie schon zuvor im Versicherungswesen arbeitete, historisch-publizistisch tätig, wobei eine monarchistische Prägung sein Urteil trübte.|

  • Auszeichnungen

    Aufsichtsratsehrenvors. d. Eos-Lebensvers. AG u. d. Vereinigte Krankenvers. AG; Gr. BVK mit Stern.

  • Werke

    Von Versailles zur Freiheit, Weg u. Ziel d. dt. Außenpol., 1927 (gekürzte franz. Ausg.: Que vise lÁllemagne?, 1928);
    Die zweite Nachkriegsepoche (Vom Dawesplan z. Haager Abkommen), Mit e. Anhang v. Dok., Auszügen aus Reden, Verträgen usw., 1930;
    Genfer Abrüstungskonferenz – und was nun?, Der dt. Kampf um Abrüstung u. Gleichberechtigung, 1932;
    Eine pol. Umschau, Unruhiges Europa, 1939;
    Die Entstehung d. Krieges 1939, 1940 (span., franz.);
    Englands Krieg um e. neues Europa, 1939, 21939;
    Vers une nouvelle Europe, Conférence donnée le 19 Avril 1941 sous les auspices du Groupe „Collaboration“ à la Maison de la Chimie, Paris, 1941;
    Der großdt. Befreiungskrieg, Vorgesch. – Verlauf – Siegeszuversicht, 1942 (auch u. d. T.: Kurzgefaßte pol. Gesch. d. Krieges 1939–42, 1942);
    Viermal Dtld., Aus d. Erleben e. Seemanns, Diplomaten, Politikers 1895-1954, 1954 (P);
    Kaiser, Kanzler, Präsidenten, Erinnerungen, 1968 (P), 2., erw. Aufl. u. d. T.: Kaiser, Kanzler, Präsidenten, Wie ich sie erlebte, 1895-1934, 1971 (P);
    zahlr. Art. in Ztgg. u. Zss.

  • Literatur

    RT-Hdb. 1920-1933, 4. Wahlperiode 1928, S. 414 f. (S. 541 P);
    Das Dt. Reich v. 1918 bis heute, hg. v. C. Horkenbach, 1930, S. 730;
    Rhdb. (P);
    Wi 1971/73;
    Munzinger;
    GHdA Freiherrl. Häuser A IX, 1975, bes. S. 405;
    Adelslex. XI, 2000. |

  • Quellen

    Qu BA Koblenz (Restnachlaß); Pol. Archiv d. AA (Personalakte); Dt. Adelsarchiv, Marburg.

  • Autor/in

    Wolfgang Elz
  • Empfohlene Zitierweise

    Elz, Wolfgang, "Rheinbaben, Werner Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 488-489 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11874481X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA