Lebensdaten
1859 bis 1923
Geburtsort
Linz/Donau
Sterbeort
Linz/Donau
Beruf/Funktion
Musikschriftsteller ; Dirigent ; Pianist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118695762 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Goellerich, August

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Zitierweise

Goellerich, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118695762.html [22.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V August (1819–83), Stadtrat in Wels, Landtags- u. Reichsratsabg., S d. k. k. Hauptm. Joseph, aus Dürnholz/Südmähren, u. d. Elisabeth Rösselhuber;
    M Marie Nowotny (1818–89), aus dt.-böhm. Kaufm.fam.;
    Budapest 1895 Gisela (1858–1946), Pianistin, gesch. v. Janos de Pászthory de Rosza, T d. Betriebsdir. Alfred Voigt u. d. Maria Juretich;
    1 S, 1 T;
    3 Stief-K Casimir v. P. (* 1886), Violinist, Prof., Gisela v. P. (1882–1955), Pianistin, Palma v. P. (1884–1958), Violinvirtuosin, Prof.

  • Leben

    G.s musikalische Begabung zeigte sich schon während seiner Schulzeit. In jugendlicher Begeisterung, vor allem für Richard Wagner, wollte er Musiker werden. Dennoch studierte er nach dem Willen des Vaters zunächst an der technischen Abteilung der Universität Wien (Hauptfach Mathematik). Erst nach dessen Tode widmete er sich ganz dem Musikstudium. Er wurde einer der engsten Schüler Anton Bruckners und erhielt seine pianistische Ausbildung durch Toni Raab, die ihn in Bayreuth mit Franz Liszt bekannt machte und ihn dem großen Meister anempfahl. Liszt erkannte sofort die pianistische und literarische Begabung seines neuen Schülers und erwählte ihn bald zu seinem ständigen Reisebegleiter und Sekretär. Enge Freundschaft verband Meister und Schüler bis zum Tode von Liszt (1886). Neben anderen literarischen Arbeiten über Musik hatte G. 1884 mit einem Aufsatz über Bruckner Aufsehen erregt, indem er als einer der ersten Kritiker die Bedeutung des Symphonikers scharf umriß. Bald darauf wurde er von Bruckner zum Biographen autorisiert. In Wien, ebenso auf Reisen durch Rußland errang er große Erfolge als Pianist, vor allem als Liszt-Interpret. Im Kampf gegen Hanslick, den Herrscher im Wiener Musikleben, setzte er sich literarisch für die sogenannte neudeutsche Schule ein. 1890 wurde er, zusammen mit seiner Frau, der Liszt-Schülerin Gisela de Pászthory-Voigt, Inhaber der Ramannschen Musikschule in Nürnberg, die er durch Gründung von Filialen in Fürth, Erlangen und Ansbach erweiterte. 1896 erhielt G. einen Ruf in seine Vaterstadt Linz als Direktor des Musikvereins und Leiter des Schubertbundes. Seine dortige erfolgreiche Tätigkeit als Dirigent galt wiederum besonders dem Lebenswerk Bruckners, durch dessen Aufführungen in den von G. begründeten Bruckner-Festkonzerten Linz zur Bruckner-Stadt geworden ist. Bis zu seinem Tode arbeitete G. an dem ihm von Bruckner selbst erteilten Auftrag: Er begann nach unermüdlichem Sammeln von Material eine umfassende Bruckner-Biographie zu schreiben, die nicht nur das Leben des Komponisten schildern, sondern vor allem auch in eingehenden musikalischen Analysen das Werk selbst in den Vordergrund stellen sollte und bis heute die grundlegende Bruckner-Biographie geblieben ist.

  • Werke

    u. a. Richard Wagners Bühnenfestspiel, Der Ring des Nibelungen, 1897;
    Beethoven, 1904, 31907;
    Franz Liszt, 1908;
    Anton Bruckner, Ein Lebens- u. Schaffensbild I, 1922 (P), II-IV (auf Grund d. Materials u. d. Skizzen G.s fertiggestellt v. M. Auer), 1928–37, 21938.

  • Literatur

    M. Auer, in: DBJ V, 1930, S. 126 ff. (W u. Tl. 1923, W, L);
    Riemann.

  • Portraits

    Lith. v. I. Eigner (Wien, Nat.bibl.).

  • Autor/in

    Ernst Waeltner
  • Empfohlene Zitierweise

    Waeltner, Ernst, "Goellerich, August" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 517 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118695762.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA