Dates of Life
1844 – 1910
Place of birth
Ladany bei Tokay (Ungarn)
Place of death
Frankfurt/Main
Occupation
Rabbiner ; Historiker
Religious Denomination
jüdisch
Authority Data
GND: 118707132 | OGND | VIAF: 35251062
Alternate Names
  • Horovitz, Markus
  • HWRWWYṢ, MRDKY HLWY
  • Horovitz, M.
  • more

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Horovitz, Markus, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118707132.html [30.01.2023].

CC0

  • Genealogy

    V Joseph (Chajim, 1811–51), S d. Jehuda Löb;
    M Hindel ( 1872), T d. Wolf Groß;
    1872 Auguste (1851–1919), T d. Jacob Ettlinger (1798–1874), Oberrabbiner in Altona (s. Enc. Jud.), u. d. Sophie Mayer;
    8 S, 3 T, u. a. Jacob (1873–1939), Rabbiner u. Dozent f. jüd. Rel.wiss. a. d. simultan-päd. Ak. in F. (s. W, L), Josef (s. 1).

  • Biographical Presentation

    H. lernte an den Talmudschulen in Ujhely, Verbo und in Eisenstadt unter E. Hildesheimer. Anschließend studierte er Philosophie und orientalische Sprachen an den Universitäten Wien, Budapest und Berlin und wurde 1871 mit einer Arbeit über Rabbi Jochanan in Tübingen zum Dr. phil. promoviert. 1870 ging er mit Hildesheimer nach Berlin, wurde Lehrer an dessen Lehranstalt und beteiligte sich an der Gründung der Wochenzeitschrift „Die Jüdische Presse“. 1871 wurde H. als Rabbiner nach Lauenburg (Pommern), 1874 nach Gnesen berufen. Er organisierte dort wichtige Rabbinerversammlungen (1876 u. 1878). Als Rabbiner S. R. Hirsch seine Petition an den preußischen Landtag richtete, ein Gesetz zu erlassen, das den Austritt aus den jüdischen Gemeinden erlauben würde, war H. fast der einzige gesetzestreue Rabbiner, der seine Unterschrift verweigerte. 1878 wurde er Rabbiner der allgemeinen Gemeinde in Frankfurt/M., unter Bedingungen, die die Religionsbedürfnisse der gesetzestreuen Kreise erfüllten. Er wirkte hier, neben der Austrittsgemeinde Hirschs, für das gesetzestreue Judentum: Er gründete die Hauptsynagoge am Börneplatz und zwei andere Synagogen, errichtete ein Tauchbad, erneuerte die Ordnung der Schechita, eröffnete die „Israelit. Religionsschule“ und eine Talmudschule (Jeschiba). Außerdem gründete er 2 Jugendorganisationen, einen „Verein für jüdische Geschichte und Literatur“ und wirkte in der Bnai Brith Loge (Großloge für Deutschland, deren 3. Loge in Frankfurt nach ihm benannt wurde). 1896 gründete H. „Die Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner“ und war mehrere Jahre Vorsitzender des „Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland“. Obwohl er Wortführer der „Protestrabbiner“ gegen den organisierten Zionismus war, setzte er sich für die Ansiedlung von Juden in Palästina ein; außerdem wirkte er hilfreich auf sozialem Gebiet. – H. war ein anerkannter Talmudgelehrter und galt als|religionsgesetzliche (Halachische) Autorität; seine Responsasammlungen genießen bis heute großes Ansehen in der religiösen jüdischen Welt. Seine historisch-wissenschaftlichen Schriften haben auch Anerkennung in weiten Kreisen gefunden. Seine Predigten waren sehr beliebt und sind oft gedruckt worden.

  • Works

    u. a. Unters, üb. d. Ursprung d. Ungar. Juden, in: Israelita Koelzony, 1869;
    Einiges a. d. Gesch. d. israelit. Gemeinde Eisenstadt, in: Tiferet Bachurim, ges. v. A. Grün, 1869;
    Rabbi Jochanan bar Nafcha, in: Jüd. Presse, 1870-73;
    Frankfurter Rabbinen, 1882-85, ²1969 (mit biograph. Einl. v. J. Unna);
    Jüd. Ärzte in Frankfurt, 1886;
    Responsenslg. Mateh Levi, 2 T., 1891/1932;
    Die Inschrr. d. Alten Friedhofes d. israelit. Gemeinde zu Frankfurt am Main, 1901;
    Halacha u. Schrifterklärung, in: Festschr. f. A. Berliner, 1903;
    Fünf Reden, 1925. -
    Zu S Jacob: Das platon. Nolton Zoon u. d. philon. Kosmos Noltos, 1900;
    Babel u. Bibel, 1904;
    Unterss. z. rabbin. Lehre v. d. Falschen Zeugen, 1914;
    Chaber Ir, 1915;
    Die Josephserz., 1921;
    Aus d. Oxforder Hs. d. Jos. Omez, 1937.

  • Literature

    Jüd. Presse, 1910, Nr. 14;
    Reden b. d. Beerdigung v. M. H., 1910;
    Jüd. Jb. f. Hessen u. Nassau, 1932;
    Frankfurter Israelit. Gemeindebl., 1932, Nr. 1;
    I. Heinemann u. J. Unna, in: Jewish Leaders, hrsg. v. L. Jung, 1953;
    Enc. Jud. (auch f. S Jacob).

  • Author

    Baruch Horovitz
  • Citation

    Horovitz, Baruch, "Horovitz, Markus" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 642-643 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118707132.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA