Lebensdaten
1895 – 1964
Geburtsort
Lagow (Mark Brandenburg, heute Łagów, Polen)
Sterbeort
Burgberg-Königsfeld (Schwarzwald)
Beruf/Funktion
Pathologe ; Bakteriologe ; Wissenschaftler
Konfession
evangelisch-lutherisch
Normdaten
GND: 118680226 | OGND | VIAF: 27865427
Namensvarianten
  • Domagk, Gerhard Johannes Paul
  • Domagk, Gerhard
  • Domagk, Gerhard Johannes Paul
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Zitierweise

Domagk, Gerhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118680226.html [17.04.2024].

CC0

  • Gerhard Domagk wirkte von 1927 bis 1960 als Leiter der Abteilung für Experimentelle Pathologie und Bakteriologie der Farbenfabriken Bayer in Wuppertal-Elberfeld und als Professor für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie an der Universität Münster. Für seine Entdeckung der antibakteriellen Wirksamkeit der Sulfonamide, die eine effektive Behandlung von Infektionskrankheiten ermöglichte, wurde ihm 1939 der Nobelpreis für Medizin oder Physiologie zuerkannt. Zudem entwickelte Domagk wirksame Präparate gegen Tuberkulose. Aufgrund seiner medizinisch-pharmazeutischen Arbeiten gilt Domagk als Pionier der Entwicklung von Antibiotika und moderner Chemotherapien.

    Lebensdaten

    Geboren am 30. Oktober 1895 in Lagow (Mark Brandenburg, heute Łagów, Polen)
    Gestorben am 24. April 1964 in Burgberg-Königsfeld (Schwarzwald)
    Grabstätte Waldfriedhof Lauheide in Münster
    Konfession evangelisch-lutherisch
    Gerhard Domagk, Deutsches Museum (InC)
    Gerhard Domagk, Deutsches Museum (InC)
  • Lebenslauf

    30. Oktober 1895 - Lagow (Mark Brandenburg, heute Łagów, Polen)

    1901 - 1914 - Sommerfeld (Mark Brandenburg); Liegnitz (Niederschlesien, heute Legnica, Polen)

    Schulbesuch (Abschluss: Abitur)

    Bismarckschule; Städtisches Gymnasium (Herzog-Heinrich-Schule)

    1914 - 1914 - Kiel

    Studium der Humanmedizin

    Universität

    1914 - 1918 - Belgien; Frankreich; Russland

    Kriegsdienst (Kriegsfreiwilliger)

    1918 - 1921 - Kiel

    Studium der Humanmedizin (Abschluss: Staatsexamen)

    Universität

    1921 - Kiel

    Promotion (Dr. med.)

    Universität

    1921 - 1923 - Kiel

    Assistent

    Städtische Krankenanstalt

    1923 - 1925 - Greifswald

    Assistent

    Pathologisches Institut der Universität

    1924 - Greifswald

    Habilitation für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie

    Universität

    1925 - 1927 - Münster

    Assistent; Privatdozent

    Pathologisches Institut der Universität

    1927 - 1960 - Elberfeld-Wuppertal

    Abteilungsleiter

    I. G.-Farbenindustrie Bayer-Institut; Abteilung für Experimentelle Pathologie und Bakteriologie der Farbenfabriken Bayer

    1928 - 1939 - Münster

    nichtbeamteter außerordentlicher Professor für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie

    Universität

    1939 - 1958 - Münster

    außerordentlicher Professor für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie

    Universität

    1958 - Münster

    ordentlicher Professor (persönlicher Ordinarius) für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie

    Universität

    24. April 1964 - Burgberg-Königsfeld (Schwarzwald)
  • Genealogie

    Vater Paul Richard Domagk 7.6.1865–1928 Lehrer in Lagow (Mark Brandenburg, heute Łagów, Polen); Konrektor der Knabenvolksschule in Sommerfeld (Brandenburg)
    Großvater väterlicherseits Johann Friedrich Wilhelm Domagk 31.8.1831–19.1.1898 Lehrer
    Großmutter väterlicherseits Johanna Auguste Domagk, geb. Pannewitz 1836–1912
    Mutter Martha Anna Charlotte Domagk, geb. Reimer 20.5.1867–1945 aus Tempel (Brandenburg)
    Großvater mütterlicherseits Friedrich Reimer 1819–1903 Bauerngutsbesitzer
    Großmutter mütterlicherseits Charlotte Reimer, geb. Schilling 1834–1903
    Bruder Erich Domagk 1895–1895
    Schwester Charlotte Domagk geb. 1898 zuletzt in Vlotho (Ostwestfalen)
    Heirat 30.5.1925
    Ehefrau Gertrud Johanna Berta Domagk, geb. Strübe 12.9.1897–22.3.1985 aus Schopfheim (Markgräflerland)
    Schwiegervater Hermann Ludwig Strübe 6.7.1866–13.12.1952 Dr. phil.; Sohn des Hermann Strübe, evangelischer Pfarrer in Unterschüpf bei Bad Mergentheim, 1866 badischer Kreisschulrat für den Schulkreis Mannheim-Heidelberg
    Schwiegermutter Ella Alexandrine Johanna Strübe, geb. Steffens 2.8.1872–23.5.1924
    Sohn Götz Domagk 1926–26.9.2002 Dr. med.; Arzt; Diplom-Chemiker; 1964 Habilitation am Physiologisch-Chemischen Institut der Universität Göttingen; 1971–1991 Leiter der Abteilung Enzymchemie im Zentrum Biochemie der Universität Göttingen
    Sohn Jörg Domagk 1932–2022 Veterinärmediziner
    Kinder ein weiterer Sohn, eine Tochter
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    Domagk, Gerhard (1895 – 1964)

    • Vater

      Paul Domagk

      7.6.1865–1928

      Lehrer in Lagow (Mark Brandenburg, heute Łagów, Polen); Konrektor der Knabenvolksschule in Sommerfeld (Brandenburg)

      • Großvater väterlicherseits

        Johann Domagk

        31.8.1831–19.1.1898

        Lehrer

      • Großmutter väterlicherseits

        Johanna Domagk

        1836–1912

    • Mutter

      Martha Domagk

      20.5.1867–1945

      aus Tempel (Brandenburg)

      • Großvater mütterlicherseits

        Friedrich Reimer

        1819–1903

        Bauerngutsbesitzer

      • Großmutter mütterlicherseits

        Charlotte Reimer

        1834–1903

    • Bruder

      Erich Domagk

      1895–1895

    • Schwester

      Charlotte Domagk

      geb. 1898

      zuletzt in Vlotho (Ostwestfalen)

    • Heirat

      • Ehefrau

        Gertrud Domagk

        12.9.1897–22.3.1985

        aus Schopfheim (Markgräflerland)

  • Biografie

    Nach dem Umzug der Familie nach Liegnitz (Niederschlesien, heute Legnica, Polen) besuchte Domagk das Städtische Gymnasium und legte 1914 das Abitur ab. Das anschließend an der Universität Kiel aufgenommene Studium der Medizin setzte er – bedingt durch seinen Einsatz als Soldat und Sanitäter im Ersten Weltkrieg – erst 1918 fort. Das Grauen des Krieges sowie die weitgehende Hilflosigkeit im Umgang mit bakteriellen Infektionen beeinflussten Domagks wissenschaftliche Ziele. 1921 in Kiel mit einer von dem Internisten Max Bürger (1885–1966) betreuten Dissertation zum Kreatinstoffwechsel zum Dr. med. promoviert, wechselte er nach kurzer Tätigkeit als Medizinal-Praktikant von der Inneren Medizin zur Pathologie. 1923 wurde Domagk Assistent von Walter Groß (1878–1933) an der Universität Greifswald, wo er sich 1924 mit einer Arbeit über die Bedeutung des retikuloendothelialen Systems für die Vernichtung von Infektionserregern für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie habilitierte. Mit Groß, der 1925 als Leiter des Pathologischen Instituts berufen wurde, wechselte er an die Universität Münster.

    Domagk blieb zeitlebens der Universität Münster verbunden, die ihn 1928 zum außerplanmäßigen Professor für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie ernannte. Bereits 1927 hatte er sich für einen Wechsel in die Forschungsabteilung der Bayerwerke (I. G. Farbenindustrie) in Elberfeld-Wuppertal entschieden, wo er 1929 Leiter der neuen Abteilung für experimentelle Pathologie und Bakteriologie wurde. Nach ersten Forschungserfolgen mit Desinfektionsmitteln (Zephirol) wandte sich Domagk einem neuen Aufgabengebiet zu: Auf Basis des von Paul Ehrlich (1854–1915) etablierten Prinzips der Chemotherapie, in Fortsetzung der von Heinrich Hörlein (1882–1954) und Wilhelm Roehl (1881–1929) in Elberfeld durchgeführten Forschungen zu Farbstoffstrukturen sowie in Zusammenarbeit mit den Chemikern Josef Klarer (1898–1953) und Fritz Mietzsch (1896–1958) gelang Domagk 1932 in vivo der Nachweis der antibakteriellen Wirkung der Sulfonamide. Vor allem das Prüfpräparat KL 730 (Sulfamidochrysoidin, Prontosil rubrum) erwies sich als wirksam gegen durch Kokken (hämolytische Streptokokken) hervorgerufene Infektionen – bei äußerst geringer Toxizität. Therapeutische Versuche, die Domagk mit Philipp Klee (1884–1978), dem Leiter der Inneren Abteilung am Städtischen Krankenhaus Wuppertal, begann, bestätigten das breite Wirkungsspektrum in der Klinik.

    Nachdem Domagk 1935 seine Forschungsergebnisse in dem Artikel „Ein Beitrag zur Chemotherapie der bakteriellen Infektionen“ in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“ veröffentlicht hatte, wurde das therapeutische Potential der Sulfonamide international rasch erkannt. Weitere Forschungen, v. a. am Institut Pasteur in Paris, präzisierten das Wirkungsprinzip (Sulfanilamidmolekül) und resultierten in zahlreichen strukturverwandten Arzneistoffen mit z. T. erheblich verbesserten Eigenschaften. Bereits 1938 nominiert, erhielt Domagk 1939 den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie. Da das NS-Regime deutschen Wissenschaftlern die Annahme von Nobelpreisen verboten hatte, konnte er den Preis erst 1947 entgegennehmen. Im Lauf der 1940er Jahre zeigte sich, dass die Sulfonamide wirksam gegen allgemeine Wundinfektionen, Pneumonie, Meningitis, Gasbrand, Gonorrhoe und Ruhr waren, nicht jedoch gegen Typhus. Zugleich traten – auch aufgrund der Resistenzproblematik – die Penicilline in den Vordergrund antibiotischer Therapien, ohne die Sulfonamide gänzlich zu verdrängen.

    Patriotisch-national gesinnt, hielt Domagk zur nationalsozialistischen Ideologie Distanz, nutzte aber die sich im NS-Staat bietenden Handlungsspielräume und Kooperationsmöglichkeiten. Er war Mitglied im Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebund, nicht jedoch in der NSDAP oder in weiteren NS-Organisationen. Seit 1944 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bevollmächtigten für das Gesundheitswesen, Karl Brandt (1904–1948), kooperierte Domagk bei der klinischen Erprobung neu entwickelter Heilmittel auch mit NS-belasteten Ärzten wie dem Gießener Dermatologen Walther Schulze (1893–1970) und dem Pädiater Werner Catel (1894–1981). Noch während des Zweiten Weltkriegs wandte sich Domagk der Chemotherapie der Tuberkulose zu. In bewährter Zusammenarbeit mit Mietzsch und dem zur Forschungsgruppe neu hinzugestoßenen Chemiker Robert Behnisch (1909–1997) gelang ihm die Entdeckung tuberkulostatischer Substanzen (Thiosemikarbazone), die er als „Tebene“ bezeichnete – in Anlehnung an die Abkürzung „TB“ für Tuberkulose. Erste klinische Prüfungen erwiesen sich als vielversprechend. 1946 kam das Präparat Conteben zur Behandlung der Hauttuberkulose (Lupus vulgaris) in der Klinik Münster-Hornheide erfolgreich zum Einsatz. Als noch effektiver erwies sich 1952 das Neoteben (Isonicotinsäure-Hydrazid), das v. a. bei der Behandlung der Lungen- und Schleimhauttuberkulose angewandt wurde. Ähnlich wie bei den Sulfonamiden lagen die Vorteile von Domagks Tuberkulostatika in der Verbindung von hoher Wirksamkeit bei niedriger Dosierung und guter Verträglichkeit. Mit dem 1943 von Selman A. Waksman (1888–1973) isolierten Streptomycin und der in Schweden entwickelten PAS-Therapie (Para-Aminosalicylsäure) trugen sie entscheidend dazu bei, dass eine wirksame Tuberkulosetherapie zur Verfügung stand.

    Einen 1946 ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl für Pathologische Anatomie an der Universität Heidelberg lehnte Domagk ebenso ab wie mehrere Angebote südamerikanischer Universitäten. In der Spätphase seines Wirkens kehrte er zur Krebsforschung zurück; seit den 1920er Jahren von Domagk immer wieder aufgegriffen, bildete sie seine dritte Forschungssäule. Das Ziel, auch auf diesem Gebiet eine effektive Chemotherapie zu entwickeln, erwies sich als zu weit gesteckt. 1958, gegen Ende seiner Forschungstätigkeit in Wuppertal, ernannte ihn die Universität Münster zum persönlichen Ordinarius für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie. 1961 rief Domagk in Münster eine nach ihm benannte Stiftung zur Förderung der Krebsforschung ins Leben. Seit 1982 trägt das Institut für Pathologie der Universität Münster seinen Namen.

    Domagks Entdeckung der bakteriostatischen Wirkung der Sulfonamide basierte auf neu etablierten Forschungsstrukturen und setzte eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Akteuren aus Industrie, Chemie, Medizin und Klinik voraus. Seine wegweisenden Beiträge zur Behandlung bakterieller Infektionen und der Tuberkulose wurden weithin anerkannt und mit zahlreichen nationalen und internationalen Ehrungen gewürdigt.

  • Auszeichnungen

    1937 Emil-Fischer Medaille der Gesellschaft Deutscher Chemiker
    1939 Nobelpreis für Medizin oder Physiologie
    1939 Cameron Prize, Edinburgh
    1941 Medaglia Paterno, Rom
    1941 Ehrendoktor der Universität Bologna
    1942 Mitglied der Leopoldina (weiterführende Informationen)
    1943 Ehrensenator der Universität Greifswald
    1943 Ehrenmitglied des Robert-Koch-Instituts, Berlin
    1944 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bevollmächtigten für das Gesundheitswesen Karl Brandt
    1945 Dr. h c., Universität Münster
    1948 Ehrensenator der Universität Münster
    1949 Orden El Sol del Peru
    1949 Ehrenmitglied der Biologischen und Medizinischen Fakultät der Universität Santiago de Chile
    1949 Ehrenpräsident des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose
    1950 Dr. h c., Universität Buenos Aires
    1951 Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde
    1951 Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin
    1951 ordentliches Mitglied der Akademie für Wissenschaft und Literatur, Mainz
    1951–1953 erneut nominiert für Nobelpreis für Medizin oder Physiologie
    1951–1952 Vorschlagsrecht für Nobelpreis für Medizin oder Physiologie
    1951 Ehrenbürger der Stadt Wuppertal
    1952 Orden Pour le Mérite
    1952 Ehrenmitglied der Königlichen Akademie der Medizin, Madrid
    1954 Großkreuz des Ordens Civil de Sanidad, Madrid
    1955 Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
    1955 Dr. med. vet. h. c., Universität Gießen
    1956 Ludwig-Darmstädter-und-Paul-Ehrlich-Preis, Paul-Ehrlich-Medaille
    1956 Ehrenmitglied der Deutschen Tuberkulose-Gesellschaft
    1957 Gründungsplakette der Wissenschaftlichen Tuberkulose-Gesellschaft der DDR
    1959 Mitglied der Royal Society, London
    1959 Vizekanzler der Friedensklasse des Ordens Pour le Mérite
    1960 Orden der Aufgehenden Sonne, II. Klasse, Japan
    1961 Gerhard Domagk-Stiftung, Universität Münster (weiterführende Informationen)
    1963 Gerhard-Domagk-Preis der Gerhard Domagk-Stiftung (jährlich)
    1965 Domagkstraße, Münster (weiterführende Informationen)
    1982 Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie, Universität Münster
    2008 Gerhard Domagk-Stipendien/Gerhard Domagk-Nachwuchsförderprogramm, Universität Greifswald (jährlich) (weiterführende Informationen)
  • Quellen

    Nachlass:

    Archiv der Bayer AG, BAL-316 Bestand Gerhard Domagk, 1906–1997. (ergänzt um weitere Materialien)

    Stadtarchiv Wuppertal, NDS 13.

    Weitere Archivmaterialien:

    Archiv der Bayer AG, BAL-372 Bestand Institut für medizinische Mikrobiologie. (Schriftwechsel, Monatsberichte, Sitzungsprotokolle, Versuchsberichte, Aktennotizen, Urkunden, Ton- und Filmaufnahmen, Sammlungsobjekte)

    Universitätsarchiv Greifswald, Medizinische Fakultät I, A I 158.

    Universitätsarchiv Münster, Bestand 10 Nr. 1454, Bestand 52 Nr. 317 u. Bestand 207 Nr. 217.

    Bundesarchiv, Berlin-Lichterfelde, PERS 6/37020, R 43-II/910b, NS-5-VI/17 566, B 238/53, B 238/1 u. N 1221/227.

    Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Duisburg, NW 1022-D/8351 u. RW 58/14040.

    Leopoldina-Archiv, MM 4673. (Matrikelmappe)

  • Werke

    Monografien:

    Beeinflussung der Kreatininausscheidung im Harn durch Muskelarbeit, 1921. (Diss. med.)

    Gerhard Domagk/Carl Hegler, Chemotherapie bakterieller Infektionen 1940, 31944.

    Pathologische Anatomie und Chemotherapie der Infektionskrankheiten, 1947.

    Further Progress in Chemotherapy of Bacterial Infections, Nobel Lecture, December 12, 1947. (Onlineressource)

    Chemotherapie der Tuberkulose mit den Thiosemicarbazonen, 1950.

    Artikel:

    Untersuchungen über die Bedeutung des reticuloendothelialen Systems für die Vernichtung von Infektionserregern und für die Entstehung des Amyloids, in: Virchows Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medizin 253 (1924), S. 594–638. (Habilitationsschrift)

    Fortschritte auf dem Gebiet moderner Tumorforschung, in: Medizinische Klinik 21 (1925), S. 1911–1914 u. 1953 f.

    Ein Beitrag zur Chemotherapie der bakteriellen Infektionen, in: Deutsche Medizinische Wochenschrift 61 (1935), S. 250–253.

    Eine neue Klasse von Desinfektionsmitteln, in: ebd., S. 829–832.

    Gerhard Domagk/Robert Behnisch/Hans Schmidt/Fritz Mietzsch, Über eine neue, gegen Tuberkelbazillen in vitro wirksame Verbindungsklasse, in: Naturwissenschaften 33 (1946), S. 315.

    Der derzeitige Stand der Chemotherapie der bakteriellen Infektionen, in: Zeitschrift für klinische Medizin 136 (1939), S. 167–199.

    Über die Wirkungsweise der Sulfonamide, in: Deutsche Medizinische Wochenschrift 69 (1943), S. 379–385.

    Weitere experimentelle Untersuchungen zur Chemotherapie der Tuberkulose, in: Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin 55 (1949), S. 458–465.

    Über den Stand und Probleme der Geschwulstforschung, in: Strahlentherapie 83 (1950), S. 565–568.

    Entwicklungslinien chemotherapeutischer Forschung, in: Klinische Wochenschrift 29 (1951), S. 139–154.

    Der Stand der Grundlagenforschung über die Tuberkulose und die Möglichkeiten einer Chemotherapie, in: Strahlentherapie 86 (1951), S. 88–94.

    Welche Erkenntnisse über den Krebs vermittelt uns die experimentelle Krebsforschung, in: Münchener Medizinische Wochenschrift 94 (1952), S. 1841–1848.

    Stand und Ziel der Chemotherapie (Paul-Ehrlich-Gedächtnisvorlesung), in: Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin 60 (1954), S. 216–231.

    Twenty-Five Years of Sulfonamide Therapy, in: Annals of the New York Academy of Sciences 69 (1957), S. 380–384.

    Die derzeitigen Indikationsstellungen zu einer Chemotherapie des Krebses, in: Therapeutische Berichte 32 (1960), S. 240–246.

    Ärzte unserer Zeit in Selbstdarstellungen. Gerhard Domagk, in: Hippokrates 32 (1961), S. 773–776. (P)

    Über 30 Jahre Arzt, in: Therapie der Gegenwart 102 (1963), S. 913–917.

  • Literatur

    Monografien und Aufsätze:

    Marcel H. Bickel, The Development of Sulfonamides (1932–1938) as a Focal Point in the History of Chemotherapy, in: Gesnerus 45 (1988), S. 67–86.

    Dietrich Redeker, Zur Entwicklungsgeschichte der Tuberkulostatika und Antituberkulotika, 1990.

    John E. Lesch, Chemistry and Biomedicine in an Industrial Setting. The Invention of the Sulfa Drugs, in: Seymour H. Mauskopf (Hg.), Chemical Sciences in the Modern World, 1993, S. 158–215.

    Ekkehard Grundmann, Gerhard Domagk. Ein Pathologe besiegt die bakteriellen Infektionskrankheiten, in: Der Pathologe 22 (2001), S. 241–251

    John E. Lesch, The First Miracle Drugs. How the Sulfa Drugs Transformed Medicine, 2007.

    Volker Roelcke, Die Sulfonamid-Experimente in nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Eine kritische Neubewertung der epistemologischen und ethischen Dimension, in: Medizinhistorisches Journal 44 (2009), S. 42–60.

    Max Hundeiker, Gerhard Domagk (1895–1964) und die ersten Medikamente gegen Tuberkulose, in: Pneumologie 68 (2014), S. 394–396.

    Johannes Köbberling, Gerhard Domagk und Philipp Klee. Bahnbrechende Entwicklungen auf der Basis einer fruchtbaren Zusammenarbeit, in: Medi-Nat. Informationen der MNG Wuppertal 1 (2014), S. 12–19.

    Thomas Beddies, Zur Einführung des Tuberkulostatikums Conteben im Nachkriegsdeutschland, in: Pädiatrische Praxis 87 (2016), S. 153–160.

    Ekkehard Grundmann, Gerhard Domagk. Der erste Sieger über die Infektionskrankheiten, 22018.

    Hendrik Uhlendahl/Dominik Gross, Victim or Profiteer? Gerhard Domagk (1895–1964) and his Relation to National Socialism, in: Pathology. Research and Practice 216 (2020), S. 152 944.

    Detlev Stummeyer, Domagk 1937–1951. Im Schatten des Nationalsozialismus, 2020.

    Würdigungen und Nachrufe:

    Kurt Hansen, Zum 65. Geburtstag von Professor Dr. Gerhard Domagk, in: Arzneimittelforschung 10 (1960), S. 857 f. (P)

    Leonard Colebrook, Gerhard Domagk. 1895–1964, in: Biographical Memoirs of Fellows of the Royal Society 10 (1964), S. 38–50.

    Christian Hackmann, Gerhard Domagk, in: Medizinische Klinik 59 (1964), S. 1789–1791. (P)

    Karl Wilhelm Kalkoff, In memoriam Gerhard Domagk, in: Der Hautarzt 15 (1964), S. 464–466. (P)

    Richard Lepsius, Gerhard Domagk zum Gedächtnis, in: Chemiker-Zeitung 88 (1964), S. 395–397. (P)

    Reiner W. Müller, Zum Tode Gerhard Domagks, in: Praxis der Pneumologie 18 (1964), S. 377 f.

    N. N., Gerhard Domagk, in: British Medical Journal 5391 (1964), S. 1189. (P)

    N. N., Professor Gerhard Domagk, in: Deutsches Ärzteblatt 20 (1964), S. 1140.

    N. N., Prof. Gerhard Domagk Dead, in: The New York Times, 26. April 1964, S. 89. (P)

    Gedächtnisfeier der Universität Münster Westf. für Gerhard Domagk am 24. April 1964 (darin Ferdinand Hoff, Gerhard Domagk-Gedenkrede), 1965. (P)

    Otto Warburg, Gerhard Domagk, in: Deutsche Medizinische Wochenschrift 34 (1965), S. 1484–1486.

    Ekkehard Grundmann, Gerhard Domagk (1895–1964), in: Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Pathologie 49 (1965), S. 380–386.

    Ekkehard Grundmann/Albert M. Walter, Lebensbild Gerhard Domagk, 30. Okt. 1895 – 24. April 1964, in: Münchener Medizinische Wochenschrift 15 (1965), S. 739–741.

    Otto Warburg, Gedenkworte für Gerhard Domagk, in: Reden und Gedenkworte. Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste, 71966, S. 19–26.

    Franz-Josef Bohle, Ein Pionier, der Medizingeschichte machte. Zum 50. Jahrestag der Nobelpreisverleihung an Gerhard Domagk, 1989.

    Bayer AG (Hg.), Gerhard Domagk. Lebenserinnerungen in Bildern und Texten, 1995.

    Manfred von Ardenne, Der Entdecker der antibakteriellen Chemotherapie. Begegnung mit Gerhard Domagk, in: ders., Ich bin ihnen begegnet. Wegweiser der Wissenschaft, Pioniere der Technik, Köpfe der Politik, 1997, S. 261–267.

    Johannes Vesper, Gerhard Domagk. Eine bahnbrechende Erfindung, in: Deutsches Ärzteblatt 33–34 (2013), A 1573. (Onlineressource)

    Lexikonartikel:

    J. C. Poggendorffs biographisch-literarisches Handwörterbuch der exakten Naturwissenschaften, Bd. 7a, 1956, S. 435 f. u. Bd. 8, 2000, S. 889–892.

    Erich Posner, Art. „Domagk, Gerhard“, in: Charles Coulston Gillispie (Hg.), Dictionary of Scientific Biography, Bd. 4, 1971, S. 153–156.

    Dietrich Koch/Michael Meyer-Abich, Art. „Domagk, Gerhard“, in: Fritz Krafft (Hg.), Große Naturwissenschaftler. Biographisches Lexikon, 21986, S. 104 f.

    Dieter Wagner, Art. „Domagk, Gerhard Johannes Paul“, in: Hans-Ludwig Wußing (Hg.), Fachlexikon abc. Forscher und Erfinder, 1992, S. 160 f. (P)

    Peter Kröner, Art. „Domagk, Gerhard“, in: Wolfgang U. Eckart/Christoph Gradmann (Hg.), Ärztelexikon. Von der Antike bis zum 20. Jahrhundert, 32006, S. 99 f.

  • Onlineressourcen

  • Porträts

    Büste v. Fritz Bürger, Institut für Pathologie der Universität Münster.

    Gemälde (Mischtechnik/Leinwand) v. Otto Dix (1891–1969), 1953, Bayer AG Leverkusen.

    Fotografien, 1939 u. 1950, Porträtsammlung des Deutschen Museums München.

    Fotografie v. Franz Thorbecke (1922–2011), 1960, Porträtsammlung des Deutschen Museums München.

    Bronzeskulptur v. Tony Cragg (geb. 1949), 2013, Hubertusallee, Wuppertal.

  • Autor/in

    Hans-Georg Hofer (Münster)

  • Zitierweise

    Hofer, Hans-Georg, „Domagk, Gerhard“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.03.2024, URL: https://www.deutsche-biographie.de/118680226.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA