Lebensdaten
1844 – 1910
Geburtsort
Ladany bei Tokay (Ungarn)
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Rabbiner ; Historiker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 118707132 | OGND | VIAF: 35251062
Namensvarianten
  • Horovitz, Markus
  • HWRWWYṢ, MRDKY HLWY
  • Horovitz, M.
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Zitierweise

Horovitz, Markus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118707132.html [26.11.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (Chajim, 1811–51), S d. Jehuda Löb;
    M Hindel ( 1872), T d. Wolf Groß;
    1872 Auguste (1851–1919), T d. Jacob Ettlinger (1798–1874), Oberrabbiner in Altona (s. Enc. Jud.), u. d. Sophie Mayer;
    8 S, 3 T, u. a. Jacob (1873–1939), Rabbiner u. Dozent f. jüd. Rel.wiss. a. d. simultan-päd. Ak. in F. (s. W, L), Josef (s. 1).

  • Biographie

    H. lernte an den Talmudschulen in Ujhely, Verbo und in Eisenstadt unter E. Hildesheimer. Anschließend studierte er Philosophie und orientalische Sprachen an den Universitäten Wien, Budapest und Berlin und wurde 1871 mit einer Arbeit über Rabbi Jochanan in Tübingen zum Dr. phil. promoviert. 1870 ging er mit Hildesheimer nach Berlin, wurde Lehrer an dessen Lehranstalt und beteiligte sich an der Gründung der Wochenzeitschrift „Die Jüdische Presse“. 1871 wurde H. als Rabbiner nach Lauenburg (Pommern), 1874 nach Gnesen berufen. Er organisierte dort wichtige Rabbinerversammlungen (1876 u. 1878). Als Rabbiner S. R. Hirsch seine Petition an den preußischen Landtag richtete, ein Gesetz zu erlassen, das den Austritt aus den jüdischen Gemeinden erlauben würde, war H. fast der einzige gesetzestreue Rabbiner, der seine Unterschrift verweigerte. 1878 wurde er Rabbiner der allgemeinen Gemeinde in Frankfurt/M., unter Bedingungen, die die Religionsbedürfnisse der gesetzestreuen Kreise erfüllten. Er wirkte hier, neben der Austrittsgemeinde Hirschs, für das gesetzestreue Judentum: Er gründete die Hauptsynagoge am Börneplatz und zwei andere Synagogen, errichtete ein Tauchbad, erneuerte die Ordnung der Schechita, eröffnete die „Israelit. Religionsschule“ und eine Talmudschule (Jeschiba). Außerdem gründete er 2 Jugendorganisationen, einen „Verein für jüdische Geschichte und Literatur“ und wirkte in der Bnai Brith Loge (Großloge für Deutschland, deren 3. Loge in Frankfurt nach ihm benannt wurde). 1896 gründete H. „Die Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner“ und war mehrere Jahre Vorsitzender des „Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland“. Obwohl er Wortführer der „Protestrabbiner“ gegen den organisierten Zionismus war, setzte er sich für die Ansiedlung von Juden in Palästina ein; außerdem wirkte er hilfreich auf sozialem Gebiet. – H. war ein anerkannter Talmudgelehrter und galt als|religionsgesetzliche (Halachische) Autorität; seine Responsasammlungen genießen bis heute großes Ansehen in der religiösen jüdischen Welt. Seine historisch-wissenschaftlichen Schriften haben auch Anerkennung in weiten Kreisen gefunden. Seine Predigten waren sehr beliebt und sind oft gedruckt worden.

  • Werke

    u. a. Unters, üb. d. Ursprung d. Ungar. Juden, in: Israelita Koelzony, 1869;
    Einiges a. d. Gesch. d. israelit. Gemeinde Eisenstadt, in: Tiferet Bachurim, ges. v. A. Grün, 1869;
    Rabbi Jochanan bar Nafcha, in: Jüd. Presse, 1870-73;
    Frankfurter Rabbinen, 1882-85, ²1969 (mit biograph. Einl. v. J. Unna);
    Jüd. Ärzte in Frankfurt, 1886;
    Responsenslg. Mateh Levi, 2 T., 1891/1932;
    Die Inschrr. d. Alten Friedhofes d. israelit. Gemeinde zu Frankfurt am Main, 1901;
    Halacha u. Schrifterklärung, in: Festschr. f. A. Berliner, 1903;
    Fünf Reden, 1925. -
    Zu S Jacob: Das platon. Nolton Zoon u. d. philon. Kosmos Noltos, 1900;
    Babel u. Bibel, 1904;
    Unterss. z. rabbin. Lehre v. d. Falschen Zeugen, 1914;
    Chaber Ir, 1915;
    Die Josephserz., 1921;
    Aus d. Oxforder Hs. d. Jos. Omez, 1937.

  • Literatur

    Jüd. Presse, 1910, Nr. 14;
    Reden b. d. Beerdigung v. M. H., 1910;
    Jüd. Jb. f. Hessen u. Nassau, 1932;
    Frankfurter Israelit. Gemeindebl., 1932, Nr. 1;
    I. Heinemann u. J. Unna, in: Jewish Leaders, hrsg. v. L. Jung, 1953;
    Enc. Jud. (auch f. S Jacob).

  • Autor/in

    Baruch Horovitz
  • Zitierweise

    Horovitz, Baruch, "Horovitz, Markus" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 642-643 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118707132.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA