Dates of Life
1891 – 1960
Place of birth
Neuenegg Kanton Bern
Place of death
Bern
Occupation
Maler ; Künstler
Religious Denomination
reformierte Familie
Authority Data
GND: 11872679X | OGND | VIAF: 59879087
Alternate Names
  • Lauterburg, Martin
  • Lautherburg, Martin

Archival Sources

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Lauterburg, Martin, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11872679X.html [30.01.2023].

CC0

  • Genealogy

    V Otto (1854–99), Pfarrer in Lenk u. N., S d. Karl Franz (1825–71), Pfarrer, Komponist (Ps. Anton Freudenreich), u. d. Margarete Charl. Luise Studer;
    M Henriette, T d. Dr. med. Wilhelm Lindt;
    B Otto (1886–1977), Pfarrer in Saanen; Verwandter Robert (s. 2).

  • Biographical Presentation

    L. wuchs auf im bürgerlichen Knabenwaisenhaus und besuchte das Freie Gymnasium in Bern (Abitur 1909). Er begann mit philosophischen und philologischen Studien an der Univ. Neuenburg und entschloß sich dann in München, wo er 1910-35 lebte, zur Malerei. Den ersten künstlerischen Unterricht erhielt er unter Robert Engels und Julius Diez an der Kunstgewerbeschule, bildete sich dann aber selbständig weiter, wobei er die wichtigsten Anregungen von Dürer, Altdorfer und Rubens erfuhr. Während Ferienaufenthalten in Saanen entstanden die ersten Landschaftsbilder. Er unternahm während der Münchener Zeit Reisen nach Berlin, Wien, Salzburg, Frankreich und Oberitalien; folgenreich wurde die Begegnung mit der Kunst Rembrandts in Amsterdam. Nach der Rückkehr in die Schweiz lebte er gemeinsam mit der Mutter und der Schwester Therese in Bern. Zahlreiche seiner Bildmotive stammen aus der Umgebung seiner Wohnung. Anläßlich einer Ausstellung hielt er sich 1948 einige Zeit in Paris auf, 1951 erteilte er, gemeinsam mit Cuno Amiet, in England Malunterricht an Winston Churchill. Aus dem umfangreichen Atelier-Nachlaß mit einer Großzahl von Hauptwerken wurde eine Stiftung errichtet, die seit 1973 im Schloß Hünegg b. Hilterfingen am Thunersee öffentlich zugänglich ist.

    Das Klavierspiel, mit der Vorliebe für Liszt und Chopin, der Umgang mit Musikern sowie die Beobachtung des pflanzlichen Wachstums regten L.s Schaffen an, das sich keiner der verschiedenen Richtungen in der schweizer. Malerei des 20. Jh. einordnet. Unabhängig vom Impressionismus und von Cézanne verbindet sich große Farbintensität mit Helldunkel, der Bildraum bleibt jeder Flächenwirkung entgegen das formal wichtigste Anliegen. Besonders bekannt und geschätzt sind die „Geranienbilder“. Die großen figürlichen Kompositionen haben z. T. christliche Themen, wie das Altarbild der Kapelle der Dermatologischen Klinik in München oder der „Ölberg“ in zahlreichen Entwürfen und mehreren abgeschlossenen Fassungen. Die eigentümlichsten Leistungen L.s sind die Bilder mit Ausschnitten des Ateliers, seiner Gegenstände und Einrichtung in surrealen Zusammenhängen: sie werden vielfach, mit Gliederpuppe, zu Symbolen persönlicher Erlebnisse und Vorstellungen des Künstlers von seiner Arbeit, wie etwa das „Floß“ aus dem Verlassen des Münchener Ateliers hervorging. Dieser Bilderkreis enthält auch die Selbstbildnisse als unverstellte Porträts (Stilleben mit Selbstbildnis, Staatsgal. München; Selbstbildnis mit dem Christbaum, Stiftung L.) oder grotesk umgestaltet als „Atelier-Reiter“ in mehreren Fassungen, in hohem Zylinderhut, mit vorgebundener Maske. Unter den etwa 20 Bildnissen steht als Menschenschilderung an erster Stelle das Bild von „Ricarda Huch“ (drei Fassungen, Kunsthalle Mannheim, Kunstmus. Bern, Stiftung L.). Die Darstellung der „Mutter“ bei ihrer Tätigkeit in häuslicher Umgebung wird zu einer Aussage tiefer Verbundenheit, die weit hinausgeht über die porträthafte Wiedergabe. Für sein Werk bezeichnend ist schließlich die Stadtlandschaft – Straßen, Häuser, Hinterhöfe mit Gärten, Baumgruppen, Fluß und Brücke, oft in der Nacht mit Straßen- und Fensterbeleuchtung –, dagegen wurde die freie Landschaft nur in der Frühzeit gepflegt. Die letzte Schaffensepoche galt dem Bemühen, den Bildgehalt von den gegenständlich magischen Elementen zu befreien und ihn mit einfachen, großen Formea in einem allseitig geöffneten Bildraum zur|Wirkung zu bringen.|

  • Awards

    Ehrenmitgl. d. Ak. d. Bildenden Künste München (1959).

  • Works

    Weitere W Die M.-L.-Stiftung besitzt ca. 100 Gemälde, ebensoviele Zeichnungen, Aquarelle, Studienbll., dazu Skizzenbücher u. Lith. (meist n. Gem.), Photos d. eigenen Werke u. als Bildmotive;
    Gem. in dt. u. schweizer. Museen. -Schriftl. Nachlaß:
    Bern, Burgerbibl.

  • Literature

    P. Fierens, M. L., 1933;
    Ausst.kat. Kunstmus. Bern, 1951;
    U. Christoffel, M. L., 1963 (L, P);
    Künstler-Lex. d. Schweiz I, 1961 (L);
    ThB.

  • Author

    Max Huggler
  • Citation

    Huggler, Max, "Lauterburg, Martin" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 740-741 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11872679X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA