Lebensdaten
um 1715 bis 1773
Geburtsort
(Paris ?)
Sterbeort
Paris
Beruf/Funktion
Architekt
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118726013 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • La Guêpière, Philippe de
  • la guepiere, philippe de
  • Guespierre, Pierre L. de la
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Zitierweise

La Guêpière, Philippe de, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118726013.html [25.01.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Lucien Philippe, Schloßhauptm. in Sceaux, S d. Claude; M N. N.;
    Ov Jacques ( 1734), Architekt (s. ThB);
    - ca. 1750 Marie Adam ( n. 1809);
    1 S, 2 T, u. a. Jacques Benjamin, Architekt (s. ThB).

  • Leben

    Eingeführt in die Baukunst durch seinen Onkel Jacques, studierte L. an der Pariser Académie d'Architecture (erw. 1736/37). Danach bildete er sich in der Praxis fort. Um 1750 stand er in Verbindung mit dem Reformkreis um den Marquis de Marigny und J. G. Soufflot, der sich gegen die Übertreibungen des Louis-XV-Stils in der Architektur wandte. L. zeichnete und stach damals die ersten Entwürfe für seinen „Recueil d'Architecture“ und bildete Architekten aus. Seit 1752 nahm er durch seinen Schüler A. F. v. Kesslau wesentlichen Einfluß auf den Bau des Karlsruher Schlosses. Durch seine Entwürfe wie durch ein Projekt für eine Militärschule empfahl er sich dem jungen Hzg. Carl Eugen von Württemberg, der ihn 1752 in der Nachfolge von Leopoldo Retti als Oberbaudirektor berief. L. hatte das 1747 von Retti begonnene Neue Schloß in Stuttgart weiterzuführen. Er errichtete den linken Flügel, wobei er die Stadtfassade in betont einfachen Formen hielt. Bis 1763 schuf er die Innenausstattungen, von denen die Repräsentationsräume in den Formen des „goût grec“, das Treppenhaus mit seinen Nebenräumen, der Marmorsaal, die Aeneasgalerie und der Weiße Saal nach dem 2. Weltkrieg wiederhergestellt werden konnten. 1757/58 dekorierte er im Ludwigsburger Schloß ein Appartement für den Herzog in gemäßigten Rokokoformen und richtete 1758 das im Empire dann umdekorierte Theater ein. Im selben Jahr entstand mit der berühmten Oper im Stuttgarter Lusthaus ein Hauptwerk L.s; sie gehörte damals zu den schönsten und größten Theatern, mußte jedoch 1811 einem neuen Einbau von N. F.|Thouret weichen. Das kleine Lustschloß „Seehaus“ (Monrepos) 1760/64 markiert den Höhepunkt in L.s künstlerischer Entwicklung. Als der Herzog 1764 die Residenz nach Ludwigsburg verlegte, wurden die Arbeiten am Neuen Schloß eingestellt. L. weilte daraufhin längere Zeit in Paris; vergeblich bemühte er sich um Aufträge in Bayreuth, Wien, Hechingen, Konstanz und Petershausen. Erst Anfang 1767 wurde er für die äußere und innere Dekoration des 1764 begonnenen Lustschlosses Solitude herangezogen. Dabei entstanden der repräsentative Weiße Saal und weitere Rokokoräume. Ende 1767 wurde L. pensioniert und übersiedelte nach Paris, wo er jedoch nicht mehr Fuß fassen konnte, da nun die jüngere Generation der Klassizisten das Feld beherrschte. Praktizierte L. für die Privaträume des Herzogs ein am franz. Régence orientiertes zurückhaltendes Rokoko, so war sein eigentlicher Stil der „goût grec“, ein durch „griegische“ Prinzipien wie das der „Simplicité noble“ bestimmter und noch nicht archäologisch imitativer Vor-Klassizismus. L.s Bedeutung für die Kunstgeschichte Südwestdeutschlands liegt darin, daß er frühzeitig den Boden für den Klassizismus bereitete, den schließlich sein Landsmann Pierre Michel d'Ixnard einleitete.

  • Werke

    Weitere W Veröff.: Recueil de differens projets d'Architecture …, 1752;
    Recueil d'esquisses d'Architecture, 1758 (P). - Bauten: Festdekorationen f. d. württ. Hof 1755, 1756, 1763, 1764;
    Ausstattungen im Gartenflügel d. Neuen Schlosses 1753/62 (1762 zerstört);
    Atelierhaus f. Hofmaler N. Guibal 1763 (zerstört).

  • Literatur

    H. Klaiber, Der württ. Oberbaudir. Ph. de La G., 1959;
    ders., in: Lb. aus Schwaben u. Franken VII, 1960, S. 122-48 (P);
    H. J. Wörner, Architektur d. Frühklassizismus in Süddtld., 1979;
    ThB.

  • Portraits

    Kupf. v. Egid d. J. Verhelst n. Grillet (im Recueil d'Architecture, 1758), Abb. b. Klaiber, s. L.

  • Autor/in

    Hans Klaiber
  • Empfohlene Zitierweise

    Klaiber, Hans, "La Guêpière, Philippe de" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 413 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118726013.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA