Dates of Life
1852 bis 1926
Place of birth
Wellendingen bei Bonndorf (Baden)
Place of death
Freiburg i. Br
Occupation
Reichskanzler
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 118686402 | OGND | VIAF: 72188236
Alternate Names
  • Fehrenbach, Konstantin
  • Fehrenbach, Constantin

Relations

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Fehrenbach, Konstantin, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118686402.html [10.08.2020].

CC0

  • Genealogy

    V Joh. Gg. (1826–95), Volksschullehrer, S d. Schneidermeisters Aug.;
    M Rosina (1832–1900), T d. Landwirts Joh. Nep. Gensecke;
    Freiburg i. Br. 1879 Maria (1855–1921), T d. Rechtsanwalts Felix Hossner;
    1 T.

  • Life

    F. studierte zuerst Theologie, dann Rechtswissenschaft und ließ sich 1882 als Rechtsanwalt in Freiburg im Breisgau nieder, wo er bald einer der gesuchtesten Strafverteidiger wurde. 1885 kam er als Abgeordneter des Zentrums in den badischen Landtag, verzichtete aber bereits 1887 wegen politischer Meinungsverschiedenheiten mit dem Führer des badischen Zentrums, Th. Wacker, auf sein Mandat. Erst 1901 wurde er wieder in den Landtag gewählt, dem er bis 1913 angehörte, 1907-09 als Präsident. 1903 kam er auch in den Reichstag, wo er sich bald als einer der glänzendsten Redner des Hauses einen Namen machte. Besonders berühmt ist seine Rede im Dezember 1913 anläßlich der Zabern-Affäre, in der er für die Rechte der Elsässer und des gesamten deutschen Volkes gegen die Militärgewalt eintrat. 1917 wurde F. Vorsitzender des Hauptausschusses des Reichstages, im Juli 1918 sein letzter Präsident, auch in der Weimarer Nationalversammlung von 1919 übernahm er das Präsidium. Zu diesen Aufgaben befähigten ihn besonders seine Kompromißbereitschaft, die Leichtigkeit, sich in schwierigen Situationen zurechtzufinden, seine Ruhe und Selbstbeherrschung, Eigenschaften, die ihm freilich unter seinen Parteifreunden den Ruf einbrachten, gelegentlich den Kampf zu scheuen und auf gebotene Folgerichtigkeit und Festigkeit zu verzichten. Innerhalb der Zentrumspartei stand F., obwohl aus den demokratischen Traditionen Badens herkommend, auf dem rechten Flügel. So übernahm er auch im Juni 1920 die Führung des ersten rein bürgerlichen Kabinetts in der Weimarer Republik und vertrat Deutschland auf den|Konferenzen in Spa (1920) und in London (1921). Er trat im Juni 1921 als Reichskanzler zurück, da die Deutschnationale Volkspartei, auf die sich seine Regierung im Parlament mit stützen mußte, seine Außenpolitik, die auf den Versuch einer Verständigung mit den Siegermächten über die Reparationen hinauslief, nicht mehr guthieß. Ende 1923 wurde seine politische Laufbahn durch die Wahl zum Vorsitzenden der Zentrumsfraktion im Reichstag gekrönt.

  • Literature

    Was war uns F.?, in: Allg. Rdsch. 36, 1926;
    F. Wetzel, K. F., in: Academia 55, 1926;
    K. Goerres, in: Jur. Wschr. 55, 1926, S. 921;
    Hdb. d. Nat.-verslg., 1919;
    Hdb. d. Reichstags, 1920, 1924;
    H. Sacher, in: Staatslex. I, 1926, Sp. 1815 f.;
    Der dt. Reichstag, hrsg. v. P. Löbe, 1929 (P);
    Kosch, Kath. Dtld. (P).

  • Author

    Helga Grebing
  • Citation

    Grebing, Helga, "Fehrenbach, Konstantin" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 51-52 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118686402.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA