Lebensdaten
1477 bis 1512
Geburtsort
Speyer
Sterbeort
Mainz
Beruf/Funktion
Jurist ; humanistischer Dichter
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118697544 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gresemundt, Theoderich der Jüngere
  • Gresemundt, Dietrich der Jüngere
  • Gresemund, Dietrich der Jüngere
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Zitierweise

Gresemund, Theoderich der Jüngere, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118697544.html [23.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Dietrich ( 1514), aus Meschede/Westf., Mag. art., Dr. med., 1470-75 u. seit 1484 Leibarzt d. EB v. Mainz, lehrte a. d. Univ. Mainz, „Ahnherr d. Mainzer Humanismus“ (s. L);
    M Barbara Imolaria (Imelin);
    Ov Gottschalk (n. 1400-n. 1462), Prof. d. Theol. u. Rektor in Erfurt, Dekan b. St. Marien (s. W, L), Hermann (um 1425–96), Lic. theol., Rektor d. Univ. Erfurt, Dekan d. Artistenfak., Kollegiat d. Himmelspforte, zuletzt wohl Propst (s. W, L);
    B Hermann, Jurist.

  • Leben

    Vorbereitet von seinem Vater, der den Humanismus aus Italien mitgebracht hatte, studierte der frühreife G., sehr gefördert von Ivo Wittich, an der Universität Mainz. Von dem mehrfach als Gast in seinem Elternhaus weilenden K. Celtis stark beeindruckt, gab er seine Absicht, Mönch zu werden, auf Rat des Abtes Johann Trithemius auf und ging November 1495 nach Padua, dann nach Rom, wo er Schüler des Pomponius Laetus war. Sommer 1497 setzte G. sein Rechtsstudium in Bologna fort und erwarb 1498 in Ferrara den Dr. legum. Seit Mai 1499 bei Johann Vigilius, einem Freunde seines Vaters, in Heidelberg weilend, trat er dort Reuchlin näher, hielt Rechtsvorlesungen und stand in engstem Verkehr mit Jakob Wimpfeling. Mit letzterem, Adam Werner von Themar und dessen Schüler Peter Günther, dem nachmaligen Lehrer Ph. Melanchthons, hatte er schon vorher nahe Beziehungen gepflegt. Juli 1501 weilte G. in Siena und kehrte, im oberrhein. Humanistenkreis heimisch und mit Geiler von Kaisersberg befreundet, über Straßburg und Speyer, wo er lebhaft Anteil an Wimpfelings Streit mit Murner nahm, nach Mainz zurück. In Straßburg übersetzte er damals den merkwürdigen Brief, mit dem der Herzog von Mailand den Straßburger Rat um einen Baumeister für seinen Dom bat (Upsalaer Codex). Spätestens 1499 die kirchliche Laufbahn einschlagend (beachtliche Mainzer Synodalrede), wirkte G. seit Januar 1506 als Generalvikar des EB Jakob und seit 1508 als Protonotarius und Iudex generalis des Mainzer Stuhls. 1505 wurde er Kanonikus zu Sankt Stephan in Mainz, 1510 ebenda Scholaster. Schon um 1504 lehrte er Zivilrecht an der Mainzer Universität, in seinen letzten Jahren als Ordinarius. In den 90er Jahren stand der musikbegeisterte G. zu Mainz in engen Verbindungen zu Celtis, Cuspinian und J. Canter, seit 1502 gehörte er dem Humanistenkreis um Johann Rhagius Aesticampian an, schloß auch 1502 zu Mainz mit Mutianus Rufus Freundschaft. Hutten, der G. 1505 kennenlernte, dachte der beiden Brüder G. in der Dichterrundreise der „Klagen gegen die Loetze“ (II, 10. Elegie, Vers 205 f.). Eine gute Sammlung antiker Münzen und Inschriften hatte G. seinem engen Freunde, dem als Reuchlinist bekannten Domkanonikus Dietrich Zobel von Giebelstadt zugedacht. Erasmus rühmte G. als Erfinder des Letterngusses aus Werkblei, ein Lob, das, häufig mißverstanden, G. zu Unrecht den Ruf eintrug, Erfinder der Buchdruckerkunst gewesen zu sein.

    Die literarische Begabung des sich stark an Celtis anlehnenden G. zeigte sich bereits in seiner Erstveröffentlichung (Lucubraciunculae …), mit deren 1. Teil er in Mainz den Kampf gegen die erdrückende scholastische Methode, besonders die mittelalterlichen Grammatiken, begann. Im 2. Teil griff er die landläufige, wenig von Weisheit getragene Art des Regierens an Fürstenhöfen und bei städtischen Obrigkeiten an; im 3. Teil, einer Ansprache der „Rhetorik“ an einen deutschen Reichstag, finden sich scharfe Mahnungen, besonders an Papst Alexander VI., die durch die Sittenlosigkeit des Klerus zu Grunde gerichtete Kirche zu reformieren und bei der Kurie damit anzufangen. Auch sollten die Fürsten statt Pferden, Hunden und Jagdfalken lieber wissenschaftlich gebildete Männer unterhalten, Gerechtigkeit und Selbstbeherrschung üben. Das mehrfach aufgelegte Buch verrät die Lektüre von Maffeo Vegio. Im Widerspiel zu der großen beherrschenden Zeitströmung der Askese fand deren natürliche Gegenströmung mit der poetischen, doch wirklichkeitsnahen und plastisch-lebendigen Verteidigung des rheinischen Karnevalsgeistes durch G. 1495, erstmals im deutschhumanistischen Schrifttum, ihren literarischen Niederschlag. G. zeigte darin dem alten Sittenrichter Cato, wie der „furor teutonicus“ sich in einer deutschen Stadt zur festlichen Zeit der Fastnacht austobte. Mit seinem ergreifenden epischen Gedicht über die Schändung eines Kreuzes kleidete G. die Mainzer Legende einer 1383 erfolgten Verstümmelung eines Kruzifixes durch einen dann hingerichteten Spieler, vor dem Laster des Karten- und Würfelspiels warnend, in heroische Hexameter. Von nachhaltigster Wirkung blieben die schon vor ihrem Druck handschriftlich sehr verbreiteten zwei scharfen Epigramme, mit denen der weniger als|Lyriker denn eleganter Rhetoriker bekannte G. sich gegen das Rom Alexanders VI. wandte. Diese 9 Distichen sind von hohem künstlerischem Reiz. Franz Irenikus erwähnte noch einen von G. herrührenden Katalog der Bischöfe und Erzbischöfe von Mainz.

  • Werke

    Lucubraciunculae bonarum septem artium Apologiam eiusdemque cum philosophia dialogum et orationem ad rerum publicarum rectores in se complectentes, Mainz 1494 (mit Applausen v. Trithemius u. Wimpfeling);
    Podalirii Germani cum Catone Certomio de Furore Germanico diebus genialibus carnisprivii Dialogus, ebd. 1495 (mit Distichen Joh. Cuspanians u. Jakob Canters, d. Mainzer Kanzler Gg. v. Helle zugeeignet);
    Oratio ad sanctam synodum Moguntinam elegantissima, ebd. 1499;
    De Romae Pestulantia (7 u. 2 Distichen, um 1501 entstanden), in: Coelius Secundus Curio Pasquilli II, Basel 1544, S. 98 (wieder abgedr. in: E. Böcking, Hutteni Opera III, 1862, S. 77);
    Versiculi sive Germaniae Wimphelingianae defensio adversus Murnerum, o. J. (Straßburg 1502);
    Carmen de hist. violatae crucis, ebd. 1512, 1514 (etwa 1505 entstanden, auf Veranlassung Wimpfelings postum erschienen);
    Verse in: De proprietate monachorum Tractatus perquam utilis dni. Johannis tritemij …, Mainz 1495;
    Applaus v. 29 Verszeilen, in: Epigrammata Aesticampiani, Leipzig 1507 (abgedr. in: E. Böcking, Hutteni Opera III, 1862, S. 565);
    2 Briefe an Jak. Wimpfeling, in: J. Burckhard, Comment. de ling. Lat. in Germ. fatis, II, Wolfenbüttel 1721, S. 394. - Hrsg.: Valerii Probi De literis antiquis opusculum, Mainz (um 1510);
    Valerii Probi Interpretamenta litterarum singularium in antiquitatibus Romanis cum … additionibus. Idem Valerius Probus de abbreviaturis. Nominum ciuium Romanorum … Pomponii Laeti Libellus de Romanorum magistratibus. Item de Sacerdotijs Ro. Idem de diversis Legibus Ro., Oppenheim 1510;
    Petrus Ludouicus Maldura, In vitam sancti Rochi contra pestem epidemie apud dnm. dignissimi intercessoris unacum eiusdem officio, o. O. u. J.;
    Hs. angeführt b. Knod, S. 168, s. L;
    die v. G. besorgte Abschr. d. Roswitha - Codex in d. gfl. Schönbornschen Bibl. zu Pommersfelden (Nr. 2883). - Zu Ov Hermann: Briefwechsel mit Konrad Stein: Trauerrede auf d. Mainzer EB Theoderich;
    eine Quaestio, wahrsch. in Magdeburg, erhalten in e. jetzt verbrannten Münsteraner Hs.;
    eine Erfurter Quaestio sprachphilos. Inhalts. - Zu Ov Gottschalk:
    Ein Sentenzenkommentar nahegelegt durch Zitat in Frankfurt, Cod. Praed. 22;
    Quaestionen üb. d. Ablaß, ungedr.

  • Literatur

    ADB IX;
    G. C. Knod, Dt. Studenten in Bologna, 1899 (W, L, bes. Trithemius, Catal. ill. vir.);
    Goedeke I2, S. 431;
    E. Böcking (Hrsg.), Ulrichi Hutteni Opera III, 1862, S. 77;
    K. Hartfelder, in: ZGORh 23, 1879, S. 47 f.;
    G. Bauch, in: Archiv f. Lit.gesch. 12, 1884, S. 346 f.;
    ders., Aus d. Gesch. d. Mainzer Humanismus, in: Btrr. z. Gesch. d. Univ. Mainz u. Gießen, 1907, S. 7-12 (auch f. V), 18-20, 22 f., 27, 30, 32, 51, 53;
    F. Falk, in: Archiv f. Lit.gesch. 14, 1886, S. 441 f.;
    H. Holstein, in: Zs. f. Lit.gesch., NF 4, 1891, S. 376 f.;
    H. Heidenheimer, Ein Mainzer Humanist üb. d. Karneval, in: Zs. f. Kulturgesch. …, NF 4, H. 3, 1896, S. 21 f.;
    F. W. E. Roth, Mainzer Gesch.schreibung v. 1400-1500, in: Dt. Gesch.bll. 10, 1908, S. 68 f.;
    E. C. Scherer, Gesch. u. KG an dt. Universitäten, 1927, S. 27;
    G. Ellinger, Gesch. d. neulat. Lit. Dtld.s im 16. Jh. I, 1929, S. 385 f.;
    H. Rupprich, Der Briefwechsel des K. Celtis, 1934, S. 144, 146, 178, 462;
    LThK. - Zu V Dietrich: F. W. E. Roth, Nd.rhein. Gel. a. d. Mainzer Univ. im XV.-XVII. Jh., in: Btrr. z. Gesch. d. Nd.rheins, Jb. d. Düsseldorfer Gesch.-ver. 14, 1900, S. 183. - zu Ov Hermann: G. Oergel, in: Mitt. d. Ver. f. Gesch. u. Altertumskde. v. Erfurt 19, 1898, S. 93 f.;
    UB d. Erfurter Stifter u. Klöster, bearb. v. A. Overmann, III, 1934, Nr. 308;
    L. Meier, in: Recherches de Théol. Ancienne et Médiévale 17, Löwen 1950, S. 294-96 (auch f. Gottschalk S. 287 f., 293 f.). - zu Ov Gottschalk: H. Weissenborn, Akten d. Erfurter Univ. I, 1881, S. 290-93;
    L. Meier, in: Franziskan. Stud. 26, 1939, S. 173.

  • Autor/in

    Heinrich Grimm
  • Empfohlene Zitierweise

    Grimm, Heinrich, "Gresemund, Theoderich der Jüngere" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 48 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118697544.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Gresemundt: Dietrich G. (zum Unterschied von seinem gleichnamigen Vater junior genannt), geboren in Speier a. 1475, bleibt kurze Zeit in Rom, studirt Jurisprudenz auf italienischen Universitäten, wird Doctor in Ferrara, läßt sich aber nicht durch Anerbietungen italienischer Fürsten in dem fremden Lande halten, sondern geht über Straßburg, wo er mit Geiler von Kaisersberg Freundschaft schließt, nach Mainz, lebt als Canonicus in Mainz (1506 geistlicher Vicar, 1508 Protonotar des Mainzer Erzbisthums, 1509 zum diffinitor cleri minoris, 1510 zum Scholasticus ernannt), als welcher er auch eine mehrfach gedruckte Rede vor dem Mainzer Capitel hielt, gestorben 1512. Er wird vielfach als eifriger Humanist genannt, der Wimpheling in Briefen vertheidigte, den Heidelberger Humanistenkreis mit Gedichten erfreute; seine Schriften sind selten und ohne große Bedeutung. Schon in seinem 18. Jahre schrieb er seinen „In septem artium liberalium defensionem dialogus“, den er mit einem Schreiben (cal. Jan. 1494) seinem Lehrer Joh. Trithemius widmete. In diesem Dialoge streiten sich Chyron und Aristobulos über Werth und Unwerth der sieben freien Künste, und fordern, unter Assistenz der Künste selbst, G. zum Richter auf, der natürlicherweise dem Vertheidiger derselben, Chyron, der für die Bedeutung, den praktischen und theoretischen Nutzen der Künste breite Declamationen und die Beispiele hervorragender Männer des Alterthums ins Feld führt, Recht gibt. Der Vertheidiger rühmt u. A. die Astronomie, weil sie im Stande sei, das Zukünftige vorherzukünden und Schätze zu verschaffen; der Gegner bleibt am Schlusse jedes einzelnen Dialogs bei seiner Ansicht. Diese Schrift, ein Zeugniß rühmlichen Eifers, aber nicht eben ein Beweis allzugroßer Begabung oder hervorragender Kenntnisse, scheint dem G. die Beschuldigung eines Plagiats eingetragen zu haben; wenigstens wehrt er sich in drei Gedichten im Anhange zu seiner zweiten Schrift gegen einen Zoilus, der laboris nostri primiciolas nuper calcbographia editas alieno malleo et incude fabricatas contendebat. Diese zweite Schrift nun: „Podalirii Germani cum Catone Certomio de furore germanico diebus genialibus carnisprivii dialogus“ erschien 1495, ist dem Georg v. Halle (Mainz pr. Cal. Mart. 1495) zugeeignet und durch Verse des Jacob Cantor und Joh. Cuspinian eingeleitet. Sie behandelt die, wie Cato sagt, thörichte Sitte der Deutschen (besonders der Speierer), sich jährlich einmal zu verkleiden und bemüht sich, nicht unwitzig, den Cato zu einer milderen Ansicht dieses Gebrauchs zu bekehren. Eine dritte Schrift wurde nach seinem Tode von Jacob Wimpheling herausgegeben unter dem Titel: „De violata juxta Moguntiam S. cruce historia et carmen“ (Straßb. 1514). Die Historia erzählt, daß ein Mainzer, Schelkropf mit Namen, rasend über seinen Spielverlust, Heiligenbilder verbrecherisch verletzt habe und für seinen Frevel mit dem Feuertode bestraft worden sei, das Gedicht, in Folge eines Gelübdes während einer Krankheit verfaßt, enthält lebhafte Declamationen gegen das Spiel und für die Verehrung der Heiligen. Das Gedicht, von Geiler von Kaisersberg sehr gerühmt, wurde von Gebwyler mit Scholien versehen und von demselben, von Gerv. Sopher in Offenburg, von Joh. Sapidus in Schlettstadt öffentlich erklärt. Sonstige Schriften oder Briefe von G. sind mir nicht bekannt. Trithemius in der Biographie seines jungen Freundes|(Catal. ill. vir. bei Freher, Trith. Opp. hist. I. p. 176), in welcher er sich rechtfertigt, daß er einen so jungen Menschen bewährten Alten an die Seite gesetzt habe, nennt noch eine „Oratio nomine philosophiae et oratoriae ad rerum publicarum gubernatores“, ferner ein Gedicht „In fratrem pensantem manus ordinis praedioatorum purissimam Dei parentis conceptionem stolide impugnantem“, das in dem damals wüthenden Streit über die unbefleckte Empfängniß gewiß die Ansicht des Trithemius verfocht. Franz Irenikus erwähnt noch einen „Catalogus episcoporum et archiepiscoporum Mogunt.“, der von G. herrühren soll. Ein an ihn gerichteter Brief von Beatus Rhenanus (Arg. prid. id. Jan. 1510) findet sich in „Pomponii Laeti opera“ (Straßb. 1516, Fol. LIII), von Beatus Rhenanus wird G. genannt in einem Brief an Reuchlin 1509 (Reuchlin's Briefwechsel S. 115) und in einem Briefe des Zasius an Thom. Wolf, 1506 (Epist. Zasii ed. Riegger, p. 390), in welchem er als academiae Moguntinae illustrator primarius bezeichnet wird. In dem schon angeführten Briefe des Beatus Rhenanus wird der Angeredete ferner als Sammler von Alterthümern, Inschriften und Münzen gerühmt und ermahnt, ein Werk über die Mainzer Alterthümer, ähnlich dem Peutinger'schen über die Augsburger, herauszugeben, Doch scheint aus dieser Veröffentlichung, durch die Gresemundt's Name hätte bedeutend werden können, nichts geworden zu sein. Endlich wird G. noch von Erasmus gerühmt als der Erfinder der Kunst stanneis (Mischung aus Silber und Blei) typis libros excudendi, ein Lob, das, häufig mißverstanden, dem G. den Namen des Erfinders der Buchdruckerkunst eingetragen hat. Der obengenannte Vater des G. führte von seiner Heimath den Beinamen von Meschede, war Arzt, Leibarzt der Mainzer Erzbischöfe Adolf II. und Berthold v. Henneberg, und schrieb eine Schrift „De conservanda sanitate tempore pestis“.

    • Literatur

      Joannis, Scriptores rer. Mogunt., III. p. 393—420. Adam, Vitae germ. med. Riegger, Amoen. Friburg., III., 346—352, wo eine zeitgenössische Biographie des G. jun. abgedruckt ist.

  • Autor/in

    Ludwig , Geiger.
  • Empfohlene Zitierweise

    Geiger, Ludwig, "Gresemund, Theoderich der Jüngere" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 640-641 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118697544.html#adbcontent

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