Lebensdaten
gestorben 990
Beruf/Funktion
Dompropst zu Mainz ; Mönch in St. Gallen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118688553 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ekkehard II.
  • Ekkehart Palatinus (genannt, der Höfling)
  • Ekkehard Palatinus (genannt, der Höfling)
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Zitierweise

Ekkehard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118688553.html [17.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    Wohl aus der Nähe v. St. Gallen stammend;
    Om Ekkehart I. ( 973, s. NDB IV).

  • Leben

    Über E.s Leben berichtet anschaulich, doch in vielem Geschichte mit Legende vermengend, Ekkehart IV. in den „Casus Sancti Galli“. Danach war E. schön und stattlich, untadelig in seinem Lebenswandel, gelehrt und im Umgang gewandt, das Idealbild eines Mönches der ottonischen Zeit. Sein Oheim Ekkehart I. und Gerald waren seine Lehrer. Später unterrichtete er die stolze Herzogin Hadwig von Schwaben auf dem Hohentwiel. Deren Empfehlung brachte ihn an den kaiserlichen Hof; daß er an der Erziehung Ottos II. beteiligt gewesen sei, wie die „Casus“ wollen, stößt auf chronologische Schwierigkeiten. Jedenfalls stand E. in hohem Ansehen; als Dompropst von Mainz ist er gestorben.– Von literarischer Tätigkeit E.s ist wenig bekannt. Erhalten hat sich eine Sequenz auf den heiligen Desiderius (Summis conatibus), neuerdings wird ihm auch die von den „Casus Sancti Galli“ unter Ekkeharts I. Werken genannte Afrasequenz (Laudes deo perenni) zugewiesen. Möglicherweise stammt von ihm ein anonym überliefertes Gedicht an „Hadewiga nobilissima femina“ (in 30 Choriamben und 287 Hexametern) über Proverbium 31, 10-30 „De muliere forti“. Nach den „Casus Sancti Galli“ soll er auch Initialen gemalt haben.

  • Literatur

    W. v. d. Steinen, Notker d. Dichter, 1948, Darst.bd. S. 457 ff. u. 608, Ed.bd. S. 113 u. 116 f.; zum Gedicht an Hadewiga
    vgl. A. Wilmart, Codices Reginenses latini II, 1945, S. 511; weitere L s. Ekkehart IV.

  • Autor/in

    Franz Brunhölzl
  • Empfohlene Zitierweise

    Brunhölzl, Franz, "Ekkehard" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 433 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118688553.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Ekkehart II. und Ekkehart III., Mönche von St. Gallen, im 10. Jahrhundert. — Der Decan Ekkehart I. (s. d. Art.) hatte nach Ekkeharts IV. hier wol glaubwürdigem Zeugniß vier Neffen in das Kloster St. Gallen gebracht, von denen zwei gleichnamig waren, E. II. und E. III. (die zwei anderen waren der spätere Abt Purchard II. und Notker Labeo). Wie er selbst, stammten sie wol aus der nächsten Umgebung des Klosters (Goßau oder Herisau). Beide sind fast nur aus Ekkeharts IV. Casus s. Galli bekannt. — E. II. soll von dem durch Ekkehart IV. als Lehrer gepriesenen Geraldus und von seinem Oheime unterrichtet worden sein und, als die Wittwe Herzog Burchards II. von Schwaben, Hadwig, wol nicht lange nach dem Tode ihres Gatten, 973, St. Gallen besuchte, das Portneramt bekleidet haben. Da habe der durch körperliche Schönheit, durch persönliche Gewandtheit, durch Gelehrsamkeit und Beredsamkeit ausgezeichnete Mönch die Aufmerksamkeit der Herzogin auf sich gezogen, so daß sie den auch als Lehrer tüchtigen jungen Mann sich vom Abte zur Förderung in ihren wissenschaftlichen Studien nach ihrer Burg Hohentwiel erbeten habe. Zwar hatte auch E. ihre Launen zu ertragen; aber das Kloster genoß manchen Vortheil von der offen auf ihm ruhenden Gunst und E. soll für St. Gallen bedenkliche Anzettelungen, von Reichenau her und auch vom kaiserlichen Hofe, mehrmals glücklich durchkreuzt haben. Denn Ekkehart IV. behauptet, E. sei auf Hadwigs Empfehlung hin an den Hof gelangt, wo er gleichfalls, besonders durch Kaiserin Adelheid, hoch geschätzt worden sei. Allein alle diese Einzelheiten sind in keineswegs überall stichhaltiger Weise durch Ekkehart IV. überliefert, und insbesondere war E. jedenfalls bei Otto's II. Erziehung nicht betheiligt, da er, wenn wenigstens Ekkehart IV. hierin Glaube zuzumessen ist, erst erheblich nach Otto's I. Tode an den Hof gekommen sein kann. Ganz sicher steht dagegen fest, daß E. nicht in St. Gallen, sondern in Mainz, wo der als „Höfling“ (palatinus) von den gleichnamigen Mönchen durch seine Brüder unterschiedene, jedenfalls zu nicht geringem Ansehen gelangte „Lehrer“ Propst geworden war, am 23. April 990 gestorben ist und dort in St. Alban bestattet wurde. — Etwas jünger als E. II. muß E. III. gewesen sein, welcher, als er seinen Vetter nach Ekkeharts IV. Schilderung auf den Hohentwiel begleitete und da die Cappelläne der Herzogin|unterrichtete — doch bestand auch schon das noch von Burchard errichtete, später durch Heinrich II. nach Stein am Rhein verlegte Kloster auf der Burg —, erst Diakon war. Da E. III. später 30 Jahre als Decan gewaltet haben soll, muß er länger als E. II., bis in das 11. Jahrhundert hinein, gelebt haben. — Von E. II. sind noch ein Paar Verse und eine Sequenz auf den h. Desiderius vorhanden; von Ekkeharts III. Leistungen blieb nichts übrig. Epitaphien Ekkeharts IV. auf beide theilte Dümmler, Zeitschr. f. deutsches Alterthum, Bd. II. d. Neuen Folge, S. 48 u. 49, mit.

    • Literatur

      Neben J. v. Arx, Gesch. d. Cantons St. Gallen, B. I. S. 273—275, vgl. besonders den Commentar zu der neuen Ausgabe der Ekkehart'schen Casus s. Galli (s. d. Art. Ekkehart IV.).

  • Autor/in

    Meyer von Knonau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Meyer von Knonau, "Ekkehard" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 791-792 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118688553.html#adbcontent

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