Lebensdaten
1527 oder 1528 bis 1590
Geburtsort
Heidelberg
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Formschneider ; Verleger ; Drucker ; Buchhändler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118683527 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Feyerabend, Siegmund
  • Feyerabend, Sigmund
  • Feyerabend, Sigismund
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Feyerabend, Sigismund, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118683527.html [21.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ägidius (Gilg), Maler u. Formschneider;
    M Anna Brentlein ( 1568), T e. Rabbiners in Mainz; Verwandter Joh. (1550–99), Buchdrucker u. -händler in F. (s. Benzing, Buchdrucker);
    14.8.1559 Magdalena, T d. Dr. med. Augustin Berkheimer in Mainz;
    2 S, 5 T.

  • Leben

    F. erhielt seine erste Ausbildung als Formschneider wohl in der väterlichen Werkstatt und vervollkommnete sich wahrscheinlich in Augsburg, wo er sich mehrere Jahre aufgehalten hat. Anschließend ging er für einige Jahre nach Italien (Venedig) und ließ sich dann nach einem weiteren vorübergehenden Aufenthalt zu Augsburg in Frankfurt nieder, wo er am 25.5.1559 eingebürgert wurde. Hier verband er sich zunächst als Holzschneider mit den Druckern David Zöpfel und Johann Rasch, mit denen er 1560 eine prächtige Bilderbibel herausbrachte, um dann als Verleger in ihren Druckwerken aufzutreten. In der Folge wuchs das Verlagsgeschäft aufgrund seines großen Unternehmungsgeistes und zuweilen auch rücksichtslosen Geschäftsgebarens zu einer der größten Verlegerfirmen Deutschlands an. Die meisten Frankfurter Drucker verpflichtete er sich im Lohndruck und verstand es auch, so hervorragende Künstler wie Virgil Solis und Jost Amman für zahlreiche vortreffliche Holzschnittwerke einzusetzen. 1563 ging er mit dem tüchtigen Drucker Georg Rab und den Erben des Weigand Han eine Geschäftsverbindung ein, die „Companei“ genannt, die bis ungefähr 1570 über 60 größere illustrierte Werke herausbrachte. Wohl aus Zensurgründen ließ er ab 1568 einige Verlagswerke unter dem Namen seines unmündigen Sohnes Hieronymus ausgehen. Daneben verlegte er auch zusammen mit Simon Hüter 1563-68 oder mit Bernhard Jobin in Straßburg 1572 Fischarts „Eulenspiegel Reimenweiß“, mit Georg Fischer 1579 das Regentenbuch von Georg Lauterbeck, später zusammen mit Peter Fischer und Heinrich Tack einige Werke von 1585-89. 1579-82 ließ er sich anstelle des alten Hauses zum kleinen Marstall neben der Liebfrauenkirche einen prächtigen Neubau errichten, den er 1584 an die vermögenden, aus Frankreich zugewanderten Drucker Claude de Marne und Johann Aubry aus finanziellen Gründen wieder verkaufen mußte. In allen Wissenschaftszweigen hat F. sich als weitschauender Verleger betätigt, vorwiegend mit volkstümlich-historischen und theologisch-scholastischen Werken oder mit großen juristischen Kompendien französischer und italienischer Autoren, die sicherlich nicht ohne Einfluß auf die Rezeption des römischen Rechtes in Deutschland waren. Den durch Ch. Egenolff begründeten Ruf Frankfurts als führender Druckerstadt Deutschlands weitete er zu dem eines der größten Buchzentren Europas aus. – Unter den Erben wurde das Geschäft zuerst noch fortgeführt, kam aber bald zum Erliegen. Die Erben verkauften es 1598/1600 an den Augsburger Buchhändler Elias Willer, der es nicht halten konnte und an die Rulandts abgab.

  • Literatur

    ADB VI;
    H. Pallmann, S. F., 1881 (P: Radierung v. J. Amman, 1569, Kupf. v. J. Sadeler, 1587);
    R. Schmidt, Dt. Buchhändler, dt. Buchdrucker II, 1903, S. 240 ff.;
    A. Dietz, Frankfurter Handelsgesch. III, 1921, S. 29 ff.;
    W. K. Zülch, S. F., in: Alt-Frankfurt 2, 1929, S. 42 (P);
    ders., Frankfurter Künstler 1223–1700, 1935, S. 358 f.;
    v. Gal, Die Geschäftsverbindung d. Fam. Rulandt z. F.-schen Buchverlag u. -handel, in: Archiv f. Frankfurts Gesch. u. Kunst 4, 5, 1942, S. 104 ff.;
    F. Lübbecke, 500 J. Buch u. Druck In Frankfurt a. M., 1948, S. 65 ff. (P);
    Lex. d. ges. Buchwesens I, 1952;
    E. Klöss, in: Archiv f. Gesch. d. Buchwesens 2, 1960, S. 331 ff. u. 361 ff.;
    Benzing, Buchdrucker;
    ThB.

  • Autor/in

    Josef Benzing
  • Empfohlene Zitierweise

    Benzing, Josef, "Feyerabend, Sigismund" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 119 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118683527.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA